Erdatmosphären-Höhenrekorde im Dienste der Forschung
10.800 Meter - Im Ballon an die Grenze zur Stratosphäre
Am 31. Juli 1901 erreichten die Meteorologen Arthur Berson und Reinhard Süring mit dem wasserstoffbefüllten Ballon "Preußen" eine Höhe von 10.800 Metern. Sie reisten im offenen Korb. Aus mitgeführten Gefäßen versorgten sie sich über Schläuche mit dem nötigen Sauerstoff. Oberhalb von 10.000 Metern Höhe verlor Süring das Bewusstsein. Berson konnte den Ballon gerade noch rechtzeitig zum Sinken veranlassen und die Höhe registrieren, bevor auch er ohnmächtig wurde. Da hatten die Wissenschaftler bereits eine Höhe von 10.500 Metern erreicht. Wahrscheinlich stieg der Ballon dann noch 300 Meter weiter, bevor er schließlich ab einer Höhe von 10.800 Metern zu sinken begann und die Ballonfahrer wieder sicher auf den Erdboden brachte.
15.785 Meter - die Eroberung der Stratosphäre
Am 27. Mai 1931 startete der Physiker Auguste Piccard gemeinsam mit seinem Assistenten Paul Kipfer in Augsburg mit seinem Stratosphärenballon in Richtung Himmel. Statt eines offenen Korbes war am Ballon eine geschlossene kugelförmige Aluminiumgondel befestigt. Der Luftdruck im Inneren konnte auf diese Weise konstant gehalten werden. Im Inneren der Gondel gab es eine eigene Sauerstoffversorgung. Mit dieser Spezialkonstruktion erreichten die Wissenschaftler eine Rekordhöhe von 15.785 Metern. Sie waren die ersten Menschen in der Stratosphäre. Das ist die zweite Schicht der Erdatmosphäre.
31.300 Meter - der höchste Fallschirmsprung aller Zeiten
1957 leitete der Testpilot Joe Kittinger ein Raumfahrt-Forschungsprojekt der US-Luftwaffe. Es sollte getestet werden, ob ein Astronaut im Notfall seine Rakete noch in 30 Kilometern Höhe verlassen kann. Da Testflugzeuge eine solche Höhe nicht erreichen, setzte man einen mit Helium gefüllten Ballon ein. Am 16. August 1960 sprang Joe Kittinger - nur durch einen Druckanzug geschützt - in 31.300 Metern Höhe aus der Gondel des Ballons "Excelsior III". Bis sich sein Fallschirm öffnete, raste Joe Kittinger vier Minuten und 36 Sekunden lang im freien Fall auf die Erde zu. Dabei erreichte er die unglaubliche Geschwindigkeit von 988 Kilometern pro Stunde. So stellte er gleich vier Rekorde auf: den höchsten Ballon-Aufstieg, den ein Mensch jemals durchführte; den Fallschirmsprung aus höchster Höhe; den längsten freien Fall und die höchste Geschwindigkeit, die ein Mensch beim freien Fall bisher erreicht hat. Nach 13 Minuten und 45 Sekunden hatte Joe Kittinger unversehrt wieder festen Boden unter den Füßen.
Susanne Decker, Stand vom 23.07.2009






