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Die Zähne unserer Ahnen

Fehlende Zähne galten zu allen Zeiten als Makel. Schon lange vor unserer Zeitrechnung wurden Ersatzzähne aus Tierknochen, Elfenbein oder Kalbszähnen gefertigt. Die Römer befestigten ausgefallene Zähne mit Golddrähten und Bändern wieder an den Nachbarzähnen. Die gefragtesten Lückenfüller waren stets menschliche Zähne. Sie blieben geruchsneutral und verfärbten sich nicht. Um an Menschenzähne zu gelangen, wurden sogar Leichen gefleddert.

Rüssel und Stoßzähne eines Elefanten. (Rechte: Mauritius)

Beliebter Zahnersatz: Elfenbein

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Prothesen aus Ebenholz

Im 17. Jahrhundert waren in Japan Prothesen aus Ebenholz beliebt. Schwarze Zähne galten als Schönheitsideal, verheiratete Frauen schwärzten sich sogar die gesunden Zähne. In China gibt es noch heute einen Volksstamm, der diese Tradition aufrecht erhält. Bis ins 18. Jahrhundert war Zahnersatz eine reine Schönheitsmaßnahme, kauen konnte damit niemand. Erst mit dem Gipsabdruck kam die Wende. Dank der genauen Vorlage konnten Ersatzzähne aus Porzellan endlich individuell angepasst werden.

Pharaostatue aus Stein. (Rechte: WDR)

Pharaonen lächelten nicht

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Pharaonen mit Zahnschmerzen

Die Herrscher des alten Ägyptens hatten unsagbar schlechte Zähne. Das fand die britische Zahnärztin Judith Miller heraus, als sie nach einer Ägyptenreise die Zähne jahrtausendealter Mumien genauer unter die Lupe nahm. Bei den Zähnen der alten Gebisse lagen teilweise die Nerven frei oder die Kieferknochen waren so deformiert, dass der Besitzer kaum noch den Mund öffnen konnte. Alles äußerst rätselhaft, fand die passionierte Zahnärztin und widmete sich daraufhin dem Studium der Forensischen Ägyptologie. Warum hatten die Ägypter keine Zahnärzte? Nicht einmal völlig verfaulte Zähne, die eigentlich schon fast von selbst hätten ausfallen müssen, wurden gezogen. Karies im Wurzelbereich war keine Seltenheit, der Zahnschmelz war oft vollständig abgerieben. Das Essen muss damals eine Qual gewesen sein.

Das Brot war Schuld. Die Suche führte Judith Miller auf die Spur einer uralten Ähre. Eine besonders grobe Weizenart wurde von den alten Ägyptern bis ins 3. Jahrhundert vor Christus zum Brotbacken verwendet. Die Körner waren so hart, dass zum Mahlen Sand beigemischt werden musste. Der fand sich natürlich auch im Brot wieder und malträtierte die Zähne. Erst als die Griechen in Ägypten die Herrschaft übernahmen, wurden andere Getreidearten eingeführt. Beinahe schlagartig besserte sich auch der Zustand der Zähne.

Porträt von George Washington. (Rechte: Temp)

George Washington

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Der Präsident ohne Zähne

Als George Washington 1789 Präsident der Vereinigten Staaten wurde, war er 57 Jahre alt und hatte nur noch einen Zahn. Er musste sogar schon mit 40 Jahren eine Prothese tragen. Der untere Teil seiner Prothese war ein zurechtgeschnitztes Büffelhorn, auf dem mit Nieten menschliche Zähne befestigt wurden. Das Ganze steckte er dann einfach so in den Mund. Klar, dass das wackelte und er damit nicht gut essen konnte. Es heißt, bei offiziellen Staatsdinners konnte er keine vollständige Mahlzeit zu sich nehmen. Der Präsident beließ es bei der Suppe. Wenn Washington portraitiert wurde, stopfte er sich angeblich die Wangen mit Tüchern aus, um einigermaßen passabel auszusehen. An seinem verkniffenen Blick ist also nicht sein Charakter schuld. Er musste den Mund so zusammenkneifen, um seine Zähne zu verstecken.

Immo Sennewald, Stand vom 22.03.2011

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