Energie effektiver nutzen

Eine brennende Glühbirne

Erneuerbare Energien

Energie effektiver nutzen

Um den Klimawandel abzumildern, sind Taten auf vielen Gebieten notwendig, zum Beispiel Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien, intelligente Stromnetze, Weiterentwicklung der Stromspeicherung. Der schnellste und kostengünstigste Weg, Rohstoffreserven zu schonen und gleichermaßen Klima und Umwelt zu schützen ist aber, Energie effizienter zu nutzen.

Energieverluste mindern

Bislang gehen durch ineffektive Prozesse bei der Energieumwandlung, in der Produktion und in der Endnutzung Unmengen an Energie ungenutzt verloren. So verschwenden wir einen Teil der sowieso schon versiegenden fossilen Brennstoffe und produzieren dabei unnötig viel der klimaschädigenden Gase Kohlendioxid, Schwefeldioxid und Stickoxid sowie Staub.

Wer hat sich nicht schon mal an einer Glühlampe verbrannt? Sie dient dazu, einen Raum zu erleuchten. Allerdings kommen von der Primärenergie – das ist die im Brennstoff gespeicherte Energie – bei der Glühlampe als Licht nur ein bis zwei Prozent an.

Die restlichen 98 bis 99 Prozent gehen bei Umwandlung und Transport in Form von Wärme verloren. Nicht jede Rechnung ist so katastrophal wie die der Glühlampe. Weltweit gesehen bleiben aber dennoch zwei Drittel der Primärenergie auf der Strecke.

Zwei Hände voll Rohöl

Ein Stoff für viele Zwecke: Rohöl

Egal an welcher Stelle der Energieversorgungskette man nachschaut, überall gibt es Möglichkeiten, eine bessere Ausbeute zu erreichen. Das fängt schon an, wenn Primärenergie aus Erdöl oder Kohle in Sekundärenergie, Benzin oder Strom, umgewandelt wird. Neue Kraftwerkstypen sollten mit einem bedeutend höheren Wirkungsgrad arbeiten. Jeder industrielle Prozess muss aus energetischer Sicht optimiert werden.

Fortschrittliche Firmen leisten sich Energieberater, die energiefressende Schwachstellen aufdecken. Auch kann die Energie, die zum Beispiel als Wärme entweicht, anderweitig genutzt werden, etwa zum Aufheizen von Gebäuden. Manchmal muss über ein anderes Verfahren oder ein energetisch nicht so wertvolles Ausgangsmaterial nachgedacht werden.

Ein Beispiel ist der in der Bauwirtschaft anfallende Bauschutt. Betonbruch, Flugasche aus Steinkohlekraftwerken oder Hüttensand aus Hochöfen ersetzen heute teilweise den Zement und helfen so, Energie bei der Herstellung von Beton und Mörtel einzusparen.

Als eine Alternative zur üblichen Stromerzeugung wird die Brennstoffzelle diskutiert. Diese wandelt chemische Energie, bevorzugt aus Wasserstoff, in elektrischen Strom um. Die Brennstoffzelle gilt als sehr effizient und kann dezentral eingesetzt werden, nicht nur in Autos, sondern auch in Geräten, die mitgenommen werden sollen, zum Beispiel Laptops, Kameras und elektrische Werkzeuge.

Eine Brennstoffzelle neben einer Ein-Euro-Münze

Brennstoffzellen – platzsparend und umweltfreundlich

Auch eine Stromversorgung von Reisemobilen oder die einer Wetterstation ist mit einer Brennstoffzelle denkbar. Nachteil ist allerdings, dass viel Energie bei der Herstellung und beim Transport des Wasserstoffs verloren geht. Auch haben sich bei der Entwicklung technische Probleme und hohe Kosten als Hindernisse offenbart.

Energiesparen zu Hause

Aber auch die Energie, die beim Verbraucher ankommt, wird schlecht genutzt. Hier bieten energieeffizientere Gebäude das größte Einsparpotenzial. Die Palette der Möglichkeiten reicht von Null- oder Niedrigenergie-Neubauten bis hin zur Sanierung von alten Häusern.

Niedrigenergiehäuser unterschreiten beim Energiebedarf für Heizung und Warmwasser die gesetzlichen Anforderungen. Diese liegen gegenüber Neubauten aus den 1960er und 1970er Jahren bei etwa einem Fünftel. Nullenergiehäuser benötigen in der Jahresbilanz keine Energie von außen. Die benötigte Energie für Heizung und Warmwasser wird meist durch Solaranlagen selbst erzeugt.

Da drei Viertel des Energieverbrauchs in Privathaushalten auf Kosten der Heizung geht, kann eine Erneuerung eines alten Heizkessels Energie und Kosten sparen. Ein neuer Brennwertkessel hat deutlich weniger Verluste als alte herkömmliche Heizkessel. Dabei ergibt aber nur ein durchdachtes Gesamtkonzept Sinn.

Eine neue Heizung nützt wenig, wenn nicht gleichzeitig bessere Isolierglasfenster eingesetzt und die Außenwände und Leitungen isoliert werden. Thermostatventile sorgen dafür, dass die Räume dann warm sind, wenn es gewünscht ist. Das richtige Lüften (lieber Stoßlüften anstatt Dauerkipplüftung) ist nur einer von zahlreichen Energiespartipps, die helfen, den Energieverbrauch zu senken.

Beim Stromverbrauch ist in den letzten Jahren zwar die Effizienz gestiegen. Der Trend geht aber hin zu einem höheren Stromverbrauch, weil immer mehr Menschen weitere elektrische Geräte besitzen. Zudem leben immer mehr Menschen in Ein- oder Zwei-Personen- statt in Mehrpersonen-Haushalten, was den Gesamtenergieverbrauch erhöht.

Kühlgeräte sind nach den Heizungsanlagen die größten Energiefresser im Haushalt. Neue Kühl- und Gefrierschränke der Energieeffizienzklasse A++ brauchen zum Beispiel nur noch ein Drittel so viel Strom wie die herkömmlichen Geräte der Klasse A. Für den eigenen Geldbeutel lohnt es sich allemal, auf die energiesparende Variante zu setzen.

Das gilt auch für die Energiesparlampen. Sie halten zehnmal so lange wie eine Glühbirne und verbrauchen bei gleicher Leuchtstärke 75 Prozent weniger Strom. Neben Energiesparlampen gibt es als Alternativen auch LEDs mit enormen Einsatzmöglichkeiten. Für die nächste Weihnachtsbeleuchtung sind daher LED-Lichterketten zu empfehlen.

Eine Hand hält eine Glühlampe und eine Energiesparlampe

Energiesparlampen sind deutlich genügsamer

Auch wenn die Geräte heute weniger Strom verbrauchen, sollte sich grundsätzlich kein Fernseher, Computer oder CD-Player im Stand-by-Betrieb befinden.

Energiesparen in der Mobilität

Wir alle sind mobil und das immer mehr. In der Entwicklung neuer sparsamerer Autos gibt es noch einiges zu tun. Persönlich können wir die Nutzung der Verkehrsmittel dagegen viel stärker beeinflussen.

Kürzere Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen, möglichst oft den Bus, die U-Bahn und die Bahn nutzen; wenn mit dem Auto, dann sparsam fahren und bei einem Neukauf auch auf den CO2-Ausstoß achten; bei Urlaubsreisen nur für weite Reisen von drei Wochen Länge das Flugzeug nehmen.

Energiesparen global

Früher war es uns egal, ob in China der sprichwörtliche Sack Reis umfällt. Heute wissen wir von weltweiten Verknüpfungen und deren ökologischen Folgen.

Billiges Rindfleisch, günstige Kleidung oder die Sojaproduktion für Kraftstoffe: Das alles ist oft mit Naturzerstörung und auch mit Energieverschwendung verbunden. Die Folgen sind Abholzung des Regenwaldes, häufigeres Hochwasser, längere Dürreperioden.

Nicht nur in den Wüsten werden Flüsse austrocknen, auch der Rhein wird irgendwann im Sommer nicht mehr schiffbar sein. Umweltinstitutionen, unter anderem der WWF (World Wide Fund For Nature) und das Öko-Institut, wollen mit dem sogenannten Carbon- (oder CO2-)Fußabdruck zeigen, dass wir die Erde zu stark strapazieren.

Der CO2-Fußabdruck ist eine ökologische Buchhaltung und stellt die Menge an Kohlenstoffdioxid (CO2) in Tonnen dar, die eine Person, ein Staat oder eine Organisation durch die eigene Aktivität verursacht. Jeder Einzelne kann für sich entscheiden, wie er beim Einkauf von Nahrungsmitteln und Konsumartikeln das Klima schützt. Ziel sollte es sein, diesen Fußabdruck möglichst klein zu halten.

Autorin: Ute Goerke

Stand: 14.08.2018, 13:30

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