Raubkatzen

Raubkatzen

Bedrohte Jäger auf Samtpfoten

Bengaltiger mit aufgerissenem Maul

Tiger sind die mächtigsten Raubkatzen der Erde. Sie fressen Rehwild aller Art, aber auch Wildschweine, Büffel, Bären, Zuchtvieh und junge Elefanten. Tiger greifen ihre Beute mit den Zähnen im Genick und ziehen sie mit den Vorderpfoten zu Boden. Ein Tiger braucht täglich gut neun Kilogramm Fleisch.

Tiger sind die mächtigsten Raubkatzen der Erde. Sie fressen Rehwild aller Art, aber auch Wildschweine, Büffel, Bären, Zuchtvieh und junge Elefanten. Tiger greifen ihre Beute mit den Zähnen im Genick und ziehen sie mit den Vorderpfoten zu Boden. Ein Tiger braucht täglich gut neun Kilogramm Fleisch.

Der Sibirische oder Amur-Tiger ist mit bis zu drei Metern Länge und 300 Kilogramm Gewicht die größte Katzenart der Erde. Im Winter bekommen die Tiger, die im Osten Russlands und im Nordosten Chinas vorkommen, ein dichtes Fell und eine bis zu fünf Zentimeter dicke Fettschicht am Bauch. Die Naturschutzorganisation WWF schätzt, dass es 2010 nur noch gut 450 Sibirische Tiger gab.

Weiße Tiger sind in Asiens Wildnis sehr selten. In den vergangenen 100 Jahren gab es nur etwa ein Dutzend Beobachtungen. Es wird geschätzt, dass ein solches Farbspiel in der Natur nur alle 10.000 Geburten einmal auftritt. Weiße Tiger sind keine eigene Unterart und auch keine echten Albinos, sondern das Ergebnis einer Farbmutation. Ihrem Fell fehlen lediglich die dunklen Pigmente. So entsteht ein cremiger Grundton, der auf ein Gen zurückgeht. Auch die Streifen sind entsprechend heller, nämlich braun statt schwarz, die Augen leuchten blau.

Der Karakal wird auch Wüstenluchs genannt. Er lebt in afrikanischen und südwestasiatischen Steppen- und Felslandschaften. Karakale jagen nicht nur kleinere Säugetiere und kleine Antilopen, sondern auch Vögel. Dabei kommen ihnen ihre langen und kräftigen Hinterbeine zugute, dank derer Karakale exzellente Hochspringer sind. Aus dem Stand können sie bis zu drei Meter emporschnellen und sich so Vögel aus der Luft schnappen.

Der Leopard besitzt ein äußerst gutes Sehvermögen. Bei schwachem Licht sieht er etwa sechsmal besser als ein Mensch. Zusammen mit einem scharfen Gehör, das Töne wahrnimmt, die der Mensch nicht mehr hören kann, macht ihn das zu einem perfekten Nachtjäger. Leoparden sind sehr geschickte Kletterer und können mit ihren langen, einziehbaren Krallen auch kopfüber einen Baum hinabklettern. Sie ziehen ihre Beute häufig ins Geäst eines Baumes, um sie vor Rivalen zu schützen. Es wurden schon Leoparden beobachtet, die Giraffen fünf Meter hoch auf einen Baum schleppten.

Der Schneeleopard zieht immer wieder die Wut der Bewohner seines entlegenen Lebensraums auf sich, indem er Yaks, Schafe, Ziegen und Pferde reißt. Er findet sich nur in den Bergen Zentralasiens und im Himalaja, verliert aber immer mehr seines Lebensraums an die Viehzucht. Schneeleoparden stehen auf der Roten Liste der Naturschutzorganisation IUCN. Mit weltweit nur wenigen Tausend wild lebenden Exemplaren gelten sie als gefährdet.

Der (ohne Schwanz) gut einen Meter lange Nebelparder könnte mit seiner an Reptilien erinnernden Zeichnung und seiner Kopfform auch Schlangenleopard heißen. Seine Zeichnung tarnt den Nebelparder im Dschungel und ist bei der Jagd auf Vögel, Affen und kleine Säugetiere hilfreich. Seine Eckzähne sind im Verhältnis zur Körpergröße länger als bei jeder anderen Katzenart und sie haben eine scharfe Kante an der Rückseite - wie bei den vorzeitlichen Säbelzahntigern.

Der Name Jaguar stammt aus einer südamerikanischen Indianersprache und heißt so viel wie "fleischfressendes Tier". Die größte amerikanische Katze ist vom Südwesten der USA bis Nordargentinien verbreitet. Dort lebt sie in vielen verschiedenen Landschaftsformen wie Wald, Buschland, Wüste und Savanne.

Der Eurasische Luchs ist die weltweit größte Luchsart. Charakteristisch sind sein kurzer Schwanz und seine langen Ohrpinsel. Wie zum Beispiel auch Braunbär und Wolf wurde der Eurasische Luchs über viele Jahrzehnte stark verfolgt. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war er aus weiten Teilen Mittel- und Südeuropas verschwunden. Erst seit 1996 wandern die Luchse wieder aus Tschechien nach Deutschland ein. Heute sind der Harz, das Fichtelgebirge, der Bayerische Wald und der Spessart wieder von Luchsen besiedelt.

Die Schwarzfußkatze, die ihren Namen ihren schwarzen Fußsohlen verdankt, ist eine der kleinsten wild lebenden Katzenarten. Sie lebt vor allem in Südafrika, Namibia und Botswana. Raubtiere, Greifvögel und Schlangen lauern der Kleinkatze auf. In der Paarungszeit legen Schwarzfußkatzen besonders weite Strecken zurück. Es bleibt ihnen kaum etwas anderes übrig, da ihre Art selten ist und die Reviere weit auseinandergezogen liegen. Seit 2002 ist die Schwarzfußkatze als gefährdet eingestuft.

Servale bewohnen die Savannen Afrikas, südlich der Sahara. Dort leben sie in feuchteren Gebieten. Das auffälligste Merkmal der Raubkatze sind die großen Ohren. Mit seinem außergewöhnlich guten Gehör nimmt der Serval leiseste Laute von Vögeln oder Nagern wahr. Servale können bis zu drei Meter hoch springen und dabei niedrig fliegende Vögel erbeuten. Sie sind reine Fleischfresser, die Hasen, Mäuse, Erdhörnchen, Eidechsen und Wildhühner jagen.

Große, dichte, alte Laubwälder mit kleinen Lichtungen sind der bevorzugte Lebensraum der Europäischen Wildkatzen. Dort haben sie viele Rückzugsmöglichkeiten, zum Beispiel in Baumhöhlen oder verlassenen Fuchs- und Dachsbauten, und finden auch genügend Beutetiere. Haben sich in einem Wald Wildkatzen angesiedelt, so ist das ein gutes Zeichen, denn es zeigt, dass dieser Wald wirklich intakt ist.

Der Gepard ist das schnellste Landsäugetier. Er verdankt seine Geschwindigkeit von bis zu 110 Kilometer pro Stunde einem bemerkenswert flexiblen Rückgrat, das ihn weiter und mit größerer Beschleunigung vorwärtsschnellen lässt. Bei der Jagd auf seine bevorzugte Beute, Gazellen, hält der schlanke und geschmeidige Gepard seine Spitzengeschwindigkeit allerdings nur einige Hundert Meter durch. Geparden besiedeln meist die Grasebenen Ost- und Südwestafrikas.

Der Puma ist ausgesprochen anpassungsfähig und kommt vom kanadischen Yukon-Gebiet bis zur Südspitze Südamerikas und von den Küsten bis in schneebedeckten Gipfelregionen vor. Er erreicht eine stattliche Größe von 1,30 bis 1,80 Meter. Da er aus anatomischen Gründen nicht brüllen kann, gehört der Puma wissenschaftlich dennoch zu den Kleinkatzen. Pumas sind immer häufiger in der Nähe von Städten anzutreffen, weil ihr Lebensraum immer knapper wird. Viele Farmer hatten Angst um ihr Vieh und machten deshalb erbarmungslos Jagd auf den Puma. Heute steht die amerikanische Raubkatze unter Artenschutz.

Erwachsene Löwenmännchen bringen bis zu 250 Kilogramm auf die Waage und werden (ohne Schwanz) gut zwei Meter lang. Zusätzlich lässt seine Mähne den männlichen Löwen noch größer erscheinen. Die Mähne schützt seinen Hals beim Kampf, kann aber zum Beispiel beim Schwimmen zum Verhängnis werden: Die Mähne saugt sich mit Wasser voll und kann sogar zum Ertrinken führen. Löwen leben in Rudeln von drei bis zehn Weibchen, deren Jungen und zwei bis drei Männchen zusammen. Übernimmt eine neue Männchengruppe ein Rudel, werden alle Jungtiere getötet, die noch von ihren Müttern abhängig sind. Die Weibchen sind dann innerhalb weniger Tage erneut empfängnisbereit.

Zur Begrüßung und als Zeichen der Zuneigung reiben sich Löwen aneinander. Mit den Duftdrüsen hinter dem Mund markiert zum Beispiel das Löwenmännchen seinen Duft beim Löwenweibchen. Als Zeichen der Freundschaft besprühen sich die Männchen gegenseitig mit Urin. Wenn es ausreichend Beute gibt, schlafen Löwen bis zu 20 Stunden pro Tag und werden nur am Nachmittag und nachts aktiv. Dann ist auch ihr lautes Brüllen bis zu acht Kilometer weit zu hören. Brüllen ist ein wichtiger Teil des Revierverhaltens bei Männchen.

Stand: 14.08.2018, 17:30 Uhr

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