Adel heute

Königin Maxima mit einem Megaphon

Geschichte des Adels

Adel heute

Das Jahr 1918 markiert für die Monarchie in Deutschland einen Wendepunkt. Der Kaiser dankte ab, und auch für den deutschen Adel brach eine neue Ära an. Die Macht im Staat musste der Adel abgeben, seinen Besitz konnte er zunächst jedoch weitgehend behalten. Mit dem Zweiten Weltkrieg verlor der Adel endgültig seinen politischen Einfluss und zum Teil auch den Besitz.


Alltag und Standesbewusstsein

Besonders schwer traf es dabei den früher mächtigen Ostadel. Er wurde enteignet und von den Landgütern vertrieben. Nicht wenige Adelige verloren ihr Leben. Viele flohen zu Verwandten in den Westen. Heute gehen die meisten Ostadeligen bürgerlichen Berufen nach.

Adelige im Süden und Westen dagegen, die ihren Grundbesitz behalten hatten, sichern ihren Lebensunterhalt durch Land- und Forstwirtschaft und Weinbau.

Das gesellschaftliche Leben vieler Blaublüter findet nach wie vor in engen abgegrenzten Zirkeln, Adelsvereinigungen und Adelsorganisationen statt. Denn das Standesbewusstsein, das Wissen um Geschichte und Herkunft der Familie wird nach wie vor sorgfältig gepflegt.

Der britische Prinz William

Der britische Prinz William

König & Co in den Klatschspalten

Wer ist nicht gerne dabei, wenn bei Königs mal wieder eine prächtige Hochzeit inszeniert wird? Und königliche Nachkommen im heiratsfähigen Alter gab und gibt es in den letzten Jahren in Hülle und Fülle. Besonders attraktiv für die Regenbogenpresse sind dabei die Hochzeiten, bei denen sich eben nicht gleich mit gleich vermählt.

Wie langweilig wäre es gewesen, wenn Kronprinz Haakon von Norwegen eine Dame aus dem europäischen Hochadel zur Frau genommen hätte. Stattdessen ehelichte er das Partygirl Mette-Marit, eine alleinerziehende Mutter mit zweifelhafter Vergangenheit.

Seine Schwester Märtha Louise füllte schon vor ihrer Verlobung mit einem Autor von zweifelhaftem Ruf die Klatschspalten.

In den Niederlanden sorgte die Trauung von Willem-Alexander und der Argentinierin Máxima für Schlagzeilen. Ihr Vater war während der Militärdiktatur Staatssekretär und Landwirtschaftsminister und in dieser Funktion mitverantwortlich für Menschenrechtsverletzungen und Morde.

Ein starker Tobak für die liberalen Niederländer, der nur durch den entwaffnenden Charme der Braut wettgemacht werden konnte.

Felipe von Spanien und Letizia

Futter für den Boulevard: Felipe von Spanien und seine Letizia

Immer wieder Monaco

Immer wieder gern gelesen werden die Geschichten aus dem Steuerparadies Monaco. Die kapriziösen Geschwister sorgten jahrelang – zum Leidwesen des im April 2005 verstorbenen Fürsten Rainier – immer wieder für neue Schlagzeilen.

Viele Reporter sahen schon Claudia Schiffer, das blonde Topmodel aus Deutschland, an der Seite von Thronfolger Albert als neue Fürstin auf dem Thron. Letztlich heiratete der Prinz im Juli 2011 die südafrikanische Schwimmerin Charlène Wittstock.

Alberts Schwestern Caroline und Stephanie haben ihrem Vater durch unstandesgemäße Verbindungen, Scheidungen und andere Kapriolen Kummer gemacht.

Der monegassische Fürst Rainier mit seinen Töchtern Caroline und Stephanie

Fürst Rainier mit seinen Töchtern Caroline und Stephanie

Die Liste der Adligen, die gut für Auflage und Einschaltquoten sind, lässt sich beliebig verlängern. Der Stoff geht niemals aus. Die Protagonisten der Klatschreporter scheinen ständig nachzuwachsen.

Unauffällig: der deutsche Adel

Der deutsche Adel tritt eher leise auf. Das liegt auch an der Staatsform der Bundesrepublik. Hier gibt es keine Thronreden, und die Gesetze werden in Deutschland vom Bundespräsidenten ausgefertigt.

Der Adel ist damit frei von staatlichen Repräsentationsaufgaben. Die deutschen Häuser rücken meist dann in die Schlagzeilen, wenn sie im großen Stil Tafelsilber und Gemälde verscherbeln.

Paparazzis auf Adeligenjagd hatten vor allem nach der Wiedervereinigung in der Hauptstadt viel zu tun. Maja Prinzessin von Hohenzollern, Alexander von Bismarck, Erbprinz Karl Friedrich von Hohenzollern waren die Namen der Berliner Society.

Die feine Berliner Gesellschaft schmückt sich auch heute noch vereinzelt mit blaublütigen Freunden. Die junge Generation der Adeligen trifft man inzwischen aber eher in angesagten Clubs in London oder auf Mallorca.

Maja von Hohenzollern

Teil der Berliner Society: Maja von Hohenzollern

Die feinsten Fäden der Berliner Gesellschaft spinnt jedoch bis heute immer noch eine Adelige: Isa Gräfin von Hardenberg. Seit Anfang der neunziger Jahre stellt die Eventmanagerin in ihrer Agentur "Hardenberg Concept" die erfolgreichsten Gästelisten zusammen.

Autorin: Christine Rolzhäuser

Stand: 06.12.2017, 16:02

Darstellung: