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Hitler und Mussolini - eine fatale Freundschaft

Benito Mussolini und Adolf Hitler  - die Verbündeten im Zweiten Weltkrieg brachten unvorstellbares Leid und Tod über die Völker der Welt. Mussolini war in den 20er Jahren Hitlers großes Vorbild, von ihm schaute der Nationalsozialist sich später so manche Kniffe ab. Doch nach Hitlers Machtübernahme wendete sich das Blatt. Mussolini geriet zunehmend in das Kielwasser des deutschen Diktators.

Das Bild zeigt Hitler und Mussolini in einem offenen Wagen fahrend. Beide Diktatoren scheinen sich zu amüsieren. (Rechte: dpa)

Staatsbesuch unter Diktatoren

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Das erste Treffen in Venedig

Im Juni 1934, ein gutes Jahr nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland, erfüllte sich endlich Hitlers großer Wunsch: In Venedig traf er den Mann, um dessen Autogramm er in den 20er Jahren bereits vergeblich die italienischen Behörden ersucht hatte: den "Duce" Benito Mussolini. Voller Ehrfurcht und sichtlich unsicher trat Hitler dem italienischen Diktator gegenüber.

Hitler im Anzug und Mussolini in Militäruniform machen einen gemeinsamen Spaziergang durch den Park. Beide schauen ernst und betreten. (Rechte: Interfoto)

Gemeinsamer Spaziergang im Park, Venedig 1934

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Benito Mussolini war zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Zenit seiner Macht: Seit 1922 regierte er und hatte das faschistische Italien immer mehr zu einem totalitären Staat ausgebaut. Das imponierte dem Deutschen. Er zeigte sich beeindruckt von den gigantischen Militärparaden und den pompösen Reden Mussolinis, denen die Massen begeistert lauschten.

Es war offensichtlich - der "Duce" hatte sein Volk im Griff, gab sich als weltmännischer Staatsmann und imperialer Feldherr. Mussolini hingegen war zu diesem Zeitpunkt noch nicht sehr von Hitler angetan. Er wollte keine Verpflichtungen eingehen und sah Italien im europäischen Mächtepoker eher als "Zünglein an der Waage". Ihm schwebte eine Rolle als Vermittler zwischen England, Frankreich und dem aufstrebenden, nationalsozialistischen Deutschland vor. Noch war Hitler für Mussolini keine Konkurrenz, aber das sollte sich bald ändern.

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Mussolini und Hitler (3'33'')
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Die "Achse Rom-Berlin"

Im Gegensatz zum Deutschen Reich war Italien das strukturell unterlegene, das archaischere Land. Die Modernisierung fand vor allem im Norden statt, im Dreistädte-Eck Turin, Mailand und Genua. Der Süden galt als rückständig und arm. Doch diese Strukturschwäche hielt Mussolini nicht davon ab, seine imperialen Ziele im Mittelmeerraum und Afrika zu verfolgen. Der "Duce" träumte von einem neuen Imperium, das bis an den Indischen Ozean grenzen sollte. 1934 besetzte Mussolini Libyen, ein Jahr später begann er den Eroberungsfeldzug gegen Abessinien, heute Äthiopien. Doch Mussolini hatte sich verkalkuliert: So leicht waren die Äthiopier nicht zu besiegen, der Krieg kostete viel mehr Ressourcen und Menschenleben als erwartet. Das war für Hitler der willkommene Zeitpunkt, Mussolinis faschistisches Italien endlich enger an sich zu binden. Er beteiligte sich zwar nicht an den Sanktionen des Völkerbundes gegen Italien, lieferte aber den Äthiopiern Waffen, um den Krieg künstlich zu verlängern.

Hitlers Rechnung ging auf: 1936 engagierte Italien sich nicht nur auf der Seite Deutschlands und Francos im Spanischen Bürgerkrieg, sondern schloss mehrere Bündnisse mit Hitler-Deutschland. Am 1. November 1936 verkündete Mussolini die "Achse Rom-Berlin". Die Verbündeten wollten sich hinsichtlich ihrer antikommunistischen Politik und ihre Expansionsinteressen annähern. Zudem sah das Bündnis wirtschaftliche Vereinbarungen vor. Innenpolitisch begann mit der "Achse Rom-Berlin" die Übernahme der "totalen Kontrolle" über die Gesellschaft, zu der auch die 1938 verabschiedeten Rassegesetze in Italien zählten.

Das Bild zeigt Mussolini in Mantel und Hut gemeinsam mit Hitler in Uniform. Mussolini lächelt erleichtert über seine Befreiung. (Rechte: dpa)

Mussolini nach seiner Befreiung durch deutsche Truppen

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Kriegsverbündete - im Kielwasser Hitlers

Am 22. Mai 1939 unterzeichneten Italien und Deutschland den "Stahlpakt". Dieser Pakt sah eine enge militärische Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung im Falle eines Angriffskriegs vor. Mit diesem Bündnis verpflichtete Hitler Italien als Partner für den Zweiten Weltkrieg, der am 1. September 1939 mit dem Überfall auf Polen begann. Doch Mussolini musste passen: Weder der Zustand der italienischen Truppen noch die Rohstoffvorräte des Landes ließen kriegerische Handlungen zu. Seit 1935 hatte Italien sich fast durchgängig im Krieg befunden, die Menschen waren müde, die Reserven aufgebraucht. Daher erklärte Mussolini Hitler zunächst, dass sein Land nicht kriegsfähig sei. Hitler wies Italien daraufhin die Rolle des Nachschubgebiets für das Deutsche Reich zu, sodass Italien wirtschaftlich bald völlig abhängig von seinem großen Bündnispartner war.

Als es ein Jahr später so aussah, als würde Hitler kurz vor der Verwirklichung seiner imperialen Träume stehen, verkündete der "Duce" am 10. Juni 1940 den Eintritt Italiens in den Zweiten Weltkrieg. Doch es kam anders - der schnelle Sieg blieb aus. Mussolinis Griechenlandfeldzug war ein Desaster, es folgte Niederlage auf Niederlage. Als sich das Blatt längst zugunsten der Alliierten gewendet hatte und alliierte Truppen auf Sizilien gelandet waren, setzte der Faschistische Großrat Mussolini am 25. Juli 1943 mit einfachem Mehrheitsbeschluss ab.

König Vittorio Emanuele III. verhaftete den "Duce" und ließ ihn in den Abruzzen festhalten. In dieser Situation besetzten deutsche Truppen Italien und befreiten Mussolini in einer spektakulären Aktion. Hitler ernannte seinen "Freund" Mussolini zum Oberhaupt der Marionettenrepublik von Salò am Gardasee. Von dort aus versuchte Mussolini vergeblich, die Herrschaft über Nord- und Mittelitalien mithilfe der Deutschen wiederzuerlangen. Als die Kapitulation der Deutschen unmittelbar bevorstand, floh Mussolini mit seiner Geliebten in die Schweiz. Doch vor der Grenze wurde er im April 1945 von Partisanen gestellt und erschossen.

Sandra Kampmann, Stand vom 29.09.2009
Sendung: Mussolini - Aufstieg und Fall des faschistischen Diktators, 29.09.2009

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