Heilkräuter

Heilkräuter

Von Baldrian bis Thymian

Beifuß, ein dürres Gewächs mit klitzekleinen Blüten, die wie Kügelchen aussehen.

Der Beifuß (Artemisia vulgaris) war früher die wichtigste Heilpflanze überhaupt. An der "Mutter aller Kräuter" schätzt die Heilkunde bis heute die Spross-Spitzen in der Blütezeit. Beifuß gilt als mild wirkendes Mittel, das die Verdauung und den Gallenfluss anregt. Besonders in der Küche wird er dazu verwendet, fette Speisen bekömmlicher zu machen.

Der Beifuß (Artemisia vulgaris) war früher die wichtigste Heilpflanze überhaupt. An der "Mutter aller Kräuter" schätzt die Heilkunde bis heute die Spross-Spitzen in der Blütezeit. Beifuß gilt als mild wirkendes Mittel, das die Verdauung und den Gallenfluss anregt. Besonders in der Küche wird er dazu verwendet, fette Speisen bekömmlicher zu machen.

Die Kamille (Matricaria recutita) ist eine der ältesten Heilpflanzen überhaupt. Im alten Ägypten verehrte man sie sogar als Blume des Sonnengottes. Die beruhigende und heilende Wirkung der Blüten wird zum einen äußerlich bei Entzündungen der Haut, der Schleimhaut oder des Zahnfleisches angewendet. Innerlich wirkt Kamillentee bei Magen-Darm-Erkrankungen. Verbreitet ist auch das Inhalieren und Spülen.

Das Schöllkraut (Chelidonium majus) war schon in der Antike bekannt. Früher wurde es bei Sehschwäche, Gelbsucht und Hautausschlägen verwendet. Die heutige Heilkunde nutzt das Schöllkraut wegen seine Alkaloide, die einen krampflösenden Effekt auf die Verdauungsorgane haben und den Gallenfluss anregen. Albrecht Dürer soll das Kraut aus Dank gemalt haben, denn das Schöllkraut half ihm bei seinen Leber- und Milzbeschwerden.

Wie der Name schon sagt, hilft Beinwell (Symphytum officinale) dem Wohl der Beine. Äußerlich angewendet regt das Kraut die Durchblutung an und beschleunigt die Zellregeneration. Verstauchungen, Prellungen und blaue Flecke bilden sich rascher zurück. Vor der inneren Anwendung allerdings warnte schon Hildegard von Bingen, denn das "bringt die gesamte Ordnung der Körpersäfte durcheinander".

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) wurde wegen seiner kühlenden, reizlindernden Wirkung schon von den Assyrern in vorantiker Zeit geschätzt. Die Heilkunde verwendet die schmalen, spitzen Blätter – entweder als Tee oder Sirup bei Erkältungskrankheiten sowie Durchfall. Auch bei Insektenstichen und Wunden hilft der Spitzwegerich: zerrieben direkt auflegen.

Schon die Griechen schätzten die Schafgarbe (Achillea millefolium) wegen der blutstillenden Wirkung. Die Heilkunde verwendet die Blätter, aber besonders auch die Blüten, die sehr reich an Wirkstoffen sind. Neben Bitter-, Gerb-, und Mineralstoffen schätzt man auch das ätherische Öl, das krampflösend und entzündungshemmend wirkt. Als Frauenkraut wird es auch bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt.

Seit jeher ist der Salbei (Salvia officinalis) eine beliebte Heilpflanze. Verwendet werden die Blätter, die entzündungshemmend, zusammenziehend und schweißhemmend wirken. Bei Halsentzündungen haben sich Spülungen mit Tee bewährt, gegen übermäßige Schweißausbrüche wird ein stärker dosierter Tee empfohlen. Allerdings sollte man Salbei nicht zu lange ohne Unterbrechung zu sich nehmen.

Die Angelica (Angelica archangelica) gedeiht im Norden, sogar in Grönland kann sie wachsen. Im Mittelalter wurde die Pflanze als Pestwurz verbreitet und sollte vor dem "Schwarzen Tod" schützen. Heute ist die Engelwurz, wie die Angelica auch genannt wird, durch ihre Bitterstoffe als Mittel gegen Reizmagen, Verdauungsschwäche und Appetitlosigkeit anerkannt.

Der Alant (Inula helenium) ist ein altes Heilkraut, das heute fast völlig in Vergessenheit geraten ist. Im Volksmund hieß er auch Kretzwurz oder Darmwurz. Viel weiß man noch nicht über die Inhaltstoffe des Alant, nur dass der Balaststoff Inolin darin enthalten ist. Inolin verbessert die Verdauung und wirkt vorbeugend gegen Darmkrebs und Altersdiabetes.

Die Wurzel des Eibisch (Althaea officinalis) lindert Husten sowie Magen-Darm-Störungen. Die Schleimstoffe wirken reizlindernd und schützen die Schleimhaut. Die Wurzel wird als Tee zubereitet. Dabei muss die Wurzel kalt angesetzt werden und mindestens ein bis zwei Stunden ziehen. Erst nach dem Abseihen wird der Tee leicht erhitzt und langsam getrunken. Werden die Heilstoffe zu sehr erhitzt, verlieren sie ihre Wirkung. Eibisch gehört zu den Malvengewächsen und ist als Wildpflanze bei uns geschützt. Sie darf nicht gesammelt werden.

Die Heilwirkungen der Bibernelle (Pimpinella saxifraga) liegen in der Wurzel. Der Extrakt aus Bibernellwurzeln regt die Schleimbildung bei Bronchitis an und hält das Sekret flüssig. Üblich ist die Zubereitung als Tee oder als Tinktur. Die scharf schmeckende Wurzel wurde früher auch zur Förderung der Verdauung eingesetzt.

Baldrian (Valeriana officinalis) war bereits in der Antike eine geschätzte Arzneipflanze. Die beruhigende Wirkung, die bereits der Klostermedizin bekannt war, wurde im 18. Jahrhundert wiederentdeckt. Bei Unruhe und Einschlafstörungen wird Baldrian heute sehr viel verabreicht, da er weder süchtig macht noch narkotisch wirkt. Baldrian wird gerne mit Melisse und Hopfen gemischt, dies steigert nachweislich die Wirkung und verbessert den Geschmack, denn Baldriantee allein schmeckt nicht jedem.

Die Schlüsselblume (Primula veris) galt früher als Frühlingsbote und war im Volksglauben als Schutz- und Fruchtbarkeitsmittel begehrt. Heute wird die Schlüsselblumenwurzel gegen Erkältungen eingenommen. Die Wirkung des Tees lässt sich durch die Kombination mit Fenchel oder Salbei noch verstärken. Wegen der milden Wirkung ist die Schlüsselblume sehr gut verträglich und auch für Kinder geeignet.

Der stark duftende Thymian (Thymus vulgaris) gehört schon seit 4000 Jahren zu den beliebtesten Gewürz- und Heilpflanzen und wurde schon für die unterschiedlichsten Krankheiten empfohlen. Heute wird der Thymian als sehr wirksames Mittel gegen Husten, Bronchitis und Keuchhusten eingesetzt. Das ätherische Öl Thymol aktiviert die Schleim abtransportierenden Härchen in den Bronchien, löst dadurch Hustenkrämpfe und bekämpft gleichzeitig Viren und Bakterien.

Die große und kleine Brennnessel (Urtica dioica/ urens) hat als Heilpflanze eine lange Tradition. Das aktuelle medizinische Interesse richtet sich vor allem auf die Wurzeln der Brennnessel, die eine entzündungshemmende und entwässernde Wirkung haben und heute bei Prostatabeschwerden eingesetzt werden. Die Blätter werden als Tee gegen Gicht und Rheuma verwendet, in Form von Saft oder Kapseln auch als entgiftende Frühjahrskur.

Stand: 20.09.2018, 11:00 Uhr

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