Albrecht von Wallenstein

Gemälde: Albrecht von Wallenstein

Der Dreißigjährige Krieg

Albrecht von Wallenstein

Ein bedeutender Feldherr, Günstling des Kaisers, mächtigster Mann im Reich, Hochverräter und schließlich Opfer eines Attentats. Das dramatische Leben Albrecht von Wallensteins war ein dankbarer Stoff für Literaten, allen voran für Friedrich Schiller.

Ein Machtmensch mit ökonomischem Verstand

Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, so Wallensteins eigentlicher Name, stammt aus einem alten böhmischen Adelsgeschlecht und wird am 24. September 1583 in Hermanitz geboren. Schon im Alter von elf Jahren ist er Vollwaise. Sein Vormund wird ein Schwager seiner Mutter.

Er genießt eine lutherische Erziehung in Goldberg und Altdorf, konvertiert zum katholischen Glauben und macht Karriere in der kaiserlichen Armee. Zwei vorteilhafte Heiraten verhelfen ihm zu Reichtum.

Zur damaligen Zeit ist es üblich, sich ein Horoskop erstellen zu lassen. Wallenstein lässt seines von Johannes Kepler verfassen, dem Hofmathematiker und Leiter der kaiserlichen Sternenwarte. Kepler beschreibt Wallenstein als unbarmherzigen Machtmenschen und sagt ihm eine außergewöhnliche Karriere voraus. Das Horoskop enthält aber auch eine Warnung vor dem Jahr 1634. Die Voraussagen sollen sich alle bewahrheiten.

Wallenstein zeichnet sich schon früh als ausgezeichneter Organisator mit hohem ökonomischem Verstand aus. Er weiß die Gunst der Stunde zu nutzen, als Kaiser Ferdinand II. den Aufstand in Böhmen niederschlagen lässt.

Nach seinem Sieg macht sich der Kaiser daran, das Land umzuverteilen. Er nimmt es den Protestanten und verteilt es zu Schleuderpreisen an seine loyalen katholischen Gefolgsleute. Schon hier geht die erste Rechnung Wallensteins auf, der sich stets als getreuer Diener seines Kaisers ausgezeichnet hat.

Er vermehrt durch die Ereignisse in Böhmen seinen Reichtum und erhält unter anderem das Herzogtum Friedland. 1623 wird er in den Fürstenstand erhoben und 1625 zum Herzog ernannt.

Ein genialer Feldherr

Der Kaiser braucht solche treuen Gefolgsleute, und finanzstarke Diener an seiner Seite kann er besonders gebrauchen. Ferdinand II. ist notorisch in Geldnöten und auf finanzielle Hilfe angewiesen.

Als Christian IV. von Dänemark 1625 in den Krieg eintritt, bleibt Ferdinand II. nichts anderes übrig, als das Angebot Wallensteins anzunehmen, ihn mit einer eigenen Armee zu unterstützen.

Und hier beginnt Wallensteins Aufstieg zum erfolgreichsten Kriegsunternehmer seiner Zeit. Der Kaiser ernennt ihn zum Generalissimus und macht ihn zum mächtigsten Mann im Reich.

Wallenstein ist ein skrupelloser Heerführer. Er erhebt eine Kriegssteuer: Die Bewohner des Territoriums, in dem sich die Armee gerade befindet, werden zur Kasse gebeten und müssen die Armee finanzieren. Ein teuflisches System, das anfänglich auch funktioniert, die Bevölkerung aber auspresst wie eine Zitrone.

Wallenstein verdient gut. Er bekommt die besten Leute, weil er am meisten zahlen kann. Mit einer riesigen Armee zieht er in den Krieg gegen Christian IV. von Dänemark und erobert die feindlich besetzten Gebiete wieder zurück. Der Dänenkönig muss sich 1629 geschlagen geben.

Ein Hochverräter mit Friedensambitionen

Die Erfolge Wallensteins stärken seine Machtstellung und rufen natürlich auch Neider auf den Plan. Allen voran Herzog Maximilian von Bayern, den größten Rivalen Wallensteins.

Wallenstein hat aber nicht nur den Konkurrenten im Nacken – seine Machtposition verleitet ihn dazu, den Kaiser seine Überlegenheit spüren zu lassen. Er hat seine eigenen Vorstellungen. Der Kaiser will mehr militärische Aktionen, Wallenstein will seine Soldaten schützen.

Es kommt zu ständig wachsenden Konflikten zwischen der kaiserlichen Regierung und dem Hauptquartier Wallensteins, die letztlich zu Wallensteins Entlassung im Jahre 1630 führen. Auf dem Reichstag zu Regensburg überzeugen die deutschen Fürsten den Kaiser, Wallenstein als Oberbefehlshaber abzusetzen.

Es dauert jedoch nicht lange, bis Wallenstein wieder zurückkehrt. Gustav II. Adolf von Schweden betritt die Bühne und der Kaiser traut nur einem zu, ihn zu besiegen, nämlich Wallenstein. So ernennt er ihn wieder zum Oberbefehlshaber und Wallenstein zieht gegen den Schwedenkönig ins Feld.

Gustav Adolf fällt in der Schlacht bei Lützen 1632. Und wieder kommt es zum Konflikt. Der Kaiser will weiter Krieg, Wallenstein will Frieden und soll angeblich heimlich Kontakt zu den Schweden aufgenommen haben, um den Frieden zu verhandeln.

Der Kaiser lässt seinen Generalissimus fallen. Wallenstein wird des Hochverrats angeklagt und am 16. Februar 1634 in Eger von kaisertreuen Offizieren ermordet.

Gemälde: Die Schlacht bei Lützen

Die Schlacht bei Lützen

Autor: Horst Basting

Stand: 30.05.2018, 15:00

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