Aquarium für Anfänger

ein kleiner Junge fischt mit einem Netz in einem Aquarium herum

Aquarien

Aquarium für Anfänger

Wer sich ein Aquarium zulegen möchte, steht vor einer Vielzahl von Fragen und Entscheidungen. Hier nicht den Überblick zu verlieren, ist gar nicht so einfach. Doch Hilfen gibt es aus Büchern, von erfahrenen Aquarianern, in Internetforen und auch im Fachhandel. Das wichtigste ist, erst einmal festzustellen, welches Aquarium das Richtige für einen ist. Dann erst kann man mit dem Hobby beginnen und wird viel Freude damit haben. Aber fertig wird man nie, denn ein Aquarium ist immer im Wandel.

Das richtige Aquarium

Für den Anfänger sind vor allem robuste, einfach zu haltende Fischarten geeignet, etwa die bunten lebendgebärenden Zahnkarpfen. Dazu gehören Guppys, Schwertträger und Mollys. Das Becken sollte zwischen 100 und 200 Liter fassen. Solche Aquarien sind sehr preiswert zu erhalten – vollständig mit Abdeckung, Beleuchtung und Unterschrank.

Wichtig, und oft ein Ausschlusskriterium, ist der Standort. Direktes Sonnenlicht sollte man vermeiden, das führt zu starkem Algenwuchs. Bei größeren Aquarien ab 400 Litern (Gewicht über eine halbe Tonne!) sollte man auch überprüfen, ob der Boden tragfähig genug ist. Fußbodenheizungen und Ähnliches könnten da Probleme machen.

Von kleinen Becken unter 100 Litern sollte der Anfänger die Finger lassen. Diese sind sehr schwer stabil zu halten und verursachen mehr Arbeit als große Aquarien.

Die Größe des Aquariums ist auch von den Fischen abhängig, die man halten möchte. Große Fische benötigen große Aquarien, in kleine Becken von 50 Litern passen nur noch recht wenige Fischarten und davon auch nur wenige Exemplare.

Bunter Guppyschwarm in dicht bepflanztem Aquarium

Guppys sind die richtigen Anfängerfische

Jetzt wird’s gemütlich – die Einrichtung

Bei der Einrichtung ist man im Prinzip frei. Dem Fisch ist es eigentlich egal, ob man zur Dekoration ein Plastikwrack ins Becken stellt oder einen blubbernden Taucher. Wichtig ist nur, dass die Einrichtung den Bewohnern alles bietet, was sie zum Leben benötigen, zum Beispiel Verstecke oder Schutzräume, je nach den Bedürfnissen der jeweiligen Art.

Viele Einrichtungsmaterialien können das Wasser nachteilig beeinflussen, daher sollte man sie als Anfänger lieber im Fachgeschäft kaufen.

Gut ausgewaschener Sand oder Kies sind als Bodengrund geeignet, Wurzeln oder Steine als Versteck und zur Gliederung des Beckens. Pflanzen sehen nicht nur schön aus, sondern dienen auch als Versteck. Hier gibt es sehr viele Möglichkeiten. Ganze Buchreihen beschäftigen sich mit diesem Thema.

Aquarium mit Fischen, Pflanzen und Wurzeln

Ausreichende Versteckmöglichkeiten sind wichtig für viele Arten

Technik nicht nur für Freaks

Auch wenn ein Aquarium noch so hübsch eingerichtet ist, ohne Technik funktioniert es nicht. Die Grundelemente sind die Beleuchtung, eine Heizung und ein Filter. Hierfür besondere Empfehlungen auszusprechen, ist sehr schwierig.

Anfänger sind oft ganz gut beraten, wenn sie auf die aufeinander abgestimmten Komplettsets guter Hersteller zurückgreifen. Darin sind zumindest das Becken, ein regelbarer Heizstab, eine Abdeckung mit ausreichender Beleuchtung durch Leuchtstoffröhren und mitunter auch ein passendes, stabiles Untergestell enthalten.

Es gibt außerdem eine ganze Reihe von Fischarten, die sich in den bei uns üblicherweise gut geheizten Wohnungen auch ohne zusätzliche Heizung halten lassen.

Die üblichen Abdeckungen mit Beleuchtung entwickeln derart viel Wärme, dass diese Becken im Sommer sogar eher zu warm werden. 24 bis 26 Grad werden dort selten unterschritten. Aber da moderne regelbare Heizstäbe sehr preiswert sind, ist es sinnvoll, diese zur Sicherheit trotzdem einzubauen.

In manchen Sets ist auch ein Filter enthalten. Zum richtigen Filter gibt es allerdings die unterschiedlichsten Ansichten. Die einen schwören auf Filter, die außerhalb des Beckens stehen, weil man diese leichter reinigen kann. Andere bevorzugen Filter im Inneren des Aquariums, weil dabei nichts auslaufen kann.

Wiederum andere schwören auf Eigenbauten wie den Hamburger Mattenfilter für wenige Euro, die genauso gut funktionieren. Preislich gibt es nach oben keine Grenzen, bis hin zur computergesteuerten Vollautomatik fürs gesamte Becken, die Wasserwerte und eine Vielzahl von gemessenen Parametern ins Internet überträgt.

Das richtige Futter

Früher sind Aquarienbesitzer mit feinen Keschern losgezogen und haben in Tümpeln und Teichen nach lebendigem Futter für ihre Schützlinge gesucht. Das ist heute meist verboten.

Inzwischen gibt es im Handel die unterschiedlichsten Futtersorten für alle Aquarienbewohner. Vom Trockenfutter über Lebendfutter bis hin zu gefrorenen Futtertieren gibt es eigentlich alles, was die Fische benötigen.

Wer möchte, kann sich auf einfache Art aber auch einige Futtertiere selbst züchten. So kann man Wasserflöhe sehr leicht in Wassereimern nachziehen. Sie benötigen nur ausreichend Licht, eine Belüftung, und können zum Beispiel mit angerührter Trockenhefe gefüttert werden.

Auch kleine Salzkrebschen für das Meerwasseraquarium lassen sich leicht aus Trockeneiern aufziehen. Anders als beim gekauften Futter, schleppt man sich mit der Eigenzucht keine Parasiten und Krankheiten ein.

Aquariengeschäft mit mehreren Schaubecken.

Der Fachhandel bietet für jede Fischart das richtige Futter an

Fische ziehen erst später ein

Wer direkt nach dem ersten Einrichten seines Aquariums alle Fische auf einmal einsetzt, geht ein großes Risiko ein. Die Ausscheidungen der Fische reichern sich im Aquarium an, da es darin noch nicht ausreichend viele Bakterien gibt, die diese abbauen können.

Das giftige Ammoniak aus den Ausscheidungen wird nämlich von sich schnell vermehrenden Bakterien zu ebenfalls giftigem Nitrit umgewandelt.

Aber ausgerechnet die Bakterien, die das Nitrit in relativ ungiftiges Nitrat umwandeln könnten, brauchen rund zwei Wochen, um sich ausreichend zu vermehren. Daher reichert sich das giftige Nitrit an, was zum Tod aller Fische führen kann. Man sollte daher mindestens zwei Wochen warten, bis man die ersten Fische einsetzt.

Idealerweise sollten zudem nicht alle Aquarienbewohner auf einmal ihr neues Zuhause beziehen, sondern nach und nach über mehrere Wochen verteilt.

Wasser ist nicht gleich Wasser

Man muss kein Chemiker sein, um das Aquarienwasser regelmäßig auf seine Qualität zu überprüfen. Für die wichtigsten Parameter gibt es Teststäbchen, die man kurz ins Wasser taucht und deren Farbumschlag mit einer Tabelle vergleichen kann.

Genauer sind Testsets, bei denen man flüssige Reagenzien in eine Probe des Aquarienwassers tropft. Einige Werte lassen sich auch mit elektronischen Geräten messen, aber die sind teuer und eher etwas für Aquarianer, die viele Becken besitzen und ihr Hobby intensiv betreiben.

Die wichtigsten Tests: Der Säuregrad des Wassers (pH-Wert) ist wichtig, da viele Fische bestimmte Säuregrade bevorzugen. Ammonium, Ammoniak und Nitrit zeigen den Verschmutzungsgrad an und können zu Vergiftungen führen. Nitrat ist zwar recht ungiftig, kann aber in höheren Dosen auch schädlich sein, wenn es sich zu sehr anreichert.

Die Wasserhärte misst man, da viele Fische entweder weiches oder hartes Wasser bevorzugen. Weiches Wasser lässt sich aus Leitungswasser mittels Umkehrosmose-Kartuschen gewinnen.

Da durch die Fütterung ständig neue Nährstoffe ins Becken gelangen und sich anreichern, muss man diese nach Möglichkeit regelmäßig entfernen.

Stark wachsende Pflanzenarten kann man ernten und zurückschneiden. Dadurch werden viele Nährstoffe entzogen. Trotzdem sind regelmäßige Wasserwechsel notwendig - von etwa einem Drittel bis zur Hälfte des Wassers. Das senkt die Schadstoffkonzentration im Aquarium.

Nicht nur für Vereinsmeier: Aquarienvereine bieten Hilfe

Wer sich gerne ein Aquarium zulegen möchte und keine Freunde und Bekannte hat, die bereits Erfahrung auf diesem Gebiet mitbringen, hat im Prinzip zwei Möglichkeiten.

Erstens: Man kann sich in einem gut ausgestatteten Geschäft beraten und eine passende Ausstattung zusammenstellen lassen. Nach einigen Monaten wird der frischgebackene Aquarianer dann gelernt haben, ob die Beratung und die Ausrüstung ihr Geld wert waren – womöglich zu Lasten der Fische.

Zweitens: Die bessere Alternative bietet der Kontakt zu erfahrenen Aquarianern, die nicht unbedingt an einem verdienen möchten. Die beste Möglichkeit, solche Menschen kennenzulernen, sind die vielen Aquarienvereine, die es bundesweit gibt.

Dort ist Expertenwissen versammelt, welches man sich niemals ohne Anleitung anlesen kann. Die jahrzehntelange Erfahrung der Aquarianer ist durch nichts aufzuwiegen.

Mann putzt teilweise entleertes Aquarium.

Hilfe durch erfahrene Aquarianer vermeidet Fehlschläge

Autor: Vladimir Rydl

Stand: 04.09.2017, 10:57

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