Wie reagiert der Körper auf Hitze?

Hitze-Experimente in der Sauna Planet Wissen 28.11.2019 07:34 Min. Verfügbar bis 28.11.2024 WDR Von Verena Ziegler

Sommerstress

Wie reagiert der Körper auf Hitze?

Von Pia Grzesiak

Erst als es Wasser auf der Erde gab, konnte sich Leben auf unserem Planeten entwickeln. Der menschliche Körper hat sich im steten Zusammenspiel mit diesem Lebenselement entwickelt und ist dementsprechend ideal daran angepasst. Ohne das lebenswichtige Nass würde ein Mensch nur wenige Tage überleben.
Wasser macht zwei Drittel unseres Körpergewichtes aus. Jede einzelne Zelle enthält Wasser und ist von Wasser umgeben. Unser Blut, die Muskeln, die Haut und selbst die Knochen bestehen zu mehr oder weniger großen Anteilen daraus.

Ohne Wasser läuft im Körper gar nichts

Als Bestandteil verschiedener Körperflüssigkeiten gelangt Wasser im Körper überall hin und sorgt so für die Verteilung von Nährstoffen und Salzen. Es gewährleistet die Funktion der Organe und ist maßgeblich an unserer Wärmeregulation beteiligt.

Die Flüssigkeit, die der Körper verliert, muss daher unbedingt ersetzt werden. Eineinhalb bis zwei Liter sollte jeder Erwachsene mindestens am Tag trinken, bei großer Anstrengung oder Hitze entsprechend mehr. Neben der reinen Flüssigkeit nehmen wir über das Wasser lebenswichtige Mineralien und Salze auf.

Eine Frau trinkt Wasser aus einer Flasche

Bei Hitze noch wichtiger: ausreichend trinken

Schweiß – die körpereigene Kühlflüssigkeit

Hitze und Anstrengung bringen uns zum Schwitzen. Auch wenn der eigene Körpersaft unangenehm riechen kann, er hat eine lebenswichtige, unverzichtbare Funktion.

Sobald es im Körperinneren über 37 Grad Celsius warm wird, weiten sich die Blutgefäße. Sie vergrößern ihre Oberfläche, um möglichst viel Wärme abgeben zu können. Wasser wird dabei aus dem Blut über die Schweißdrüsen aus dem Körper gepumpt.

Auf der Hautoberfläche verdunstet der Schweiß. Dabei entsteht Verdunstungskälte, die es dem Körper ermöglicht, sich abzukühlen. Schweiß besteht zu 99 Prozent aus Wasser, ungefähr einem Prozent Kochsalz (NaCl) sowie anderen für die Körperfunktionen wichtigen Mineralien. Diese müssen, ebenso wie die mit dem Schweiß verloren gegangene Flüssigkeit, ständig über Nahrung und Wasser ersetzt werden.

Schweiß an sich ist übrigens geruchlos. Erst wenn Bakterien ihn an der Luft zersetzen, nimmt er den unangenehm säuerlichen Geruch an.

Schweißtropfen auf Haut

Schweiß kühlt den Körper ab

Wenn der Körper überhitzt

Überanstrengung oder extrem feuchte Hitze können das körpereigene Kühlsystem überfordern. Bei hoher Luftfeuchtigkeit nimmt die Umgebung zudem keinen Schweiß mehr auf. Die Folge: Hitzestau im Körper. Die Blutgefäße weiten sich noch mehr. Das Herz fängt an zu rasen, um den sinkenden Blutdruck abzufangen.

Wird die Anstrengung dem Herzen zu viel, kann der Kreislauf versagen. Das Gehirn wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Kopfweh, Schwindel oder sogar Ohnmacht sind Anzeichen für solch einen Hitzekollaps. Hohes Fieber, Ohnmacht und heiße, trockene Haut zeugen von einem Hitzeschlag und dem vollständigen Zusammenbruch der Thermoregulation.

Symbolbild Schwindel: Verschwommenes Gesicht einer Frau

Schwindel und Kopfschmerzen deuten auf einen Sonnenstich hin

Stand: 07.11.2019, 14:00

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