Vitaminmangel im Alter
Einseitige und nährstoffarme Ernährung
Danach wurde bei jedem zweiten über 70-jährigen Patienten bei der stationären Einweisung eine Mangelernährung festgestellt. Alte Menschen essen oft einseitig und nährstoffarm: Statt Obst und Gemüse immer nur Weißbrot und Pudding. Es schmeckt nicht mehr. Die Hände zittern, das Schlucken fällt schwer und oft machen schlecht sitzende Zahnprothesen das Kauen zur Qual. Allein lebende Senioren sind besonders gefährdet. Wenn die Kräfte nachlassen und die Lebensfreude schwindet, dann vergeht oft die Lust am Kochen und auch der Appetit. Im Anfangsstadium bleibt ein daraus resultierender Vitaminmangel häufig unerkannt, da vor allem die fettlöslichen Vitamine noch im Körper gespeichert sind. Auf Dauer kann es allerdings zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen kommen, heißt es in einer Broschüre der Deutschen Seniorenliga.
Körpereigene Immunabwehr wird geschwächt
Stehen zum Beispiel nur selten tierische Nahrungsmittel auf dem Speiseplan, weil das Fleisch sich so schwer kauen lässt, so wird der Körper nicht mehr ausreichend mit Proteinen versorgt, die für den Erhalt der Knochenmasse benötigt werden. Hinzu kommt, dass dem Stoffwechsel wichtigen Spurenelemente wie Zink und Eisen fehlen. Eisenmangel aber vermindert den Sauerstofftransport der roten Blutkörperchen und verursacht so ein anhaltendes Gefühl von Müdigkeit und Erschöpfung. Für den Erhalt der Knochenmasse benötigt der Körper vor allem Kalzium, das in Milchprodukten und einigen Gemüsesorten enthalten ist. Bei der Kalziumaufnahme aus der Nahrung spielen wiederum die Vitamine C, D und K eine wichtige Rolle. Sie unterstützen den Stoffwechsel bei dieser Aufgabe. Mitunter leiden ältere Menschen in Folge von Verdauungsstörungen auch unter einem Vitamin B12 Mangel, da der Darm dieses für die Blutbildung wichtige Vitamin nicht in ausreichendem Umfang aufnehmen kann. Die Folge: Die körpereigene Immunabwehr wird geschwächt, Herz und Lunge werden nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Auch das Risiko geistig zu verwirren ist deutlich erhöht.
Jochen Zielke, Stand vom 25.10.2006
Sendung: Vitamine - Elixiere des Lebens, 26.10.2006


