Flugangst

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Flugsicherheit

Flugangst

  • Die Symptome der Flugangst sind unterschiedlich und verschieden stark ausgeprägt
  • In speziellen Seminaren lässt sich die Flugangst in den Griff bekommen

Die einen überkommt sie ohne Vorankündigung. Andere leiden erst an ihr, wenn sie älter sind. Manche haben damit zu kämpfen, nachdem sie Kinder bekommen haben. Und wieder andere können sie überhaupt nicht erklären: Flugangst. Sie kann jeden treffen.

Der Körper rebelliert

Die Symptome der Aviophobie, der krankhaften Angst vor dem Fliegen, sind unterschiedlich. Die Palette reicht von leichtem Unwohlsein bis hin zu Panikattacken. Sie können während des Fluges auftreten oder auch schon Tage vorher. Der Körper beginnt zu schwitzen und zu zittern, das Herz rast und die Betroffenen ringen um Atem.

Flugangst ist keine psychische Krankheit. Im Gegenteil, sie zeigt, dass die Psyche des Reisenden intakt ist. Denn diese Körperreaktionen sind Antworten auf eine Situation, die dem Körper unangenehm ist.

Dabei wissen Menschen mit Flugangst oft, dass ihre Angst nicht rational ist. Immerhin ist das Flugzeug statistisch gesehen noch immer das sicherste Verkehrsmittel schlechthin. Die Wahrscheinlichkeit, dass man mit einem Flugzeug abstürzt, liegt bei 0,0000004 Prozent.

Das mindert aber nicht im Geringsten die Angst, unter der fast jeder dritte Mensch weltweit leidet. Sogar jeder fünfte bekommt Panikattacken. Auch Persönlichkeiten wie Til Schweiger oder der Dalai Lama haben mit der Zivilisationskrankheit Flugangst zu tun.

Gestellte Aufnahme einer Frau mit Flugangst

Aviophobie ist die krankhafte Angst vor dem Fliegen

Am häufigsten ist die Angst vorm Absturz

Sie alle quält allein schon der Gedanke daran, ein Flugzeug zu betreten, geschweige denn, mehrere Stunden darin unterwegs zu sein. Manche fühlen sich ausgeliefert. Ausgeliefert dem Piloten, der in den nächsten Stunden für sie entscheiden wird.

Viele von ihnen haben Probleme damit, die Verantwortung für eine gewisse Zeit abzugeben. Typischerweise tragen sie meist selbst in ihrem Beruf viel Verantwortung. Nach einer Untersuchung des Deutschen Flugangst-Zentrums (DFAZ) gab fast jeder zweite der Befragten an, ganz konkret Angst vor einem Absturz zu haben.

Mit elf Prozent wurde die Furcht vor dem Ausgeliefertsein genannt. Turbulenzen während des Fluges machten acht Prozent zu schaffen. Zwar ist die Angst, Opfer von Terroranschlägen zu werden, nach dem 11. September 2001 angestiegen. Laut der Studie des Deutschen Flugangst-Zentrums liegt sie aber mit 1,2 Prozent auf dem letzten Platz.

Häufiger sind es Männer, die der Technik im Flugzeug nicht trauen. Frauen zweifeln eher an der Komponente Mensch. Wer Flugangst hat, achtet während des Fluges ganz genau darauf, wie sich die Geräuschkulisse verändert.

Vielleicht sind Vögel in die Triebwerke gekommen? Das könnte zu Störungen oder Ausfällen führen! Gedanken über ein mögliches Gewitter bis hin zur Verfassung der Piloten treiben die Leidenden um. Ein entspannter Flug sieht anders aus.

Ein abgestürztes Flugzeug auf einer Wiese

Quälend: die Angst vor dem Absturz

Es gibt Hilfe

Bei manchen Menschen ist die Angst vor dem Fliegen sogar so groß, dass sie es komplett vermeiden. Andere können das nicht, weil sie beruflich auf das schnelle Zurücklegen großer Strecken angewiesen sind. Für sie ist jeder Flug eine Tortur.

Deshalb bieten zum Beispiel große Airlines Seminare gegen Flugangst an. Es geht in diesen Seminaren nicht nur um das Vermitteln von Informationen, sondern die Teilnehmer sollen ihre Ängste auch formulieren.

Im Kreis von Leidensgenossen sinkt die Scham, darüber zu sprechen. So können psychologische Zusammenhänge verstanden werden. Außerdem vermitteln die Seminare Techniken, mit denen Aviophobiker ihre Flugangst in den Griff bekommen können. Ganz wichtig dabei ist, dass sie sich ihrer Angst stellen und tatsächlich in einen Flieger einsteigen.

In manchen Seminaren ist zusätzlich auch noch ein Probeflug mit im Angebot enthalten. Es ist allerdings ratsam, nach einem erfolgreichen Seminar auch tatsächlich zu fliegen. Sonst besteht die Gefahr, in alte Verhaltensmuster zurückzufallen.

Autor: Lothar Nickels

Stand: 09.05.2017, 15:09

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