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Schadstoffe in Lebensmitteln

Dioxin in Eiern, Quecksilber im Fisch, Pestizide im Gemüse. Das sind nur einige Beispiele für Umweltgifte, die wir mit der Nahrung aufnehmen. Häufig liegt es an den Produktionsbedingungen, dass Lebensmittel Stoffe enthalten, die unsere Gesundheit schädigen können. Verbraucherschützer haben immer wieder die Massentierhaltung als Ursache für belastete Nahrung im Visier. Biolebensmittel sind dagegen in der Regel weitaus weniger belastet.

Schweine im Stall. (Rechte: Mauritius)

Auch Massentierhaltung ist für Schadstoffe in Lebensmitteln verantwortlich

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Dioxin im Futter

Dioxin gelangt durch den Menschen in die Umwelt. Das liegt unter anderem an industriellen Prozessen wie der Müllverbrennung und der Metallgewinnung, die den giftigen Stoff in die Luft und in den Boden bringen. Darüber wird er unter anderem von Nutztieren aufgenommen. Weil sich das Gift vor allem im Fettgewebe ablagert, sind meistens tierische Produkte mit einem hohen Fettgehalt betroffen, etwa Milchprodukte, Fleisch, fetter Fisch und Eier. Auch Tierfutter kann Dioxin enthalten, in der Regel sind die beigegebenen Fette die Quelle für die Belastung.

Verbraucherschützer werden immer dann hellhörig, wenn die Dioxin-Grenzwerte überschritten werden. So dürfen Eier nach den Vorschriften der Europäischen Union (EU) höchstens drei Picogramm (der billionste Teil eines Gramms) Dioxin pro Gramm Fett enthalten. Beim Dioxinskandal Anfang 2011 wurde dieser Wert um das Vierfache überschritten. Auch für Geflügel- und Schweinefleisch gibt es entsprechende Grenzwerte.

Eier mit Dioxinschild. (Rechte: WDR/dpa)

Besonders Eier stehen immer wieder unter Dioxinverdacht

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Unheilvolle Erinnerung an Seveso

Bekannt wurde Dioxin durch einen verheerenden Chemieunfall in einer Fabrik nahe der norditalienischen Stadt Seveso. Wegen eines defekten Ventils konnte das Dioxin, das als einer der giftigsten Stoffe überhaupt gilt, entweichen. Es bildete sich eine tödliche Gaswolke. In die Gruppe der Dioxine fallen rund 200 verschiedene Substanzen, die alle ähnlich aufgebaut sind, von denen aber nicht alle so giftig sind wie das Seveso-Gift. Dioxin ist schon in sehr geringen Konzentrationen extrem schädlich und lagert sich sehr lange im Organismus und in der Natur ab. Wenn es erst einmal in den Boden eingedrungen ist, kann es bis zu 100 Jahre dauern, bis die Hälfte davon wieder abgebaut ist.

Symbolbild: In einem Tiefkühlhuhn steckt eine Spritze. (Rechte: Mauritius)

Viele Tiere werden mit Antibiotika behandelt

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Hühnchen mit Antibiotika

In der Massentierhaltung bekommen Tiere oft Medikamente, die sich im Fleisch ablagern können. Die Mittel, die in diesem Zusammenhang sehr häufig in die Kritik geraten, sind Antibiotika. Normalerweise verhindern Antibiotika, dass sich gefährliche Keime weiter ausbreiten. Werden sie jedoch zu häufig verabreicht, werden die Keime gegen das Medikament resistent. Dieses Prinzip gilt auch für den Menschen: Wer regelmäßig Fleisch mit Rückständen von Antibiotika verzehrt, geht das Risiko ein, dass die Mittel irgendwann nicht mehr wirken. Das größte Risiko haben chronisch kranke und immungeschwächte Menschen, denn sie sind dringend auf gut wirkende Antibiotika angewiesen.

Gefahr geht aber nicht nur von den Antibiotika-Rückständen aus, sondern auch von den multiresistenten Keimen, welche viele die Tiere wegen der häufigen Medikamentengabe irgendwann in sich tragen. Auch sie werden beim Verzehr des Fleisches vom Menschen aufgenommen. Verbraucherschützer raten deshalb beim Fleisch- und Geflügelkauf dazu, sehr genau auf die Qualität zu achten. Grundsätzlich gilt: Bioware darf in der Regel wenig bis gar keine Antibiotika enthalten.

Blei und Kadmium

Schwermetalle wie Blei und Kadmium kommen ebenfalls in unseren Lebensmitteln vor. Sie gelangen unter anderem durch Industrie- und Autoabgase in die Umwelt und lagern sich vor allem in Innereien wie Leber oder Nieren an. Auch Fische, darunter vor allem fettige Arten wie Heilbutt, Hecht, Flunder und Thunfisch, können belastet sein, weil sie die Schwermetalle über das Wasser aufnehmen. Die Metalle wirken sich ganz unterschiedlich auf unseren Organismus aus. Sie können Kopfschmerzen verursachen, die Nerven und innere Organe wie die Nieren schädigen.

Erdbeeren in einem Korb. (Rechte: WDR/dpa)

Obst aus dem Ausland gilt als besonders belastet

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Dünger im Kaffee

Auch Pflanzen können stark belastet sein. Pestizide werden auf der ganzen Welt eingesetzt, denn sie sorgen für weniger Ungeziefer und damit bessere Erträge. Doch Pflanzenschutzmittel halten nicht nur Schädlinge fern, sie lagern sich auch in der Nahrung ab und werden vom Menschen aufgenommen. Je nach Pestizid bleiben sie unterschiedlich lange im Organismus. Verbraucherschützer machen vor allem die älteren Pestizide Sorgen. Diese bleiben besonders lange im Körper und können das Hormonsystem schädigen. Außerdem stehen Pestizide in Verdacht Krebs auszulösen und das Erbgut zu verändern. Weltweit sind rund 800 verschiedene Pflanzenschutzmittel auf dem Markt, dazu gehören neben Insektiziden auch Unkrautvernichtungsmittel und Fungizide, also Mittel gegen Pilzbefall.

Am größten ist die Pestizid-Belastung bei importiertem Obst und Gemüse. Sogar Kaffee kann Reste von Pflanzenschutzmitteln enthalten. Um sich vor Pestiziden zu schützen, raten Verbraucherschützer dazu, so oft wie möglich Biolebensmittel zu kaufen. Zudem sollten Obst und Gemüse unter fließendem Wasser abgewaschen werden. Auch die Hände sollten Sie nach der Zubereitung sorgfältig reinigen.

Christiane Tovar, Stand vom 08.02.2012
Sendung: Umweltgifte – Die unsichtbare Gefahr, 08.02.2012

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