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Islam

Nach den Attentaten vom 11. September 2001 hat der Islam in den westlichen Staaten ein Imageproblem. Fanatiker, wie die Anhänger der Terrororganisation Al-Kaida, haben sich in den Vordergrund der Berichterstattung gedrängt. Dabei gibt es etwa 1,2 Milliarden Muslime auf der Welt. Fast alle üben ihren Glauben friedlich aus. Doch was ist der Islam? Wie ist er entstanden? Was sind die fünf Säulen des Islam? Die zweitgrößte Religion der Welt hat eine spannende Geschichte.

Hindert der Islam den Fortschritt? (3'50'')Die Blütezeit der meisten islamischen Länder ist vorbei. Bildung, politische Systeme und Industrie liegen oft brach. Das liegt daran, dass der Islam zu eng ausgelegt wird, meinen Wissenschaftler wie Ahmed Zewail, ägyptischer Chemiker und Nobelpreisträger.

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Die Entstehung des Islam

Jede Religion, mit Ausnahme des Hinduismus und der japanischen Naturreligion Shintoismus, beginnt mit auserwählten Personen. Im Buddhismus ist das Siddharta Gautama, der durch Askese und Meditation zur Erleuchtung gelangte. Das Judentum kennt gleich mehrere Gründer. So gelten Abraham, Isaak und Jakob als Väter des Volkes Israel. Dazu kommt Moses, der auf dem Berg Sinai die Thora, die heilige Schrift der Juden, von Gott bekommt. Für die Christen ist Jesus von Nazareth der auserwählte göttliche Messias. Der Islam gründete sich auf die Offenbarungen des Propheten Mohammed (570-632 nach Christus). Er lebte in Mekka und Medina und empfing im Laufe seines Lebens immer wieder Botschaften von Gott. Diese Offenbarungen (Suren) sind im Koran gesammelt.

ne Gruppe von indischen Männer sitzt auf Teppichen, ins Gebet versunken. (Rechte: dpa)

Moslemische Männer in Kaschmir

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Die Glaubensrichtungen

Im Islam gibt es zwei große Glaubensrichtungen: die Sunniten und die Schiiten. Die Anhänger der Schia (Shiiten) machen nur etwa ein Zehntel der Moslems aus. Im Iran zum Beispiel ist die Shia Staatsreligion. Im Irak und in Aserbaidschan leben ebenfalls sehr viele Schiiten.
Die meisten Moslems aber sind Sunniten. Sie glauben an die Sunna. Unter der Sunna versteht man alles, was Mohammed laut Überlieferung gesagt, getan und entschieden hat. Grundsätzlich tun dies auch die Schiiten. Die unterschiedliche Entwicklung der beiden Glaubensrichtungen beginnt mit dem Tod des Propheten Mohammed. Dabei geht es um den Nachfolge des Propheten. Die Schiiten glauben, dass Mohammeds Schwiegersohn Ali der rechtmäßige Nachfolger gewesen wäre. Sie sind davon überzeugt, dass dies der eigentlich Wille des Propheten war. Stattdessen wurde ein anderer ausgesucht. Abu Bakr - ein enger Berater des Propheten.
Die Sunniten haben damals Abu Bakr als Nachfolger akzeptiert. Man nannte ihn Kalif. Der jeweilige Kalif war von da an der akzeptierte Stellvertreter des Propheten. 1924 wurde das Kalifat abgeschafft. Seither gibt es bei den Sunniten keine von allen anerkannte religiöse Autorität mehr. Anders bei den Schiiten. Bei ihnen spielt der Leiter einer Gemeinde (Iman) eine wichtige Rolle. Sie glauben an seine Unfehlbarkeit. Die geistlichen Führer, zum Beispiel früher Ajatollah Chomeini im Iran, haben dadurch auch eine große weltliche Macht.

Betende Moslems vor der Moschee von Herat in Afghanistan. (Rechte: dpa)

Afghanische Moslems beten in Herat

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Das Zuckerfest

Was für Christen das Weihnachtsfest ist, ist für Muslime "Id Al-Fitr". Diese Festlichkeit ist in einigen Kulturkreisen auch als Zuckerfest bekannt, weil an diesem Tag vor allem Kinder reichlich mit Süßigkeiten beschenkt werden. Das Fest wird am ersten Tag nach dem Ramadan gefeiert und beschließt sozusagen das Ende der Fastenzeit. Der Ramadan wird nach dem Mondkalender berechnet und findet jedes Jahr zu einer anderen Zeit statt. Deshalb wird das Zuckerfest - anders als das christliche Weihnachten - nicht jedes Jahr zur selben Zeit gefeiert. Das Fasten während des Ramadan ist eine der fünf Säulen des Islam.

Andrea Oster, Stand vom 13.07.2011
Sendung: Arabien - Auf dem Weg in die Demokratie?, 11.04.2011

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