• Zum Inhalt springen
  • Zur Hauptnavigation springen
  • Zur Themennavigation springen
  • Zum Suchfeld springen
Logo von Planet Wissen

Planet Wissen
Zirkusbären

  • Hilfe
  • Kontakt
  • WDR
  • SWR
  • BR Alpha

Themennavigation

  • Natur Technik
  • Politik Geschichte
  • Kultur Medien
  • Länder Leute
  • Sport Freizeit
  • Alltag Gesundheit

Suche

Hauptnavigation

  • Startseite
  • Sendungskalender
  • Wissen interaktiv
  • Bildergalerien
  • Podcast
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Hilfe
  • Impressum

Navigationspfad

Sie befinden sich hier:

  • Planet Wissen
  • Natur & Technik
  • Tier und Mensch
  • Bär und Mensch
  • Zirkusbären

Zirkusbären

Einem Fahrrad fahrenden Bären wird man in freier Wildbahn wohl kaum begegnen. In Zirkussen hingegen zeigen sie allerlei merkwürdige Kunststücke: Bären sitzen auf Fahrrädern, laufen Rollschuh, gehen auf Stelzen oder tanzen im Takt zur Musik. Diese Zirkusnummern entsprechen keineswegs dem natürlichen Verhalten, sondern sind das Ergebnis von Dressur, Abrichtung und damit einhergehenden Quälereien. Viele Tierschutzorganisationen und Biologen, die das Halten von Bären in Zirkussen vehement ablehnen, weisen immer wieder auf diese Missstände hin.

Ein Aktionsplakat gegen die Grausamkeit, die Zirkustieren widerfährt. Darauf ist ein Bär zu sehen, der mit einem Fahrrad durch eine Berglandschaft fährt. (Rechte: Noah - Menschen für Tiere e.V.)

Rad fahren ist Bären nicht in die Wiege gelegt worden

Vergrößern

Mehr zum Artikel

Bär und Mensch
Videos
Bärenkult
Zirkusbären
Verhaltensregeln
Literatur & Co
Link-Tipps

Grausame Unterhaltung

Schon seit langer Zeit werden Bären weltweit als Attraktion und zur Belustigung des Menschen missbraucht. Im Alten Rom etwa gab es Zirkusveranstaltungen und Schaukämpfe, in denen die "bestialischen Tiere" grausam gequält wurden. Auch das "Bärenreizen" war ein beliebtes Spektakel, bei dem ein gefesselter Bär von Hunden, mit Peitschen und Pfeffer traktiert wurde. Dieses gnadenlose Spiel wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts gesetzlich verboten.

Eine Zeichnung in Farbe, die einen Bärentreiber mit Bären darstellt. (Rechte: Margarete Steiff GmbH, Giengen)

Dressur ist immer eine Form der Gewalt

Vergrößern

Den Willen brechen

Zwar werden heute in Zirkussen die brutalsten Praktiken, wie sie jahrhundertelang eingesetzt wurden, nicht mehr angewandt. Zum Beispiel stellte man Bären auf glühend heiße Planken, um ihnen das "Tanzen" beizubringen. Trotzdem wird immer noch zu fragwürdigen Trainingsmethoden wie Futterentzug, Prügel und Stromschlägen gegriffen, um den Tieren das beizubringen, was sie in der freien Wildbahn niemals tun würden. Meistens verfahren die Dompteure nach dem Prinzip "Strafe und Belohnung". Denn freundliches Zureden und Loben allein bringt keinen Bären dazu, Seil zu springen, also lässt man sie hungern und winkt so lange mit dem Leckerbissen, bis sie die von ihnen verlangte Akrobatik beherrschen. Dressur ist immer auch eine Form von Gewalt: Der Wille des Tieres wird gebrochen, das heißt der Bär willigt nicht ein, sondern gibt klein bei. Was bleibt ihm anderes übrig?

Kleine Käfige

Nicht zuletzt sind Zirkusbären häufig auch in viel zu kleinen und engen Käfigen untergebracht, die ihrem natürlichen Bedürfnis nach Bewegung nicht gerecht werden. Auch der ständige Ortswechsel, die langen Transportwege und die Wartezeiten in den Käfigen verursachen Stress. Wer Bären wirklich mag, lässt sie, wie andere Tiere auch, in Frieden.

Ein Schausteller bringt einen schwarzen Bär dazu, sich auf die Hinterbeine zu stellen, indem er ein Seil nach oben zieht, das an der Nase des Bären befestigt ist. (Rechte: dpa)

Freiwillig tanzt dieser Bär nicht

Vergrößern

Tanzen Bären wirklich?

Zu allen Zeiten schmückten sich Fürsten und Herrscher gern mit Bären. Die breite städtische Öffentlichkeit sah sie oftmals als dressierte Tanzbären. Im 19. Jahrhundert zogen fahrende Schausteller mit ihnen von Ort zu Ort. Fröhlich tanzende Bären wurden als Attraktion vorgeführt. Sobald eine Melodie erklang, bereitete es den Bären scheinbar genauso viel Freude wie den Menschen, sich im Takt hin- und herzubewegen. Anfang des 20. Jahrhunderts begegnete man dem Tanzbär auf allen Jahrmärkten. Er war die Vorlage für die ersten handgeschnitzten Bären in Deutschland und in der Schweiz. Selbst die Urform des heutigen Gummibärchens hieß in den 1920er Jahren noch Tanzbär.

Aber die Bären tanzten nicht von sich aus - und sie tanzten auf keinen Fall gerne. Vielmehr wurden sie durch Folter dazu gezwungen. Junge Bären wurden auf eine glühend heiße Eisenplatte gestellt. Während sie aufgrund des Schmerzes die Beine hochzogen, ertönte Musik. Damit sie nicht weglaufen konnten, wurden sie angekettet.

Durch die ständige Wiederholung der Prozedur verbanden die Tiere schließlich den Schmerz allmählich mit dem Erklingen der Musik. Diese qualvolle Erfahrung in der Kindheit brachte die dressierten Tanzbären dazu, beim Ertönen von Musik immer die Beine zu heben und scheinbar zu tanzen.

Susanne Wagner, Stand vom 02.11.2010

Mehr zum Thema

Bildcollage zum Thema Tier und Mensch (Rechte: SWR)

Tier und Mensch


  • Tierzucht im Zoo
  • Dressurgeschichte
  • Tierschutz
  • Tiermedizin
  • Zoos

nach oben

  • Seite empfehlen
  • Seite drucken
  • Impressum

URL dieser Seite: http://www.planet-wissen.de/natur_technik/tier_und_mensch/baer_mensch/zirkusbaeren.jsp

© WDR / SWR / BR-alpha 2012

WDR, SWR und BR-alpha sind nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.