Entwicklung des Försterberufs

Zwei Förster beobachten auf einem Feuerüberwachungsturm den Wald

Förster

Entwicklung des Försterberufs

Von Christian Jakob

Um eine Stelle als Revierförster zu bekommen, ist eine intensive und breit gefächerte Ausbildung notwendig. Das sollte jedoch niemanden abschrecken, sagen die Förster – schließlich sei ihr Beruf ein Traumjob mit einer großen Tradition.

Historischer Rückblick

Die Wurzeln des Försterberufs reichen weit zurück, bis ins Mittelalter. Die Vorläufer des Försters waren die sogenannten Waldhüter. Sie hatten eine Art polizeiliche Funktion und sollten zum Beispiel Holzdiebstähle verhindern.

Parallel dazu gab es an den mittelalterlichen Höfen das jagdliche Personal – mit der Aufgabe, sich um die höfische Jagd zu kümmern. Sie waren ebenfalls Vorläufer des heutigen Förster und eigneten sich im Laufe der Jahrhunderte immer mehr forstliches Wissen an.

Vor rund 250 Jahren schließlich entwickelten sich Waldhüter einerseits und jagdliches Personal andererseits zum sogenannten "holzgerechten Jäger" – die direkte Vorstufe des heutigen Försters.

Ausbildung heute

Es gibt heute im Wesentlichen zwei Ausbildungswege. Der eine führt über die Ausbildung zum Forstwissenschaftler an der Universität. Absolventen eines solchen Studiums können in den höheren Forstdienst eintreten und zum Beispiel leitende Positionen in den Forstämtern oder der Verwaltung übernehmen.

Den zweiten Ausbildungsweg bietet die Fachhochschule (FH). Das Studium an der FH mit dem Abschluss als Forstingenieur befähigt zur Aufnahme einer Arbeit als klassischer Revierförster. Im Rahmen des FH-Studiums belegen die Studierenden Fächer wie Botanik, Zoologie, aber auch Biologie, Klimatologie, Vermessungswesen, EDV, Zivil- und Forstrecht.

Viele dieser Bereiche werden bereits im Grundstudium abgedeckt. Im Hauptstudium können sich die Studierenden dann spezialisieren, zum Beispiel auf Fächer wie Internationales Marketing, Betriebswirtschaftslehre oder Naturschutz und Landschaftsmanagement.

Försterinnen

Der Beruf des Försters war über Jahrhunderte eine reine Männerdomäne. Erst seit einigen Jahren gibt es zunehmend auch Försterinnen. 25 bis 30 Prozent der Studierenden an der Fachhochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg zum Beispiel sind Frauen.

Diejenigen von ihnen, die später tatsächlich als Revierförsterinnen arbeiten, werden in der Regel von ihren Mitarbeitern gut akzeptiert. Dennoch ist der Frauenanteil in den Forstberufen noch immer gering. Bei der klassischen Beamtenlaufbahn beträgt er weniger als zehn Prozent.

Frauen in Führungspositionen gibt es laut Bund Deutscher Forstleute weniger als ein Prozent. Um mehr Mädchen und junge Frauen für den Beruf der Försterin zu begeistern und so die Frauenquote zu erhöhen, werden vielerorts Schnupperpraktika, so genannte "Girls' Days" und Infofilme angeboten.

Zukunftsperspektive

Den Revierförster wird es vermutlich immer geben. Allerdings hat sich in den vergangenen Jahren in vielen Bundesländern einiges verändert. Vor allem um Stellen einzusparen, wurden die Forstreviere stark vergrößert.

Es wurden Aufgabenbereiche an günstige Privatfirmen abgegeben, die auf bestimmte Arbeitsschritte spezialisiert sind, aber nicht alle Zusammenhänge im Waldökosystem berücksichtigen. Deshalb reduzieren sie das gestiegene Arbeitspensum des Revierförsters nicht automatisch. Trotz dieser negativen Entwicklung gibt es immer wieder freie Stellen im klassischen Försterberuf.

Wer allerdings nicht in einem klassischen Försterjob unterkommt, kann oft eine Anstellung in der Industrie, Entwicklungshilfe, in Forschungseinrichtungen oder auch in Waldschulen zu bekommen. Gute Forstleute sind also gefragt.

Stand: 28.10.2019, 13:28

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