Kinderprostitution

Kinderprostitution in Thailand 06:00 Min. Verfügbar bis 30.12.2099

Kinderarbeit

Kinderprostitution

Von Ulla Rehbein

Nach Schätzungen von Unicef, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, werden weltweit jedes Jahr mehr als eine Million Kinder in die Prostitution gezwungen. Die Dunkelziffer der sexuellen Kinderausbeutung ist sehr hoch: Auf jeden bekannten Fall kommen viele, die im Dunkeln liegen. Zu Anzeigen kommt es selten. Die Kinder werden entführt, verkauft, in Bordelle und auf den Strich geschickt und müssen für den Gegenwert weniger Euros Kunden sexuell zur Verfügung stehen.

Die Ursachen

Die Ursachen von Kinderprostitution liegen meist in den wirtschaftlichen und sozialen Problemen vieler Länder. Besonders in den sogenannten Entwicklungsländern führen mangelnde Schul- und Ausbildungsmöglichkeiten, Armut und fehlende Perspektiven für die Kinder zu einem boomenden Markt für die Kinderprostitution.

Viele Kinderprostituierte werden von ihren Eltern verkauft. Das Familieneinkommen reicht nicht, und die Eltern hoffen, durch den Verdienst der Kinder die Situation zu verbessern.

Die Kinderhändler versprechen den Kindern eine Ausbildung oder Arbeit. Manche Eltern glauben das, andere verschließen vor der Wahrheit die Augen, wiederum anderen ist es egal – besonders wenn es sich um Töchter handelt. Mädchen gelten in manchen Kulturen nicht sehr viel.

Von der Diskriminierung ist es kein großer Schritt mehr zur Ausbeutung. Viele Kinderprostituierte kommen auch aus zerbrochenen Familien und waren vorher Straßenkinder. Oft fällt es niemandem auf, wenn sie plötzlich nicht mehr da sind.

Die Kinder

Die Opfer sind Mädchen und Jungen, meist im Alter zwischen 14 und 18 Jahren, zunehmend aber auch jüngere Kinder. Im Zeitalter von Aids sind bei den Freiern perfiderweise die ganz jungen Kinder besonders gefragt, da man sie für frei von Krankheiten hält. Dabei sind gerade die Kleinen oft infiziert, da bei ihnen die Verletzungsgefahr beim Verkehr sehr hoch ist.

In manchen Kulturen wie Südafrika hängen viele Männer dem Irrglauben an, dass der Sex mit einer Jungfrau sie von Aids heilen, verjüngen oder reich machen kann. Dieser Aberglaube führt zu zahlreichen Vergewaltigungen kleiner Mädchen. Viele Kinder werden von ihren Zuhältern gefangen gehalten, gefoltert und drogenabhängig gemacht.

Die Polizei behandelt die Kinder meist wie Kriminelle, Ausstiegsangebote gibt es nur wenige. Ehemalige Kinderprostituierte haben es oft sehr schwer, wieder einen Weg zurück in ein selbstständiges freies Leben zu führen. Die meisten leiden unter dauerhaften körperlichen und seelischen Störungen. Oft werden ihre eigenen Kinder wieder zu Kinderprostituierten.

Die Täter

Die Kinderhändler sind gut organisierte kriminelle Organisationen, die Kinder skrupellos als Ware behandeln. Eine Vielzahl von Menschen ist neben den Zuhältern und Kunden in den Handel eingebunden: Vom Nachtportier des Hotels, der wegsieht, wenn Kinder auf die Zimmer geschickt werden, über Reiseleiter bis hin zu korrupten Polizisten, die sich weigern einzugreifen.

Die Kunden sind fast immer Männer jeglicher Nationalität. Der größte Teil der Täter sind Einheimische, aber im Zuge des Massentourismus kommen auch immer mehr Sextouristen in die jeweiligen Länder.

Zahlungskräftiger als die Einheimischen, kurbeln sie den Markt an und sorgen durch ihre Nachfrage dafür, dass immer mehr Kinder von den Händlern zur Prostitution gezwungen werden.

Durch die Anonymität im Urlaub scheint den Kunden auch die Gefahr einer Verhaftung gering. Besonders diese Sextouristen sehen sich selbst auch gar nicht als Kriminelle. Das Unrechtsbewusstsein ist viel zu schwach ausgeprägt.

Viele Kinderschänder filmen und fotografieren die Kinder während des Missbrauchs und verbreiten diese Bilder im Handel oder über das Internet. Die Kinder erleiden schwere und dauerhafte Schäden an Leib und Seele, die Täter kommen oft ungeschoren davon.

Die sexuelle Ausbeutung von Kindern gehören neben Drogen- und Waffenhandel zu den lukrativsten aller illegalen Geschäfte. Unicef geht davon aus, dass mit Kinderprostitution und Kinderpornografie jährlich mehrere Milliarden Euro umgesetzt werden.

Das Plakat zeigt einen gezeichneten, weinenden Engel. Er hat als Flügel zwei Federn. Eine Feder ist abgeknickt. Darüber der Schriftzug 'Sextourismus bricht Kinderseelen'.

Plakat von Missio: Sextourismus bricht Kinderseelen

Stand: 26.11.2019, 09:53

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