Die Entdecker des Insulins: Banting und Best

Diabetes

Die Entdecker des Insulins: Banting und Best

Die beiden Mediziner Frederick Grant Banting und Charles Best sind die Entdecker des Insulins. Nachdem sie lange experimentiert hatten, gelang es ihnen 1921 erstmals, das lebenswichtige Hormon aus der präparierten Bauchspeicheldrüse eines Hundes zu gewinnen. Damit setzten sie einen Meilenstein in der Geschichte der Medizin. 1923 konnte das Hormon erstmals industriell isoliert werden - das war die Rettung für Hunderttausende von Diabetikern. Die Belohnung kam noch im selben Jahr - der Medizin-Nobelpreis für Frederick Banting.

Dem Insulin auf der Spur

Obwohl Frederick Banting und Charles Best nicht die Ersten waren, die sich mit Insulin beschäftigten, gelang den beiden Medizinern der Durchbruch in der Erforschung des lebenswichtigen Hormons. Sie gelten heute als seine Entdecker.

Die Entdecker des Insulins, Fredrick Banting (rechts) und sein Mitarbeiter Charles Herbert Best mit ihrem berühmten Versuchshund Marjorie.

Fredrick Banting (r.) und sein Mitarbeiter Charles Herbert Best

Frederick Banting war der Sohn eines kanadischen Farmers. 1916 schloss er sein Medizin-Studium an der Universität von Toronto ab und eröffnete bald darauf eine orthopädische Praxis. Parallel dazu unterrichtete er an der Universität Medizinstudenten. Eines seiner Hauptthemen war der Diabetes mellitus, auch deshalb, weil ein Freund von ihm an der Krankheit gestorben war. Zwar war bekannt, dass das Insulin eine Schlüsselrolle beim Diabetes spielte, doch bis dahin war es keinem Forscher gelungen, das Hormon aus der Bauchspeicheldrüse zu isolieren.

Während seiner Recherchen kam Banting auf die Idee, den Eingang der Bauchspeicheldrüse abzuschnüren. Auf diese Weise, so dachte er, würden die Inselzellen, die das Insulin produzieren, nicht wie bei vorherigen Isolationsversuchen zerstört werden. Doch für die weiteren Forschungen brauchte Frederick Banting ein Labor und einen Assistenten.

Ein gutes Team: Frederick Banting und Charles Best

Beides vermittelte ihm John James Richard Macleod. Der renommierte schottische Mediziner war Leiter des physiologischen Instituts und stellte Banting den jungen Medizinstudenten Charles Best zur Seite. In den Sommermonaten des Jahres 1921 begannen die beiden mit ihren Experimenten im Labor des Instituts. Der neun Jahre jüngere Charles Best war der Sohn eines Arztes. Er beschäftigte sich unter anderem intensiv mit Biochemie. Zunächst begannen die beiden Mediziner mit Experimenten an den Bauchspeicheldrüsen toter Hunde und ungeborener Kälber. Am 30. Juli 1921 war es dann so weit. Den beiden Forschern gelang der endgültige Durchbruch, sie spritzten das Insulin, das sie durch Abschnüren der Bauchspeicheldrüse eines Hundes gewonnen hatten, einem zuckerkranken Tier. Daraufhin sank dessen Blutzuckerspiegel - die Isolierung des Insulins war gelungen.

Beschwerlicher Weg

Spritze mit Insulin.

Insulinspritze: überlebenswichtig für viele Diabetiker

Bis das Insulin allerdings auch Menschen zur Verfügung stand, mussten die Forscher noch einige Hindernisse überwinden. Zunächst testeten sie das Insulin in Eigenversuchen und stellten fest, dass das enthaltene Fremdeiweiß Probleme machte, weil es giftig war. Das zeigten kurz darauf auch Versuche an Diabetikern. Daraufhin engagierte Institutsleiter Macleod den kanadischen Biochemiker James Bertram Collip. Ihm gelang es, das Fremdeiweiß mithilfe eines speziellen Verfahrens zu isolieren. 1922 setzten die Ärzte das Insulin erfolgreich bei einem Patienten ein. Kurz darauf begann der weltweite Siegeszug des Insulins. 1923 wurde es erstmals industriell gewonnen, zunächst noch aus den Bauchspeicheldrüsen von Rindern. Seit Anfang der 1980er Jahre wird Insulin - als erstes Medikament überhaupt - mithilfe gentechnisch veränderter Bakterien hergestellt.

Einer geht leer aus

Frederick Banting und der Physiologe John Macleod, der maßgeblich an den Forschungen beteiligt war, bekamen 1923 den Nobelpreis für Medizin. Charles Best ging leer aus. Banting, der sich später Sir Frederick Banting nennen durfte, protestierte erfolglos und teilte daraufhin sein Preisgeld mit seinem Mitarbeiter. Auch Macleod behielt das Geld nicht, sondern gab die Hälfte an den Biochemiker James Bertram Collip ab.

Schwarzweiß-Porträt von Charles Best.

Charles Best in den 1970er Jahren

Frederick Banting und Charles Best beschäftigten sich nach ihrem bahnbrechenden Erfolg weiter mit dem Thema Diabetes. 1932 wurde das Banting-Best-Institut an der Universität von Toronto gegründet, in dem beide Forscher arbeiteten. Frederick Banting kam 1941 auf Neufundland beim Absturz eines Militärflugzeuges ums Leben. Charles Best starb 1978 in Toronto, im hohen Alter litt der Mitentdecker des Insulins selbst an Diabetes mellitus.

Autor/in: Christiane Tovar

Stand: 15.11.2013, 12:00

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