Blasinstrumente

Ein Symbolfoto einer Trompete mit Bewegungsunschärfe.

Musik

Blasinstrumente

Musiker, die mit Luft Töne machen, können weitaus mehr, als uns nur den "Marsch blasen". Spitzensolisten zeigen, dass die Welt der Blasinstrumente äußerst vielfältig ist.
Von der Militärmusik über Klassik bis zum Jazz: Immer wieder haben neue Erfindungen der Instrumentenbauer die Musikstile beeinflusst. Doch es gibt auch Könner, die traditionelle Instrumente neu erfinden.

Blechblasinstrumente nicht immer aus Blech

Die meisten Blechblasinstrumente wie Trompete, Posaune oder Tuba werden zwar aus Blech gefertigt. Aber es gibt auch traditionelle Vertreter dieser Gattung wie das Alphorn, das üblicherweise einschließlich Mundstück aus Holz besteht. Entscheidend ist die Klangerzeugung.

Blechbläser pressen ihren Mund an das kesselförmige Mundstück und bringen so die Lippen durch mehr oder weniger starkes Anspannen zum Schwingen. Dadurch entsteht eine Folge vom Luftstößen, die in ins Innere des röhrenförmigen Instruments geleitet werden.

Schwingen die Lippen langsam, ist der erzeugte Ton tief, schwingen die Lippen schnell, ist der Ton hoch. Die Trompetenröhre mit dem Schalltrichter verstärkt den Klang.

Ein Mann spielt das Musikinstrument Posaune

Ein Ventil leitet die Luft um

Die Schlauchtrompete

Wer sich selber als Trompeter versuchen möchte, braucht nur ein Mundstück, ein Stück Gartenschlauch – Innendurchmesser zehn Millimeter, Länge zirka 160 Zentimeter – und einen Haushaltstrichter. Allerdings lassen sich auf der Schlauchtrompete nur bestimmte Töne spielen: die so genannten Naturtöne, das sind ganzzahlige Vielfache eines Grundtons.

Erst mit Ventilen chromatisch

Genau wie die Schlauchtrompete besaßen die frühen Trompeten noch keine Ventile. Die Melodien beruhten auf wenigen spielbaren Naturtönen. Im Mittelalter wurde die Trompete vorwiegend von fahrenden Spielleuten benutzt, um zusammen mit Schalmeien und Trommeln Tanzmusik zu machen.

Erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts hielt die Trompete Einzug bei Hofe und diente neben der Unterhaltung vor allem als Signalinstrument bei repräsentativen Anlässen und im Krieg.

Dank seiner Lautstärke war eine Verständigung über große Entfernungen möglich. So riefen Trompetensignale die Soldaten zum Angriff oder läuteten mit dem Zapfenstreich die Nachtruhe ein. Noch bis ins Barock hatte die Trompete die Form eines konischen Rohres und musste ohne Ventile auskommen.

Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts kamen findige Instrumentenbauer darauf, die Trompete mit verschieden langen gebogenen Rohren zu versehen, die sich durch Ventile umschalten lassen.

Drückt der Musiker ein Ventil, wird die Luft in eine Verlängerung geleitet. Durch die längere Luftsäule entsteht ein anderer Ton. Eine moderne Konzerttrompete hat normalerweise drei Ventile. Dadurch kann man chromatisch spielen, also alle Töne der zwölfstufigen Tonskala.

Sinfonieorchester und Bigband

Blechblasinstrumente mit ihrem strahlenden Klang sind in der Klassik ebenso gefragt wie im Jazz und in der Unterhaltungsmusik. Ob Sinfonieorchester oder Bigband: Zum Hörerlebnis wird Musik erst im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten, in der Mischung der Klangfarben. So verleiht die Kombination verschiedener Holz- und Blechblasinstrumente einer Bigband ihren typischen Sound.

Autor: Hans-Jürgen von der Burchard

Stand: 06.06.2018, 14:00

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