Bermudadreieck: Mythos oder echte Bedrohung?

Kartenausschnitt, auf dem das Bermudadreieckeingetragen ist

Schiffswracks

Bermudadreieck: Mythos oder echte Bedrohung?

  • Außerirdische oder der versunkene Kontinent Atlantis – Schiffsuntergänge im Bermudadreieck regen die Fantasie an
  • Methangas verändert die Oberflächenspannung des Wassers und könnte Schiffe zum Sinken bringen
  • Der Golfstrom treibt möglicherweise Wrackteile davon

Das Bermudadreieck liegt im westlichen Atlantik. Im Norden begrenzen es die Bermudainseln, im Südwesten reicht es bis zur Südspitze Floridas, im Süden bis zur Insel Puerto Rico östlich der Dominikanischen Republik. Bekannt wurde das Dreieck durch eine vermeintliche Häufung mysteriöser Schiffs- und Flugzeugunglücke. Doch sinken in diesem Gebiet tatsächlich überdurchschnittlich viele Schiffe?

Statistik gegen Spekulationen

Wissenschaftler haben keine eindeutige Erklärung für die Katastrophen, die sich in den vergangenen Jahrzehnten im Bermudadreieck ereigneten. Das liegt vor allem daran, dass viele der Schiffe, die in diesem Gebiet verunglückten oder gesunken sind, nie gefunden wurden. Statistisch betrachtet ist das Bermudadreieick allerdings nicht unsicherer als andere Regionen der Weltmeere.

Doch wo eindeutige Beweise für einen ganz "normalen" Untergang eines Schiffes fehlen, ist viel Raum für teilweise aberwitzige Spekulationen. So werden unter anderem Entführungen durch Außerirdische oder gefährliche Kraftfelder des versunkenen Kontinents Atlantis verantwortlich gemacht.

Methangas als Ursache?

Eine seriöse wissenschaftliche Theorie stellt Methangas in ihren Mittelpunkt. Geowissenschaftler haben festgestellt, dass im Gebiet des Bermudadreiecks riesige Methangas-Vorkommen vorhanden sind, die für das plötzliche Verschwinden von Schiffen verantwortlich sein könnten. Die Experten glauben, dass sich in Tiefen von 500 bis 2000 Metern Methanhydrate gebildet haben.

Diese eisähnlichen Brocken binden Methan in sich. Kommt es zu Druck- oder Temepraturveränderungen, brechen die Brocken auf, das Gas kann entweichen. Das ist an sich noch nicht gefährlich, es sei denn dieses Entweichen geschieht abrupt und in großen Mengen. Ein Seebeben oder tektonische Verschiebungen könnten ein Auslöser dafür sein. Wenn das Gas dann in großen Mengen aufsteigt, verringert es die Dichte des Wassers.

Die Oberflächenspannung des Wasser verringert sich, wodurch die Oberfläche keine Schiffe mehr trägt. Befindet sich ein Schiff über einer solchen Methangas-Eruption, hat es nicht mehr genügend Auftrieb und beginnt zu sinken.

Stürmisches Dreieck

Die regionalen meteorologischen Bedingungen können ebenfalls zu einer Erklärung der Vorkommnisse beitragen. Im Gebiet des Bermudadreiecks kommt es immer wieder zu heftigen, für Schiffe gefährlichen Stürmen. Belege hierfür liefern Geschichten wie die des Schoners Gloris Colita aus dem Jahr 1940.

Der Schoner wurde 200 Meilen südlich vom Bermudadreieck im Golf von Mexiko verlassen wiedergefunden. Die Ruder und das Steuer waren zertrümmert, die Segel zerfetzt und der Laderaum bis oben hin mit Wasser gefüllt. Im Nachhinein stellte man fest, dass zu der fraglichen Zeit schwere Stürme in dem Gebiet wüteten.

Segelschiff in einem nächtlichen Gewitter

Plötzliche Gewitter sind keine Seltenheit

Der Golfstrom ist Schuld

Mit ein Grund dafür, warum sich so viele Mythen um das Bermudadreieck gebildet haben, ist der Umstand, dass nur selten Wrackteile der verunglückten Schiffe gefunden werden. Ursache dafür könnte der Golfstrom sein. Die warme, sehr schnelle Meeresströmung kommt aus der Meerenge von Florida und fließt anschließend entlang der amerikanischen Ostküste gen Norden.

Durch ihn könnten die Wrackteile eines Schiffs innerhalb kürzester Zeit weit verstreut oder abgetrieben werden. Später sinken sie dann irgendwo im Atlantik auf den Meeresgrund und sind somit endgültig verschwunden.

Autoren: Franziska Coesfeld/Tobias Aufmkolk

Stand: 21.04.2017, 15:00

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