Kopfläuse

Kopflaus unter dem Mikroskop.

Hygiene

Kopfläuse

Es krabbelt und wuselt in den Haaren herum. Dann fängt die Kopfhaut an zu brennen. Die Diagnose will kaum jemand wahrhaben: Kopfläuse. Die meisten Deutschen glauben, dass die Parasiten seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ausgerottet seien. Doch weit gefehlt. Sie treten immer wieder auf, in manchen Jahren werden sie zu einer regelrechten Plage.


Haare waschen schützt nicht

Es ist ein Irrglaube, dass Sauberkeit, einwandfreie Hygiene und häufiges Haare waschen vor Kopfläusen schützt. Die Parasiten werden von Mensch zu Mensch beziehungsweise von Kopf zu Kopf übertragen. Vor allem in den Wintermonaten, wenn Mützen und Kapuzen in Schulen und Kindergärten übereinander hängen, haben es die Krabbeltiere leicht, neue Opfer zu finden.

Die meisten Menschen sehen den Parasitenbefall als Schande an, weil sie denken, Dreck und mangelnde Hygiene wären die Ursache. Daher verschweigen sie häufig einen Befall mit Kopfläusen, tragen damit aber dazu bei, dass sich noch mehr Menschen die lästigen Tiere zuziehen.

Dabei ist es gerade wichtig alle Personen, mit denen man in Kontakt kommt, über die Läuseplage zu informieren. Kindergarten, Schule, Sportverein – man sollte dafür sorgen, dass man die Plage nicht weiterträgt.

Nicht schädlich, aber lästig

Kopfläuse sind glücklicherweise nicht schädlich. Das ändert nichts daran, dass sie furchtbar lästig sind. Vor allem ist es ein langwieriger Prozess, sie wieder loszuwerden.

Es ist gar nicht so einfach, den Läusebefall zu entdecken. Zwar juckt die Kopfhaut und man muss sich häufig kratzen, doch eine lebende Laus sieht man selten. Sichtbar sind dagegen die Eier der Läuse, die sogenannten Nissen. Sie kleben wie Tautropfen an den Haaren. Weil sie eine regelmäßige Form haben, sind sie kaum mit Schuppen zu verwechseln.

Hat man den Befall entdeckt, sollte sofort gehandelt werden. In der Apotheke gibt es verschiedene Sprays oder Shampoos, mit denen man den Krabbeltieren zu Leibe rücken kann.

Von einer Eigenbehandlung mit Mitteln, die nicht für Menschen gedacht sind, sollte man unbedingt absehen. Insektizide oder Insektensprays schaden nur der Gesundheit.

Mikroskopisch vergrößerte Kopfläuse, die auf Haaren rumklettern.

Nissen und Läuse im Haar

Gründliches Entfernen muss sein

Mit dem Auswaschen der Läuse ist es leider nicht getan, denn die Eier überleben die Behandlung. Werden sie nicht beseitigt, schlüpfen kurze Zeit später neue Läuse und die Plage beginnt von vorn.

Die Nissen, die in den Haaren kleben, müssen von Hand beseitigt werden. Zwar gibt es Läusekämme, die das Auskämmen erleichtern sollen. Sie schaffen es jedoch nicht, alle Läuseeier zu beseitigen.

Es bleibt also nichts anderes übrig, als die Haare Strähne für Strähne zu untersuchen und die Nissen mit den Fingern zu entfernen. Am besten macht das natürlich eine andere Person. Wer nicht ganz sicher ist und Sorge hat, die Eier zu übersehen, sollte lieber zum Arzt gehen und sich behandeln lassen.

Erneutem Befall vorbeugen

Alle Personen, die Kontakt zu einem Menschen mit Lausbefall hatten, sollten sich ebenfalls gründlich untersuchen. Und zwar nicht nur einmal. Bis man ganz sicher ist, keine Läuse auf dem Kopf zu tragen, ist die tägliche Kontrolle ein Muss. Darüber hinaus müssen Kämme, Kleider, Bettzeug, Schmusetiere und Polstermöbel ebenfalls gereinigt werden.

Alles Waschbare kann bei 60 Grad in die Waschmaschine. Was diese Temperaturen nicht übersteht, verstaut man am besten für vier Wochen in fest verschlossenen Plastiksäcken.

Kämme und Bürsten kann man für ungefähr zehn Minuten in heißes Wasser legen und so von den Parasiten befreien. Polstermöbel muss man absaugen oder abbürsten und regelmäßig kontrollieren.

Eine Mutter sucht die Haare ihrer Tochter nach Läusen ab.

Genaue Kontrolle ist wichtig

Autorin: Melanie Wieland

Stand: 18.09.2017, 14:43

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