Meister der Lüfte – Rekorde aus der Vogelwelt

Ein Sperbergeier sitzt mit ausgebreiteten Flügeln auf einem Ast.

Tierische Flieger

Meister der Lüfte – Rekorde aus der Vogelwelt

Von Susanne Wagner

In der Luft sind die Vögel – bis auf einige Ausnahmen – in ihrem Element. Ihr Körper ist optimal gebaut, um sich fliegend fortzubewegen. Im Reich der Lüfte stellen sie beachtenswerte Leistungen auf: Wer ist der Schnellste, der Schwerste, der Kleinste? Wer fliegt am höchsten, wer am weitesten? Ein kleines Guinnessbuch der Überflieger.

Die schnellsten Flieger

Der schnellste Vogel ist der Wanderfalke, der im Sturzflug bis zu 250 Kilometer pro Stunde erreichen kann. Seine normale Geschwindigkeit liegt zwischen 50 und 160 Kilometern pro Stunde.

Die Hochflieger

Die meisten Vogelarten fliegen etwa 100 bis 2000 Meter hoch über Normalhöhennull. Zugvögel steigen jedoch häufig sogar bis auf eine Höhe von 10.000 Metern, beispielsweise beim Überqueren des Himalaja.

Der gemessene absolute Rekord liegt bei 11.000 Metern: In solche Höhen schraubt sich der Sperbergeier über seiner afrikanischen Heimat empor. Es ist erstaunlich, dass die Tiere mit dem dort vorhandenen knappen Sauerstoff die zum Fliegen erforderliche Muskelkraft aufbringen können.

Die Langstreckenflieger

Rekordhalter im Langstreckenfliegen ist die Küstenseeschwalbe: Sie fliegt von allen Zugvögeln am weitesten. Der Vogel brütet in der Arktis und fliegt dann in die Antarktis, um dort zu überwintern. Dabei legt die Küstenseeschwalbe hin und zurück zwischen 30.000 und 50.000 Kilometer zurück. Das entspricht dem Umfang der Erde.

Übrigens: Auch im Reich der Insekten gibt es rekordverdächtige Langstreckenflieger. Um in ihre Winterquartiere zu gelangen, legen Monarchfalter alljährlich mehr als 3000 Kilometer zurück. Die nur wenige Zentimeter großen Schmetterlinge fliegen von Kanada bis nach Mittelamerika.

Eine Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea) fliegt am blauen Himmel.

Einmal um die Erde: die Küstenseeschwalbe

Längster Aufenthalt in der Luft

Kein Vogel befindet sich ausdauernder in der Luft als der Mauersegler. Im Flug holt er sich nicht nur seine Nahrung, er kann dabei sogar schlafen.

Ein Mauersegler krallt sich an einer Wand aus Klinkersteinen fest.

Eine echte Ausnahme: ein Mauersegler "am Boden"

Der schnellste Flügelschlag

Kolibris können pro Sekunde bis zu 80 Mal mit den Flügeln schlagen. Die zierliche Sonnenstrahlelfe, eine Kolibri-Art, erreicht beim Balzflug sogar 200 Schläge, die sie auf eine Spitzengeschwindigkeit von 95 Kilometer pro Stunde bringen.

Der langsamste Flügelschlag

Bei ihren Ausflügen können sich Geier ruhig Zeit lassen: Um ihr Gewicht in der Luft zu halten, müssen sie nur einmal pro Sekunde mit den Flügeln schlagen.

Die schwersten Flieger

Mit einem Gewicht von bis zu 19 Kilogramm und einer Größe von über einem Meter sind die afrikanischen Riesentrappen die schwersten flugfähigen Vögel. Auch die bei uns noch beheimateten Großtrappen gehören in die gleiche Gewichtsklasse. Obwohl die Tiere gut fliegen können, drücken sie sich bei Gefahr lieber an den Boden.

Eine Großtrappe (Otis tarda).

Schwergewichtige Flieger: die Großtrappe

Der kleinste Flieger

Die Bienenelfe (auch: Hummelkolibri) aus der Familie der Kolibris ist die kleinste Vogelart der Welt: Von der Schnabelspitze bis zum Schwanzende misst das Männchen rund sechs Zentimeter, das Weibchen ist ein wenig größer. Die seltenen, in Kuba beheimateten Bienenelfen wiegen ungefähr zwei Gramm.

Die größte Flügelspannweite

Mit bis zu 3,6 Metern Flügelspannweite ist der Wanderalbatros der Spitzenreiter unter den Vögeln. Der Seevogel ist als Segelflieger über den südlichen Ozeanen zu finden.

Ein Wanderalbatrossmännchen balzt mit ausgebreiteten Flügeln vor einem Weibchen.

Der Wanderalbatross besitzt die längsten Flügel

Stand: 07.01.2019, 10:40

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