Alfred-Wegener-Institut
Ziele des AWI
Ziel der wissenschaftlichen Arbeit ist ein besseres Verständnis der Beziehungen zwischen Ozean, Eis und Atmosphäre, der Tier- und Pflanzenwelt der Arktis und Antarktis sowie der Entwicklungsgeschichte der polaren Kontinente und Meere. Da diese Gebiete das Klima unserer Erde entscheidend prägen, widmet das AWI den globalen Veränderungen besondere Aufmerksamkeit. Das Institut arbeitet in zahlreichen internationalen Forschungsprogrammen und steht in engem Kontakt mit vielen Universitäten und Institutionen in Europa und Übersee. Es entsendet Wissenschaftler an Institute in aller Welt, auf andere Forschungsschiffe und Stationen und lädt Wissenschaftler anderer Nationen auf das AWI-Forschungsschiff Polarstern und nach Bremerhaven und Potsdam ein. Etwa ein Viertel der Teilnehmer an Polarstern-Expeditionen sind ausländische Wissenschaftler.
Außenstellen
Die Forschungsstelle Potsdam ist für geowissenschaftliche Studien am Rand der Inlandeise und in Permafrostregionen sowie für experimentelle Untersuchungen atmosphärischer Prozesse in den Polargebieten zuständig. Diese Untersuchungen ergänzen das bisher auf die Meere orientierte Forschungsprogramm des AWI. Die Wissenschaftler in Potsdam widmen sich verstärkt der Arktisforschung, da hier der Schlüssel zum Verständnis des Klimageschehens in Europa liegt.
Die Biologische Anstalt Helgoland (BAH) erforscht die Grundlagen des Lebens im Meer mit den Schwerpunkten Nordsee und Wattenmeer. Das Ziel der Forscher ist der Schutz der natürlichen Vielfalt in den Meeresökosystemen.
Die Wattenmeerstation Sylt konzentriert sich auf die Forschung zu aktuellen Themen der Küstenökologie und der Küstengeologie.
Zum AWI gehören unter anderem das Forschungsschiff "Polarstern" sowie die Stationen Georg von Neumayer, Neumayer II, Kohnen, Drescher und das Dallmann-Labor in der Antarktis, die Koldewey-Station und die Samoilov-Station in der Arktis, dazu die beiden Forschungsflugzeuge Polar 2 und Polar 5.
Der Namensgeber: Alfred Wegener
Alfred Wegener (1880-1930) war einer der bedeutendsten deutschen Polarforscher und Geowissenschaftler. Sein Ruhm geht vor allem auf der Theorie der Kontinentalverschiebung zurück, die er mitbegründet und bekannt gemacht hat. Als studierter Geophysiker, Meteorologe und Klimatologe hat sich dieser vielseitige Forscher aber auch auf anderen Gebieten einen Namen gemacht, im Bereich der Thermodynamik, der Atmosphärenforschung und Wolkenphysik. Die Hauptregion seiner Forschungsaktivitäten ist Grönland. Insgesamt viermal bricht er ins grönländische Inlandeis auf. Berühmt geworden sind neben seinen dort gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnissen besonders seine anschaulichen Reiseschilderungen, die auch außerhalb der Fachwelt großes Interesse gefunden haben. Von seiner letzten Expedition 1930 kehrt er nicht zurück. Als Todesursache wird Herzversagen wegen Überanstrengung vermutet. Sein Grab liegt im Eis.
Harald Brenner, Stand vom 23.07.2009







