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Warum heißt Amerika eigentlich Amerika?

Es ist einer der größten Irrtümer in der Wissenschaftsgeschichte: Mit völlig falschen Koordinaten sticht Christoph Kolumbus 1492 in See. Etwa 6000 Kilometer, so vermutet er, liegen zwischen den Azoren und Indien. Er hat nahezu alles falsch berechnet, was man nach damaligem Wissensstand falsch berechnen kann. Kolumbus fährt ins Blaue hinaus - und trifft mitten ins Schwarze. Nach gut zwei Monaten auf hoher See entdeckt er Amerika, den Landriegel, der den Weg nach Asien versperrt. Doch die Bedeutung seiner Entdeckung hat er Zeit seines Lebens verkannt. Er hat ihr auch nie einen Namen gegeben. Kolumbus geht davon aus, dass er in Indien ist - und diese Region ist ja schon benannt.

Der Kupferstich zeigt ein Porträt von Amerigo Vespucci. (Rechte: AKG)

Diesem Mann verdankt Amerika seinen Namen: Amerigo Vespucci

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Kurz bevor Kolumbus 1506 stirbt, krank, verspottet, vergessen und allein, erscheint ein schmales Büchlein, verfasst von einem gewissen Amerigo Vespucci. Der hat zwischen 1503 und 1504 zum ersten Mal die brasilianische Küste besegelt und ist zu der Erkenntnis gelangt, dass es sich bei der riesigen Landmasse nicht um Asien handelt, sondern um einen unbekannten Kontinent. Diese "Neue Welt" schildert er in seinem Büchlein. Kein Wort verliert er darin über Kolumbus, der gut zehn Jahre vorher dort angekommen war. Heute ist klar, dass dieses Buch nicht auf Fakten beruht, sondern in der Fiktion eines listigen Buchdruckers entstanden ist. Er hat einen privaten Brief dieses Amerigo Vespucci ausgeschmückt.

Das Buch ist im 16. Jahrhundert ein Bestseller, in vier Sprachen übersetzt - und unter den Seefahrern das Gesprächsthema. Als ein Jahr später, 1507, die beiden deutschen Kartographen Martin Waldseemüller und Matthias Ringmann die Weltkarten aktualisieren, benennen sie den neuen Kontinent "Amerika" - nach seinem angeblichen Entdecker Amerigo Vespucci. Die Fälschung fliegt auf, doch der Landname "Amerika" ist nicht mehr aus den Köpfen zu bekommen. Auch der berühmte flämische Kartograph Gerhardus Mercator überträgt ihn 1538 auf den gesamten Doppelkontinent. Die von einigen Zeitgenossen vorgeschlagene Umbenennung "Kolumba" setzt sich nicht durch.

Die Grafik zeigt ein goldenes Dollar-Zeichen. (Rechte: WDR)

Vom Peso zum Dollar

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Woher stammt das Dollarzeichen?

Am 6. Juli 1785 verabschiedete sich der Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika vom Pfund, vom Shilling, vom Penny und vom Farthing als den Währungseinheiten der früheren Kolonialherren. Er erklärte den Silberdollar samt seiner Unterteilungen nach dem Dezimalsystem zur Währung der neu gegründeten Vereinigten Staaten. Als Kürzel für den Dollar wurde ein S mit senkrechtem Strich benutzt. Ein S findet sich im Wort "Dollar" aber nicht. Das Dollarzeichen hat auch kein Grafiker entworfen. Es ist das Kürzel des mexikanischen Peso.

Als der Dollar in den Vereinigten Staaten eingeführt wurde, mangelte es anfangs noch an Bargeld. Deshalb blieben als Ersatz für den Dollar die aus Spanisch- Amerika - vor allem aus Mexiko - stammenden Acht - Reales- Stücke im Umlauf. Auch später, nach der Unabhängigkeitserklärung Mexikos im Jahre 1821 blieben die Acht - Reales- Stücke der mexikanischen Republik noch Teil der umlaufenden Münzen. Da der mexikanische Peso bei der englischsprachigen Bevölkerung auch "Spanish Dollar" also spanischer Taler genannt wurde, hieß der nichtspanische Taler nur einfach "Dollar". Erst am 21.Februar 1857 durfte man in den Vereinigten Staaten mit dem Peso nicht mehr bezahlen.

Durch die jahrzehntelange Gleichsetzung der spanisch- amerikanischen großen Silbermünzen mit dem Dollar der Vereinigten Staaten war es auch für die Buchhalter nicht notwendig gewesen, die verschiedenen Münzsorten als unterschiedliche Währungen zu notieren. Im Gegensatz zum Dollar, hatte der Peso aber eine Jahrhunderte lange Geschichte in spanisch- amerikanischen Dokumenten der Kolonien. Die Bezeichnung "Peso" (spanisch: Gewicht) gibt es schon seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Alte Schriftstücken des Amerika- Archivs in Sevilla dokumentieren, dass die Buchhalter den immer wiederkehrenden Begriff Peso oft recht schludrig geschrieben haben. Das Wort Peso schrumpfte dadurch immer mehr, bis es nur noch als Ps und schließlich als S erschien. Der senkrechte Strich ist der Rest des P.

Katharina Beckmann/Bärbel Heidenreich, Stand vom 01.06.2009

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