Pfalz

Weinreben mit Felder im Hintergrund

Süddeutschland

Pfalz

Jahrhundertealte Burgen, tiefe Wälder und idyllische Weinorte – die Pfalz ist voller Gegensätze. Im Westen liegt der Pfälzerwald, der als größtes zusammenhängendes Waldgebiet Deutschlands gilt. In der östlich gelegenen Rheinebene dagegen liegen kleine Dörfer zwischen sanften Hügeln und Reben.

Die Weinstraße

85 Kilometer lang ist die Deutsche Weinstraße, die durch die vorder- und südpfälzische Hügellandschaft führt. Hier herrschen mit viel Sonne, wenig Frost und lehmhaltigen Böden ideale Bedingungen für den Weinbau.

Den Wein brachten die Römer im 1. Jahrhundert nach Christus mit. Im milden Klima der Rheinebene wachsen aber auch Feigen und Zitronen – sogar Tabak wird seit Jahrhunderten angebaut.

Hohe Erträge und Spitzenlagen

Heute ist die Pfalz mit über 3500 Winzern nach Rheinhessen das zweitgrößte Weinbaugebiet Deutschlands. Vor allem weiße Rebsorten werden hier angebaut, nach wie vor dominiert der Riesling. Lange Zeit zählten die Winzer vor allem auf hohe Erträge.

Das Weinfest in Bad Dürkheim bei nacht.

In Bad Dürkheim findet das größte Weinfest der Welt statt

Doch in den vergangenen 20 Jahren setzten sie zunehmend auf Qualität, viele Weine schafften es in die Spitzenklasse. Berühmte pfälzische Weinlagen heißen zum Beispiel Forster Ungeheuer, Deidesheimer Paradiesgarten oder Gimmeldinger Meerspinne.

An der Weinstraße – in Bad Dürkheim – findet das größte Weinfest der Welt statt: der Dürkheimer Wurstmarkt. Jedes Jahr im September zieht dieses Fest hunderttausende Besucher an.

Historische Burgen

Entlang der Haardt, dem östlichen Rand des Pfälzerwalds, stehen noch über 100 Burgen und Ruinen. Im Mittelalter waren es gut fünf Mal so viele, die meisten wurden im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) zerstört.

Oft wurden sie auf Anhöhen errichtet, von denen man eine gute Sicht in die Rheinebene hatte. Berühmt ist die Burg Trifels bei Annweiler, in der im 12. Jahrhundert für kurze Zeit der englische König Richard Löwenherz gefangen gehalten wurde.

Burg Trifels bei Annweiler auf einem Felsen der Pfalz.

Hier wurde der englische König Richard Löwenherz für kurze Zeit gefangen gehalten

Nach dem Hambacher Schloss ist Trifels heute die am häufigsten besuchte pfälzische Burg.

Ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert stammt die Burg Berwartstein bei Dahn. Sie ist die einzige noch bewohnte Burg in der Pfalz. Gebaut wurden die Burgen meist aus dem roten Buntsandstein, der aus den Steinbrüchen der Region stammte.

Der Pfälzerwald

Der Naturpark Pfälzerwald ist mit etwa 1800 Quadratkilometern eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Europas.

Zusammen mit seiner Fortsetzung in den Nordvogesen bildet er das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord. Hier leben auch bedrohte Tierarten wie Wildkatze, Luchs und Fledermaus.

Der Pfälzerwald im Herbst.

Der Pfälzerwald ist sich selbst überlassen

Einige sogenannte Kernzonen stehen unter besonderem Schutz: Hier wird der Wald sich selbst überlassen, auf eine Bewirtschaftung ganz verzichtet.

Kranke oder abgestorbene Bäume dürfen langsam verrotten und bieten so Lebensraum für Pilze und Insekten.

Die wiederum ziehen viele Vögel, darunter diverse Spechtarten, an.

Menschen dürfen diese Kernzonen nur auf ausgewiesenen Wegen betreten. In einigen Jahrzehnten kann so auf einer Fläche von fast 4000 Hektar ein Urwald entstehen.

Autorin: Katharina Bueß

Stand: 12.01.2017, 10:00

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