GSG 9 – Der Weg in die Eliteeinheit

Drei bewaffnete GSG9-Anwärter stehen bewaffnet hintereinander.

Die deutsche Polizei

GSG 9 – Der Weg in die Eliteeinheit

Die GSG 9 ist eine Spezialeinheit der deutschen Bundespolizei. Sie wird bei Geiselnahmen und Terroranschlägen und zur Bombenentschärfung eingesetzt. Gegründet wurde sie 1972 als Grenzschutzgruppe (GSG) 9 nach der Geiselnahme bei den Olympischen Spielen von München.
Bewerben kann sich bei der GSG 9 nur, wer bereits Polizist ist. Die Ausbildung zum mittleren oder gehobenen Dienst muss also schon abgeschlossen sein. Trotzdem dürfen die Bewerber nicht älter als 32 Jahre sein.

Vier Tage lang auf die Probe gestellt

Wer die Voraussetzungen auf dem Papier erfüllt, kann sich zur Teilnahme am Eignungsauswahlverfahren bewerben. Zunächst stellt ein Arzt fest, ob der Bewerber gesundheitlich für den Dienst bei der GSG 9 geeignet ist.

Die Vorgaben sind strikt: Eine Brille ist bereits ein Ausschlusskriterium. Wer aus medizinischer Sicht als geeignet eingestuft wird, darf zum viertägigen Eignungstest im nordrhein-westfälischen Sankt Augustin antreten.

Geprüft wird unter anderem: Wie gut arbeitet der Bewerber im Team? Wie reagiert er unter Stress? Wie gefestigt ist seine Persönlichkeit? Das psychologische Profil setzt sich aus schriftlichen Tests, Gesprächen und der Verhaltensweise während der Prüfungen zusammen. Die Psychologen schauen ganz genau hin.

Gesucht werden keine "Rambo-Typen", sondern Bewerber, die in sich selbst ruhen und auch die intellektuelle Basis mitbringen, komplizierte Taktiken und Strategien zu verstehen und umzusetzen.

Der zweite Part besteht aus der Überprüfung der körperlichen Belastbarkeit. Ein ambitioniertes Programm:

  • Erbringung der Leistungen des deutschen Sportabzeichens innerhalb eines Tages
  • Mindestens sieben Klimmzüge
  • Mindestens fünf Wiederholungen mit 75 Prozent des eigenen Körpergewichtes (mindestens 50 Kilogramm) in der Disziplin Bankdrücken
  • Bewältigung einer Hindernisbahn und eines Geschicklichkeitsparcours
  • Umgang mit der Dienstwaffe und Überprüfung der Schießfertigkeit

Kein Abenteuerspielplatz, sondern hartes Training

Fällt die Gesamtbeurteilung positiv aus, folgt die Teilnahme an der Basis- und Spezialausbildung. Schießen, Einsatztraining, taktisches Vorgehen und das Führen verschiedener Fahrzeuge stehen jetzt auf dem Lehrplan.

Die körperliche Leistungsfähigkeit wird in unterschiedlichen Disziplinen immer weiter gesteigert. Das bedeutet, in den kommenden Monaten müssen die eigenen Grenzen ständig aufs Neue überschritten werden.

Als Teil eines Teams lernen die GSG-9-Anwärter polizeiliche Einsätze in Gebäuden, in Zügen, Flugzeugen und auf Schiffen zu bewältigen.

GSG-9-Anwärter seilt sich an einer Hauswand ab mit einer Waffe in der Hand.

GSG-9-Anwärter müssen hart trainieren

Nur wenige beenden die Ausbildung

Nach zehn Monaten und erfolgreich bestandener Ausbildung wird den Beamten das Tätigkeitsabzeichen verliehen. Die harte Auslese überstehen im Durchschnitt nur etwa fünf bis zehn Prozent der Bewerber.

Nach dem Wechsel in die Einsatzeinheiten erhalten die frisch gebackenen GSG-9-Beamten dann eine zusätzliche Spezialisierung als Präzisionsschützen, Taucher, Bootsführer oder Fallschirmspringer. Eine körperlich anspruchsvolle Aufgabe unter nervlich großem Druck. Mit 45 Jahren ist daher Schluss in den Einsatzeinheiten.

Autorinnen: Andrea Wieland/Andrea Wengel

Stand: 24.07.2018, 11:00

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