Hund und Mensch

Ein Wolf und ein Hund laufen nebeneinander

Tier und Mensch

Hund und Mensch

Vor über 30.000 Jahren kam es zu einer ersten Annäherung von Wolf und Mensch. Bei der Suche nach Nahrung und der Jagd auf Beute konnte man voneinander profitieren. Lange prägten jedoch Ehrfurcht, Angst, Misstrauen und Respekt die beiderseitige Beziehung. Erst im Laufe der Zeit domestizierte der Mensch wilde Wölfe zu zahmeren Hunden. Verhaltensforscher versuchen heute herauszufinden, welche Eigenschaften und Verhaltensweisen sich veränderten, wie und warum sich Hunde zu unseren besten und treuesten Freunden entwickelten.


Was verbindet Wolf, Hund und Mensch?

Um die gute Beziehung zwischen Hund und Mensch besser zu verstehen und um das Zusammenleben noch erfolgreicher zu gestalten, untersuchen Verhaltensbiologen nicht nur Intelligenz und Kooperationsverhalten von Hunden, sondern auch von Wölfen.

Wolf und Hund unterscheiden sich nach der Domestikation zwar mittlerweile im Verhalten stark voneinander, aber es gibt immer noch viele Gemeinsamkeiten.

Und es gibt auch einige Parallelen zum Sozialverhalten des Menschen. Wolf, Hund und auch der Mensch leben und kooperieren in sozialen Verbänden, kommunizieren untereinander über Laute, Mimik und Gesten.

Wolfsforschungszentrum Ernstbrunn

Inwieweit und auf welche Art und Weise Wölfe und Hunde mit dem Menschen kooperieren und kommunizieren, erforschen Verhaltensbiologen am Wolfsforschungszentrum im österreichischen Ernstbrunn.

Zu diesem Zweck werden dort Wolfsrudel und auch Hunderudel in einem großen Freilandgehege gehalten. Die Tiere kommen als Welpen und werden per Hand aufgezogen.

Mann steht bei Wölfen im Gehege bei Schnee

Kurt Kotrschal und die Wölfe in Ernstbrunn

So wollen die Forscher erreichen, dass sie als Teil des Rudels angesehen werden, dass durch mehr gegenseitiges Vertrauen die Tiere bei den Untersuchungen besser kooperieren.

Ziel ist es, mehr über das Sozialverhalten und die geistigen Fähigkeiten von Wölfen und Hunden herauszufinden und daraus Rückschlüsse für ein besseres Zusammenleben mit dem Menschen zu ziehen.

Hunde entwickelten eine Lautsprache 

Hunde haben sich in ihren Eigenschaften und Verhaltensweisen stark dem Menschen angepasst. Um das Zusammenleben mit dem Menschen zu verbessern und sich verständlich zu machen, entwickelten Hunde eine erstaunlich differenzierte Lautsprache.

Verhaltensbiologen aus Ungarn haben über 6000 verschiedene Belllaute identifiziert, mit denen Hunde ihre Wünsche, Stimmungen und Gefühle ausdrücken können.

Wolf steht im Schnee

Wölfe kommunizieren selten über Laute

Wölfe dagegen kommunizieren weniger über Laute, sie verständigen sich viel stärker über Mimik und Gesten. Bei der Jagd sicher ein großer Vorteil.  

Hunde verstehen viel und reagieren empathisch

Das haben Verhaltensbiologen in ihren Versuchen am Clever Dog Lab der Veterinärmedizinischen Universität in  Wien festgestellt. Im Gegensatz zu den im Rudel aufwachsenden Hunden im Wolfscenter Ernstbrunn werden im Clever Dog Lab Hunde getestet, die bei ihren Besitzern im häuslichen Bereich aufgewachsen sind und sozialisiert wurden.

Wie nehmen die Haushunde ihre Umwelt wahr? Wie lösen sie Probleme? Lernen sie voneinander? Reagieren sie empathisch auf die Gefühle und Stimmungen von Menschen und welchen Einfluss haben die Hundebesitzer auf das Verhalten der Hunde?  

Border Collie liegt vor einem Plüsch-Hund

Die Persönlichkeit bestimmt das Verhalten

Beste Freunde, treue Partner   

War es früher vielleicht noch eher eine "Arbeitsbeziehung", in der Hunde dem Menschen bei der Jagd, als Hüte- und Wachhunde dienten, so gestaltet sich die Beziehung heute weitaus differenzierter. Hunde sind zu echten Partnern und Freunden des Menschen geworden.

In anonymen Großstädten leben immer häufiger ältere Menschen allein und sozial isoliert. Hunde sind häufig ihre einzigen Ansprechpartner und bringen Freude in ihr Leben.

In Familien sind Hunde nicht nur Spielpartner für die Kinder, sie tragen auch viel zur gesunden emotionalen und geistigen Entwicklung der Kinder bei, verbessern auch deren soziale Kompetenz.

ältere Frau streichelt Golden Retriever

Tiergestützte Therapie hilft vielen Menschen

Und sie helfen auch weiterhin den Menschen in allen Lebenslagen. Heute auch als Schulhunde, die den Unterricht angenehmer und stressfreier gestalten. Oder in der tiergestützten Therapie, in der junge und alte Menschen von der Nähe, Wärme, Unvoreingenommenheit und Zuneigung der Vierbeiner profiztieren.

Hunde können Menschen mobilisieren, ihnen mehr Sicherheit, Selbstvertrauen und Lebensfreude geben.

Autorin: Cora Richter

Stand: 17.10.2018, 09:10

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