Wissensfragen

Blauer Sternenring um den gelben Kern einer Galaxie.

Universum

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Woher kommt der Name Milchstraße?

Als Milchstraße bezeichnet man den hellen Sternengürtel unserer eigenen Galaxie, der sich quer über den Nachthimmel zieht. Die Bezeichnung Galaxis kommt von dem griechischen Wort galaxías. Das wiederum ist abgeleitet von den Begriffen gála und gálaktos, die "Milch" bedeuten. Galaxis wird als Milchstraße übersetzt.

Die Vorstellung der Milch am Himmel geht auf alte griechische Mythen zurück. Ein Mythos lautet: Die Milch stamme von Hera, der Gattin des Zeus. Sie musste immer wieder eifersüchtig zahllose Liebschaften von Zeus mit ansehen. Aus einer dieser Liebschaften ging Hermes hervor. Er war die Frucht eines Seitensprunges des Zeus mit der Nymphe Maia.

Hera stillte Hermes zunächst an ihrer Brust, bemerkte dann aber den Betrug und stieß daraufhin das Kind von sich. Dabei verspritzte ihre Milch. Seitdem sei sie als Band der Milchstraße am nächtlichen Himmel sichtbar.

Eine Variante lautet, Hermes habe beim Stillen so ungestüm zugebissen, dass Hera zurückschreckte und ihre Milch an den Himmel spritzte. Fazit: Für die alten Griechen waren die Sterne unserer Galaxie tatsächlich ein göttlicher Milchstrom.

Wie klingt das Universum?

In Stanley Kubricks "2001 – Odyssee im Weltraum" klingt der Weltraum nach Johann Strauß, nach Walzer – irdisch eben. Klar, dass Filmregisseure zu solchen Stilmitteln greifen, denn akustisch ist zwischen Planeten, Sternen und Galaxien nicht gerade viel geboten. Im All herrscht Stille. Keine Luft, keine Schallausbreitung, keine Geräusche – wirklich nichts?

Stimmt nicht so ganz. Der amerikanische Astro-Physiker Donald Gurnett von der University of Iowa zum Beispiel nimmt seit über 40 Jahren die von Gasen im interplanetarischen Raum ausgestrahlten Radiowellen auf. Er verlangsamt die extrem hohen Frequenzen der Wellen, bis sie innerhalb des für Menschen hörbaren Spektrums liegen. Damit kann er "Gewitter" auf dem Jupiter, Polarlichter auf der Erde und kosmische Strahlung hörbar machen.

Instrumente auf Voyager, Galileo, Cassini und mehr als zwei Dutzend weiteren Nasa-Raumsonden nahmen die Radio-Emissionen auf, die das dünne elektrisch aufgeladene Gas zwischen den Himmelskörpern durchschwingen. Gurnett hat Tausende dieser Aufzeichnungen gesammelt und in Töne umgewandelt.

Der Wissenschaftler vergleicht sein Verfahren mit einem Radiogerät, das die empfangenen Radiowellen in Töne umsetzt. Hört man sich die Soundfiles an, klingt es nach abgefahrener moderner Musik, nach Pfeiftönen, Chorgesängen und dumpfem Grollen. Da die Nasa viele Wege geht, um die Öffentlichkeit für die Erforschung des Alls zu begeistern, beschloss die Weltraumorganisation auf der Basis dieser "Space-Music" eine Komposition in Auftrag zu geben.

Die Nasa kontaktierte David Harrington, den künstlerischen Direktor des weltberühmten Kronos Quartet und schlug ihm das Projekt vor. Harrington beauftragte den minimalistischen Komponisten Terry Riley, die Partitur zu schreiben. Mit der Outerspace-Music aus der Umgebung von Jupiter, Venus und anderer Planeten komponierte Riley die Melodie und nannte das Werk "Sun Rings" – Sonnenringe. Interpretiert wurde das Stück vom berühmten Kronos Quartet.

Autoren: Siegfried Klaschka/Harald Brenner

Stand: 27.08.2018, 09:25

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