Wissensfragen zu den Scholls

Grabsteine der Geschwister Scholl: Unterhalb der Inschriften liegt eine weiße Rose.

Weiße Rose

Wissensfragen zu den Scholls

Hat Sophie Scholl aktiv in der NS-Jugendorganisation "Bund deutscher Mädel" (BDM) mitgearbeitet?

Zu Beginn des Nazi-Regimes war Sophie Scholl aktives Mitglied des BDM. Anfänglich war sie vom Nationalsozialismus durchaus begeistert. Sie trat dem Bund Deutscher Mädel bei und wurde dort sogar Gruppenführerin. Die gemeinsamen Ausflüge, die Heimatliebe und die Gemeinschaft sprachen sie an.

Weniger die Mahnungen des Vaters, der Hitler mit dem Rattenfänger von Hameln gleichsetzte, sondern Einschnitte in persönliche Freiheitsrechte ließen die Zwölfjährige dann auf Abstand zum Nationalsozialismus gehen. So gab es ein Verbot, ausländische Lieder zu singen, selbstgenähte Fahnen zu verwenden oder Stefan Zweigs "Sternstunden der Menschheit" zu lesen.

Diese Erfahrungen und ein tiefempfundenes Christentum ließen Sophie Scholl schon sehr bald zu einer couragierten Gegnerin des NS-Regimes werden.

Woher stammt der Name "Weiße Rose"?

Der Name "Weiße Rose" stand als Überschrift über den Flugblättern und wurde so zum Namen der Gruppe. Von der Gestapo gefragt, wie er denn darauf gekommen sei, antwortete Hans Scholl laut Protokoll: "Ich ging von der Voraussetzung aus, daß in einer schlagkräftigen Propaganda gewisse feste Begriffe da sein müssen, die an und für sich nichts besagen, einen guten Klang haben, hinter denen aber ein Programm steht. Es kann sein, dass ich gefühlsmäßig diesen Namen gewählt habe, weil ich damals unmittelbar unter dem Eindruck der spanischen Romanzen von Brentano 'Die Rosa Blanca' gestanden habe."

Diese Hinweise auf die Ursprünge des Namens konnten nicht eindeutig entschlüsselt werden. Entweder das Protokoll ist fehlerhaft und aus Clemens Brentanos in Italien angesiedelten "Romanzen vom Rosenkranz" wurden "spanische Romanzen" oder Hans Scholl führte die Gestapo absichtlich in die Irre.

Wenn er über die wahren Überlegungen zu der Überschrift für die Flugblätter gesprochen hätte, hätte er der Gestapo möglicherweise weitere Indizien gegen mitbeteiligte Freunde in die Hand gegeben.

Nach einer anderen Interpretation wiederum bezieht sich der Name auf den Roman "Die Weiße Rose" (1929) von B. Traven. Hans Scholl soll Travens Werk gekannt und geschätzt haben. In dem Roman geht es um den Kampf mit ungleichen Mitteln um die mexikanische Indianerfarm "Rosa Blanca".

Autorin: Sabine Kaufmann

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Stand: 09.05.2018, 10:00

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