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Kann Lärm töten?

Lärm als Langzeiterscheinung, also über mehrere Jahre hinweg, kann schwere Schädigungen hervorrufen. Aber kann man eine Lärmattacke auf die Ohren auch als Waffe einsetzen? Schon vor sehr langer Zeit wussten Menschen um die besondere Verwundbarkeit dieses Sinnesorgans. Von dem chinesischen Polizeimeister Ming-Ti wird berichtet, dass er im 3. Jahrhundert vor Christus folgendes Gesetz erließ: "Wer den Höchsten schmäht, der soll nicht gehängt werden, sondern Flötenspieler, Trommler und Lärmmacher sollen ihm ohne Pause so lange vorspielen, bis er tot zu Boden sinkt. Denn das ist der qualvollste Tod, den ein Mensch erleiden kann."

Ein Kampfflugzeug hebt vom Boden ab. (Rechte: dpa)

Laut aber nicht tödlich

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In der Antike soll die Todesstrafe manchmal allein durch Trommeln vollzogen worden sein und auch das Mittelalter kennt die Lärmfolter: Opfer wurden an einer Tag und Nacht läutenden Glocke festgeschnallt und dabei in den Wahnsinn getrieben. Auch heute noch schrecken manche Länder nicht vor Lärmfolter zurück. Im Extremfall kann das lebensgefährlich werden.

Sehr hohe Schallpegel ab etwa 200 Dezibel führen in der Regel unmittelbar zum Tod. Die eigentliche Todesursache ist dabei nicht die Zerstörung des Hörapparates, sondern das Platzen der Lungenbläschen. Es kommt kaum vor, dass Lärm überhaupt einen Pegel von 180 Dezibel erreicht. Selbst militärische Tiefflüge belasten das Gehör "nur" mit 125 Dezibel, ein lauter Knall kann schon mal einen Wert von 140 erreichen. Aber man kann sehr hohe Schalldruckpegel natürlich künstlich erzeugen.

Was versteht man unter einem absoluten Gehör?

Der Begriff "absolutes Gehör" stammt aus der Welt der Musik und meint die Fähigkeit, einen Tonwert ohne Bezugston (etwa von einer Stimmgabel) bestimmen zu können. Ein Mensch mit absolutem Gehör kann einen beliebigen auf dem Klavier angeschlagenen Ton erkennen, ohne hinzuschauen. Menschen mit "normalem" Gehör verschätzen sich meist um einige Halbtonschritte. Absolute Hörer können oft sogar alle zehn Töne eines Zehnklangs benennen. Diese Begabung ist extrem selten: Nur einer von 10.000 Menschen ist dazu in der Lage.

Das absolute Gehör ist angeboren, doch Versuche in japanischen Musikschulen haben gezeigt, dass es auch antrainiert werden kann. Mozart und Beethoven hörten absolut. Deshalb wird das Phänomen manchmal mystifiziert und mit "Wunderkindern" in Zusammenhang gebracht. Doch es bedeutet nicht automatisch, dass die betroffene Person auch musikalisch ist. Zum Spielen eines Instruments braucht man kein absolutes Gehör - die meisten Musiker kommen ohne aus.

Wie reinige ich meine Ohren richtig?

Es gibt viele Arten, sein Gehör zu schädigen. Ständige Beschallung mit lauter Musik gehört dazu, ebenso der Lärm von Feuerwerkskörpern oder Trillerpfeifen. Dagegen schützen Ohrstöpsel, die in verschiedenen Varianten erhältlich sind. Doch auch die falsche Reinigung des Ohres kann viel zerstören. Grundsätzlich gilt: Ohrenschmalz ist ein normaler Bestandteil des Ohres und kein Schmutz. Es wirkt stark antibakteriell und beugt Hautausschlägen am äußeren Ohr vor.

Das Schmalz wird im äußeren Gehörgang gebildet und gelangt von dort nach außen. Reinigungs-Wattestäbchen drücken es wieder zurück nach innen. Durch häufiges "Reinigen" dieser Art bildet sich ein Schmalzpfropf, der unter Umständen Ohrgeräusche oder Schwerhörigkeit hervorrufen kann. Es reicht völlig aus, das nach außen transportierte Ohrenschmalz mit einem feuchten Handtuch am Gehörgangseingang zu entfernen.

Harald Brenner/Julia Ucsnay, Stand vom 04.05.2010

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