Körpersprache in Gesprächen

Ein junges Pärchen steht mit verschränkten Armen an der Wand.

Körpersprache

Körpersprache in Gesprächen

Was ist ein erfolgreiches Gespräch? Wenn wir uns verstanden haben und alle sich am Ende wohl fühlen. Wenn der Vertrag unterschrieben wird, wir den Job bekommen haben oder gemeinsam ein Problem gelöst wurde. Und warum ist das oft nicht so? Natürlich gibt es viele Gründe, aber prüfen Sie doch einmal, ob die Körpersprache stimmt.


Du interessierst mich – die Körperhaltung

Verschränkte Arme, übereinander geschlagene Beine, im Stuhl zurückgelehnt, den Kopf leicht zurückgeneigt – mit dieser Haltung können wir jedes Gespräch ersticken. Die Signale sind eindeutig: Ich lehne dich ab und zweifle alles an, was du sagst.

Wenn wir wirklich reden möchten, sollte unsere Körperhaltung zum Austausch einladen. Die Glieder möglichst nicht verknoten, Hände und Gesicht nicht verkrampfen. Wer noch stärkere Signale setzen will, kann sich interessiert vorbeugen und den Anderen offen anblicken.

Komm zu mir! Geh von mir! – der Abstand

Wenn wir jemandem zu nahe treten, fühlt er oder sie sich bedroht. Sind wir zu weit weg, fühlt sie sich vielleicht nicht genug beachtet.

Bei zwischenmenschlichen Begegnungen wählen wir instinktiv einen bestimmten Abstand, in dem wir uns wohl fühlen – je nachdem, ob wir mit guten Freunden reden, mit der Geschäftspartnerin diskutieren oder einem Redner lauschen.

Doch das Bedürfnis nach Nähe oder Distanz ist nicht bei allen Menschen gleich. Es gibt persönliche, aber auch kulturelle Unterschiede.

In Europa empfinden viele den Abstand von einer Armeslänge bei alltäglichen Gesprächen als angenehm. Japaner wählen eine größere Entfernung, Araber möchten lieber etwas näher kommen. Sie nehmen gern den Körpergeruch ihres Gesprächspartners wahr.

Diese wenigen Zentimeter entscheiden über das Wohlgefühl und nicht selten über Erfolg oder Misserfolg der Begegnung. Wer es in einer solchen Situation schafft, sich auf eine ungewohnte Distanz einzulassen, kann vielleicht das Gespräch zum Erfolg führen.

Drei Freundinnen lachen.

Je mehr wir einander mögen, desto näher wollen wir uns sein

Gemeinsamer Horizont – die gleiche Augenhöhe

Kaiser und Könige zeigten, wie es nicht geht: Sie saßen auf einem erhöhten Thron, um zu demonstrieren, dass sie gottgleich über ihren Untertanen stehen. Ein gleichberechtigtes Gespräch ist nicht erwünscht. Wenn dagegen erfahrene Pädagogen mit Kindern sprechen, gehen sie in die Hocke, um auf gleicher Höhe zu sein.

Da Menschen unterschiedlich groß sind, sollte man im Gespräch darauf achten, dass keiner zum anderen aufschauen muss. Im Fernsehstudio hilft man sich mit Podesten für die kleinere Person. Im Alltag muss der oder die Größere die Initiative ergreifen, um die gleiche Augenhöhe herzustellen.

Wir können uns gemeinsam hinsetzen oder beim Plausch mit dem Nachbarn eine Treppenstufe hinabsteigen. Der andere wird es kaum bemerken, aber unser Gespräch wird wahrscheinlich erfolgreicher.

Jetzt mach aber mal Pause! – der Sprecherwechsel

In einem idealen Gespräch wechseln harmonisch die Redebeiträge und jeder findet Gehör. Aber leider kann es passieren, dass wir nicht zu Worte kommen, ständig unterbrochen werden, oder umgekehrt das Gefühl haben, mit einem schweigsamen Stockfisch zu sprechen.

Das kann am Charakter der Beteiligten liegen, aber auch an unterschiedlichen Vorstellungen von nonverbalen Gesprächsregeln. Es gibt nämlich eine Reihe von Körpersignalen, durch die wir Gespräche regulieren.

An erster Stelle steht die Redepause. Schweigt ein Sprecher eine bestimmte Zeit, fühlen wir uns irgendwann berechtigt, nun selbst das Wort zu ergreifen. Wann das ist, entscheidet unsere Intuition, unsere Erziehung und unser kultureller Hintergrund.

Dabei gibt es Unterschiede und infolgedessen Missverständnisse. In der Türkei zum Beispiel kann jeder lange und ausgiebig mit vielen Pausen erzählen, ohne unterbrochen zu werden. In Amerika darf eine Redepause nicht länger als sechs Sekunden sein, sonst beginnt möglicherweise jemand anders zu reden. Längeres Schweigen wird als peinlich empfunden.

Weil es nur sehr schwer ist, sich gegen die eigenen Gewohnheiten zu verhalten, sollte man sehr genau auf weitere Signale achten. Wenn jemand sich zum Beispiel vorbeugt oder hörbar die Luft einzieht, kann es sein, dass er oder sie etwas sagen möchte.

Wenn jemand nicht aufhört zu reden, uns aber gelegentlich fragende Blicke zuwirft, kann es sein, dass er oder sie auf unseren Einsatz wartet. Das körpersprachliche Ping-Pong in einem Gespräch ist manchmal schwer zu durchschauen. Damit es gelingt, sollten wir uns mit Aufmerksamkeit, Geduld und Beharrlichkeit wappnen.

Zwei Männer reden miteinander.

Entspannte Unterhaltung unter Freunden

Autorin: Julia Lohrmann

Weiterführende Infos

Stand: 13.11.2018, 10:45

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