Sexrekorde im Tierreich

Ein Elefantenbulle ist von hinten auf eine Elefantenkuh aufgeritten.

Sex im Tierreich

Sexrekorde im Tierreich

Viele Tiere lassen den Menschen in Sachen Sex ganz schön alt aussehen. Weder von der Ausstattung noch von der Leistungsfähigkeit können wir mithalten. Im Folgenden einige beeindruckende Sexrekorde aus dem Reich der Tiere.


Der künstlerischste Bräutigam

Um die Aufmerksamkeit der Weibchen zu bekommen, führen viele männliche Tiere aufwendige Tänze auf oder präsentieren prächtige Federkleider.

Der Hüttengärtner, eine auf Neuguinea beheimatete Laubenvogelart, legt sich dabei besonders ins Zeug. Bei ihm funktioniert die Auslese nämlich durch Kunst. Das heißt, das Männchen baut aufwendig dekorierte Hütten für seine Angebetete.

Die Hütten können bis zu 1,2 Meter hoch und 1,8 Meter breit sein und werden mit den farbenprächtigsten Dingen ausgestattet, die das Männchen in der Natur findet. Dabei werden die Beeren, Blumen oder Insektenflügel sogar nach Farben geordnet. Ist die Dame mit dem Erstlingswerk noch nicht zufrieden, wird umdekoriert. Bis zu einem Jahr kann diese Plackerei dauern.

Das längste Glied

Wenn es beim männlichen Fortpflanzungsorgan um die Größe geht, dann steht der Blauwal auf Platz eins. Er ist nicht nur das größte Tier, das jemals auf der Erde gelebt hat. Er hat auch den beeindruckendsten Penis: Dieser wird bis zu drei Meter lang und hat einen Durchmesser von 30 Zentimetern.

Unterwasserfoto eines Blauwals

Der Blauwal ist der Größte - in jeder Beziehung

Der Rekordhalter an Land ist der Afrikanische Elefant: Im erregten Zustand ist sein Glied stattliche 1,80 Meter lang.

In diesem Zusammenhang nicht zu vergessen ist die Entenmuschel. Ihr Fortpflanzungsorgan ist fünfmal so lang wie sie selbst, und das aus gutem Grund. Entenmuscheln sind sesshafte Tiere, und können sich – einmal festgesetzt – nicht mehr bewegen. Nur mithilfe ihres beeindruckenden Geschlechtsteils ist es den männlichen Entenmuscheln daher möglich, die Weibchen um sich herum zu befruchten.

Die meisten Fortpflanzungsorgane

Wer glaubt, allen Tieren reiche ein Fortpflanzungsorgan aus, der irrt. Weltmeister ist hier der Bandwurm, ein Darmparasit. Er besteht aus vielen identisch aufgebauten Körpersegmenten, von denen jedes mit einem oder mehreren eigenen Paaren männlicher und weiblicher Genitalien ausgestattet ist.

Da Bandwürmer im Extremfall bis zu 40 Meter lang werden können und dann rund 45.000 solcher Segmente umfassen, können sie mehrere hunderttausend Sexualorgane haben. Beeindrucken können sie damit jedoch kaum jemanden, denn in den meisten Fällen fristen Bandwürmer ein Einsiedlerdasein. Als Zwitter befruchten sie sich in aller Regel selbst.

Mikroskopische Aufnahme eines Bandwurms

Zahlenmäßig reich bestückt - der Bandwurm

Der längste Sex

In Sachen Dauersex liegen die Stabheuschrecken ganz vorn. Die Initiative geht dabei vom Männchen aus. Diese filigranen Wesen halten sich teilweise bis zu zehn Wochen am Stück an ihrem Weibchen fest und begatten es dabei immer wieder. So wollen sie verhindern, dass Konkurrenten zum Zug kommen.

Zwei Pfefferminz-Stabheuschrecken sitzen auf einem Blatt

Stabheuschrecken halten lange durch

Der leckerste Sex

Männer haben es im Tierreich oft nicht leicht, doch die der Wespenspinne sind besonders arm dran. Zur Paarungszeit bekommen sie es nämlich mit extrem aggressiven Weibchen zu tun. Kaum haben sie sich der Herzensdame genähert, wird diese zur Kannibalin und schlägt blitzschnell zu.

Manchmal hat das Männchen dabei Glück und kann unversehrt fliehen. Meistens entreißt ihm das Weibchen jedoch zumindest ein paar Beine, in etwa 65 Prozent der Fälle verspeist das Weibchen das Männchen sogar komplett.

Warum genau die Wespenspinnendamen bei der Paarung so brutal vorgehen, ist nicht abschließend geklärt: Sie legen weder mehr Eier, wenn sie sich ihre Partner einverleibt haben, noch geschieht es offenbar aus Hunger, denn auch satte Weibchen vergreifen sich an Männchen.

Wespenspinne

Wespenspinnenweibchen haben nach dem Sex großen Hunger

Der größte Harem

Einige Säugetierarten leben lieber in Harems. Dabei ist es meist so, dass ein Männchen viele Weibchen um sich schart, mit denen es sich dann exklusiv paart. Am extremsten ist dies bei den Südlichen Seeelefanten ausgeprägt: Dort begattet ein Männchen bis zu 50 Weibchen.

Männlichen Seeelefanten ist ihr Harem übrigens nie groß genug. Sie versuchen ihn ständig zu erweitern, indem sie haremslose Weibchen einfach mit Gewalt in ihre Gruppe schieben. Ein Entkommen ist für die Weibchen auch kaum möglich. Bei einem Fluchtversuch riskieren sie eine deftige Tracht Prügel des deutlich größeren und stärkeren Männchens.

Eien Gruppe See-Elefanten liegt am Strand.

Südliche See-Elefanten haben den größten Harem

Die beeindruckendste Brutzeit

Die größten Eier im Verhältnis zu Körpergröße und -gewicht legen Sturmschwalben, Kolibris und der neuseeländische Kiwi. Kurz vor der Eiablage scheint Letzterer – unter dem Röntgengerät betrachtet – daher fast ausschließlich aus Ei zu bestehen. Ist dieses dann gelegt, brütet der Kiwi mehr als 80 Tage, was eine der längsten Brutphasen in der Vogelwelt ist.

Ebenfalls beachtlich ist die Brutleistung des männlichen Kaiserpinguins. Er brütet bei extremen Minusgraden im tiefsten antarktischen Winter und sitzt dabei ununterbrochen auf seinem einzigen Ei – etwa 65 Tage lang.

Eine Gruppe junger Kaiserpinguinküken mit grauem Flaum steht in eisigem Wind dicht mit einigen Elterntieren zusammen.

Brüten und Aufzucht unter Extrembedingungen

Autorin: Lena Ganschow

Stand: 20.06.2017, 12:00

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