Hummeln und Wildbienen

Hummeln und Wildbienen

Hummeln und Wildbienen nutzen viele Lebensräume und Blütenpflanzen. Im Gegensatz zu Honigbienen bestäuben sie sehr viel mehr Blütenpflanzen und fliegen auch bei kälterem oder nassem Wetter.

Links im Bild: Die Felsen-Kuckuckshummel (Psithyrus rupestris)
Sie ist keine echte Hummel, ähnelt aber sehr stark der Steinhummel. Die Felsenkuckucks-Hummel ist ein typischer Wildbienen-Parasit. Sie legt ihre Eier hauptsächlich in die Nester von Steinhummeln, die sich dort dann auf deren Kosten entwickeln. Ihnen fehlt im Gegensatz zu den Hummeln der typische Pollensammelapparat am letzten Beinpaar. 

Rechts im Bild: Die Wiesenhummel (Bombus pratorum)
Eine echte Hummel, die der Felsen-Kuckuckshummel sehr ähnelt. Sie nistet oberirdisch in Mauern, Hecken oder auch Vogelnestern. Man findet sie in lichten Wäldern, Wiesen, Parks und Gärten. Dort ernährt sie sich von Nektar und Pollen von mehr als 100 verschiedenen Pflanzenarten.

 Die Ackerhummel (Bombus pascorum)
Die Art kommt bei uns sehr häufig vor und ist an vielen Standorten zu finden. Ackerhummeln nisten oft oberirdisch, zum Beispiel unter Moospolstern oder in Baumhöhlen, aber auch unterirdisch in alten Mäusenestern.  Auffällig hier der gelbe Pollen, der diese echte Hummelart umgibt. Er wird durch die sogenannte Vibrationsbestäubung aus den Staubbeuteln der Blüten freigesetzt, wenn die Hummeln stark mit ihren Flügeln schlagen. So werden zum Beispiel die Tomatenpflanzen im Garten bestäubt. Honigbienen können keine Vibrationsbestäubung machen.  

Die Seidenefeubiene (Colletes hederae)
Wie der Name schon sagt, sammelt sie Pollen an Efeu, aber auch Nektar an anderen Pflanzen. Seidenefeubienen nisten in Lößwänden, Hängen oder Sandflächen mit Efeubeständen. Ihr natürlicher Feind ist der Seidenbienen-Ölkäfer. Seine Larven klammern sich an die Weibchen der Seidenefeubienen und werden so in das Nest getragen. Dort entwickeln sie sich auf Kosten des Seidenefeubienen-Nachwuchses.

Die Hahnenfußscherenbiene (Chelostoma florisomne)
Links im Bild: das Weibchen / Rechts im Bild: das Männchen
Die Weibchen und Männchen schlafen oft in den Hahnenfußblüten. Auffällig sind die kräftigen Mundwerkzeuge. Sie nisten gerne in Totholz, kommen in ganz Europa vor, auch in den Alpen bis 2200 Meter Höhe. Die Hahnenfußscherenbienen sind Nahrungsspezialisten. Sie ernähren sich ausschließlich von Hahnenfußblüten.

Links im Bild: Die Gartenwollbiene sammelt Pflanzenhaare, um ihre Nester auszukleiden. Gartenwollbienen nisten in Hohlräumen, in Erdlöchern, Felsspalten oder Mauerspalten.

Rechts im Bild: Die Löcherbiene dagegen sammelt Harze. Sie verschließt ihre Nester mit dem klebrigen Harz, profitiert aber auch von den antimykotischen Substanzen im Harz. Diese helfen gegen Pilzbefall. Die Löcherbienen legen ihre Nester in Totholz an.

Zwei Beispiele dafür, dass viele Wildbienen ganz spezielle Ansprüche an Pflanzen und auch ihren Lebensraum stellen. Viele sind nicht nur Nahrungsspezialisten, sie brauchen auch spezielles Material für den Nestbau, gegen Parasiten oder für ihre Gesundheit.  

Die Reseden-Maskenbiene (Hylaeus signatus)
Charakteristisch die weiße (manchmal auch gelbe) Gesichtsmaske auf dem Vorderkopf des Männchens, links. Bei den Weibchen ist die Maske auf kleine seitliche Punkte beschränkt. Die Maskenbienen nisten in Totholz, oft Käferfraßgängen. Auffällig: Fast alle Arten sind unbehaart, besitzen also keine gute Transportmöglichkeit für die Pollen. Sie schlucken den Pollen und nehmen ihn im Kropf mit zurück ins Nest, wo sie ihn zusammen mit dem Nektar wieder auswürgen.
Ein weiteres Beispiel für die Biodiversität bei Wildbienen. Viele Arten besitzen ganz charakteristische Körpermerkmale, sind auf unterschiedliche Blütenpflanzen spezialisiert, werden oft von verschiedenen Parasiten befallen.

Stand: 27.02.2019, 15:00 Uhr

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