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Die Maya-Kalender

Zu den herausragenden Leistungen der Maya zählt, dass sie schon sehr früh ein äußerst komplexes System zur Zeitmessung entwickelten. Sie hatten sogar mehrere Systeme, denn es gab gleich drei Maya-Kalender. Auch wenn die Maya heute als untereinander verfeindet gelten, haben sich alle an den gleichen Kalendern orientiert.

Acht in Stein gemeißelte Maya Schriftzeichen, in denen man zum Teil Gesichter und Figuren erkennen kann. (Rechte: AKG)

Die Zeichen sind schwer zu entziffern

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Genutzt bis zur spanischen Eroberung

Astronomische Beobachtungen scheinen die Maya schon sehr früh angestellt zu haben. Diese Beobachtungen gipfelten in der Entwicklung eines sehr komplizierten Kalendersystems, das sowohl Grundlage für die Bestellung der Felder als auch für rituelle Zeremonien war. Die Entwicklung der Kalender geht mindestens auf das erste Jahrtausend vor Christus zurück. Jahrhundertelang bestimmte ihr Rhythmus den Alltag und die Mythologie der Maya. Auch nach dem Ende der klassischen Phase wurden die Maya-Kalender noch bis zur Zeit der spanischen Eroberung genutzt.

Schematische Darstellung eines Ritual-Kalenders der Maya. Ein großes und ein kleines Zahnrad mit Maya-Schriftzeichen greifen ineinander. (Rechte: WDR)

Der Ritualkalender

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Die dreifache Zählung

"Haab" hieß der Kalender, mit dem die Maya ein Sonnenjahr in 18 Monate mit jeweils 20 Tagen aufteilten. An das Ende setzten sie fünf namenlose Tage und kamen somit auf 365 Tage. Die Monate hatten Namen wie Sip, Sek, Xul oder Wayeb - Begriffe, die ähnlich wie unsere Monatsnamen keinen Bezug zu Zeiten oder Ereignissen hatten. Dem Monatsnamen wurde eine Zahl zwischen 0 und 19 vorangestellt, um die 20 Tage zu benennen.

"Tzolkin" war der Ritualkalender, mit dem vermutlich religiöse Zeremonien und Feiern festgelegt wurden und der für Wahrsagerei genutzt wurde. Der Ritualkalender zählte 260 Tage. Diese wurden in 20 Monate à 13 Tage aufgeteilt. Als "Monatsnamen" dienten Begriffe aus der Natur wie "tsi'kin" (Vogel) oder "ah" (Schilfrohr). Viele dieser Namen sind aber noch nicht eindeutig identifiziert. Auch über den 260-Tage-Zyklus gibt es nur Spekulationen. Einige Wissenschaftler nehmen an, dass die Länge der menschlichen Schwangerschaftsperiode hier als Grundlage gedient haben könnte. Im Hochland von Guatemala wird der Ritualkalender übrigens noch heute als Wahrsagekalender verwendet.

Beide Kalender wurden parallel genutzt. Vermutlich hat man die Tage nach beiden Kalendern benannt. "8 Sek – 12 ah" wäre eine mögliche Kombination, wobei die erste Hälfte aus dem Sonnenjahrkalender und die zweite dann aus dem Ritualkalender stammt. Durch die unterschiedliche Größe der Kalender waren sie erst nach einem Durchlauf von 52 Jahren wieder an ihrem Ausgangspunkt angekommen. Man vermutet, dass ein solcher "Neustart" für die Maya so bedeutend war wie für uns ein Jahrhundert- oder Jahrtausendwechsel.

Der dritte Maya Kalender war ein "absoluter" Kalender. Er teilte die Zeit nicht in wiederkehrende Abschnitte wie Wochen oder Jahre auf, sondern bestand aus einer "langen Zählung": Beginnend mit einem Tag, der nach unserer Zeitrechnung dem 13. August 3114 vor Christus entspricht, wurde jeder Tag fortlaufend nummeriert. Warum gerade jener 13. August für die Maya der "Tag 1" war, bleibt ein Rätsel.

Helmut Brasse, Stand vom 05.03.2013

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Die Menschen ordnen die Zeit heute mit Hilfe von Uhren oder Terminkalendern. Kalender sind zu etwas Alltäglichem geworden. In der Vergangenheit waren sie jedoch sehr stark mit der Religion verknüpft. Kalender spiegelten ein Stück der gottgegebenen Ordnung des Kosmos wieder. Verschiedene Kulturen haben verschiedene Kalender hervorgebracht, Sonne und Mond haben dabei stets eine große Rolle gespielt.

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