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Bananen

Fast jeder von uns isst Bananen. Sie gehören in Deutschland zu den beliebtesten Früchten überhaupt. Die krummen gelben Früchte sind uns so vertraut wie der Apfel. Aber kaum einer weiß Genaueres über die Frucht: Wie wächst die Banane eigentlich? Wie vermehrt sie sich? Woher hat die Banane ursprünglich ihren Namen? Und warum ist die Banane krumm?

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Eine Pflanze wird neu entdeckt

Auf Sri Lanka erzählt man sich, dass Eva im Paradies ihren Adam nicht mit einem Apfel, sondern mit einer Banane verführt habe. Eine alte Legende, die den Wissenschaftler Carl von Linné dazu veranlasste, der Kochbanane den wissenschaftlichen Namen "Musa paradisiaca" zu geben. Unsere Obstbanane aber erhielt den Namen "Musa sapientum", die Banane der Weisen. Man schreibt das 18. Jahrhundert, als Carl von Linné sein wissenschaftliches System des Pflanzenreiches begründet, auf dem unsere Biologie noch heute basiert. Es ist das Zeitalter der Entdeckungen. Staatsmänner erobern Ländereien, Geschäftsleute entdecken Bodenschätze, Wissenschaftler erforschen die Natur. Sie sammeln, botanisieren und katalogisieren ihre Erkenntnisse. Es sind die ersten wissenschaftlichen Erkenntnisse, die wir von der Banane haben, und viele von ihnen gelten noch heute.

Heranreifende Bananen an einer Staude. (Rechte: dpa)

Noch ein Jahr bis zur Ernte

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Staude mit gelben Fingern

Die größte Bananenpflanze in der Welt wird bis zu 15 Metern hoch und hat einen Umfang von zweieinhalb Metern, in der Regel allerdings werden Bananen zwischen drei und neun Meter hoch. Dennoch besitzt die Pflanze keinen Stamm. Was wir als Stamm wahrnehmen, sind in Wirklichkeit nur die Blätter, die sich während des Wachstums umeinander legen. Alle sieben bis zehn Tage wächst ein neues Blatt und bildet auf diese Art allmählich einen Scheinstamm. Ein Jahr lang lebt eine Banane auf der Plantage, im sechsten oder siebten Monat bekommt sie eine große, meist rote Blüte, die nach unten hängt. Aus den Fruchtknoten der weiblichen Blüten entwickeln sich die Früchte. "Banan" nannten sie die Araber schon vor vielen Jahrhunderten, was auf arabisch so viel bedeutet wie "Finger". Die einzelnen Früchte oder Finger wachsen zunächst wie die Blüte nach unten. Da sie sich aber an der Sonne orientieren, wenden sie sich während des Wachstums immer mehr zum Licht, so dass sie krumm werden.

Nach etwa einem Jahr sind die Bananen reif und können geerntet werden. Bei der Ernte wird die Mutterpflanze abgeschlagen, doch sie hat schon für Nachwuchs gesorgt – unter der Erde hat sich vom Rhizom - dem Wurzelstock - aus ein neuer Schössling gebildet, aus dem eine neue Pflanze heranwächst. Es gibt bis zu tausend verschiedene Sorten – kleine, dicke, dünne, rote, ja sogar pinkfarbene und gestreifte Bananen. Nicht alle sind essbar, aber diejenigen, die wir essen, benötigen jede Menge Pflege.

Viele Bananenplanzen mit großen Blättern auf einer Plantage in Costa Rica mit Bewässerungskanal, aufgenommen in den 90er Jahren (Rechte: dpa)

Sie brauchen viel Wasser, Sonne und Pflege

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Plantagenanbau

Damit eine Pflanze auch auf den großen Plantagen gut gedeiht, wird viel Aufwand betrieben: Zunächst bestimmen die Plantagenarbeiter, welche Jungpflanze weiter wachsen soll. Nur eine Tochterpflanze, diejenige, die genug Sonne bekommt, wird ausgewählt, die anderen werden einfach entfernt. Bekommt die Pflanze die Blüte, müssen die einzelnen Blätter sorgfältig entfernt werden, sobald sie sich braun färben. Um die Pflanze vor Schädlingen zu schützen, wird die Blüte in eine dünne Plastikfolie eingepackt und mit einem dünnen Farbband markiert. Die Banane wächst rund ums Jahr, weshalb jede Woche eine andere Farbe an die jeweiligen Plastikfolien angebracht wird. So wissen die Plantagenarbeiter, in welcher Woche welche Pflanzen geerntet werden.

Die Banane gedeiht am besten im warmen, feuchten Klima. Ein Klima, das leider auch Schädlinge aller Art favorisieren. Um den vielen möglichen Krankheiten Herr zu werden, wird vielerorts noch immer jede Menge Chemie eingesetzt. Eine weitere Methode, Krankheiten zu verhindern ist das Beschneiden der erkrankten Blätter, wofür besondere Messer eingesetzt werden, die auch hoch hinauf reichen. Trotz vieler Vorsichtsmaßnahmen lässt sich eine intensiv bewirtschaftete Bananenplantage allerdings nur einen gewissen Zeitraum halten. Die Banane benötigt reichhaltig Nährstoffe aus dem Boden, sodass die Böden bald ausgelaugt sind. Nach etwa 20 Jahren muss deshalb in der Regel eine neue Plantage angelegt werden.

Eine naturgetreue Zeichnung von Maria Sibylla Merian aus dem 18. Jahrhundert. Zu sehen sind die Blüte und die Früchte einer Banane –außerdem eine Raupe und ein Schmetterling. (Rechte: AKG)

Die Banane in der botanischen Malerei des 18. Jahrhunderts

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Energielieferant

Die Inhaltsstoffe der Banane sind ungewöhnlich ausgewogen und vielfältig. Aus dem Alltag wissen wir, dass die Banane eine gute Nahrungsergänzung für Babys und Sportler ist. In den Erzeugerländern wird die Anverwandte der Süßbanane, die "Mehlbanane", verwendet und zubereitet wie bei uns die Kartoffel. Der Anteil an Stärke, den Kohlenhydraten, stellt die grundlegende Verwandtschaft her. Bei der Obstbanane ist der Anteil des Kohlenhydrats Fruchtzucker sehr hoch. Diese Anteile liefern die Energie für unseren Körper, ähnlich dem Energieanteil der Kartoffel. Außerdem hat sie einen hohen Gehalt an Mineralien wie zum Beispiel Kalium. Auch die Vitamine A, B, C und E sind vorhanden. Deshalb ist vielen Diätpulvern eine Trockensubstanz aus Bananen beigemischt.

Die Inhaltsstoffe der Banane haben zudem eine heilende Wirkung, vorwiegend im Magen- Darmbereich. Die Banane wirkt auf den Magen basisch und verhindert damit eine Übersäuerung. Und schließlich ist die Banane auch ein "Antreiber" für das Gehirn. Der Inhaltsstoff Tryptophan regt im Gehirn die Produktion des Hormons Serotonin an - ähnlich wie die Schokolade - und bewirkt eine leicht euphorische Wirkung. Wahrlich eine paradiesische Frucht.

S. Hiller, S. Maier-Bode, Stand vom 01.06.2009

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