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Regenwald

Rund um den Globus erstrecken sich in den immerfeuchten, warmen Regionen beiderseits des Äquators die bedeutendsten Urwälder der Erde - die tropischen Regenwälder. Das hier herrschende Klima ermöglicht das Wachstum des grünen Dschungels: Die Niederschlagsmenge liegt meist über 2000 Millimeter, teilweise sogar bei 10.000 Millimetern im Jahr, und mit Durchschnittstemperaturen um 25 Grad Celsius ist es das ganze Jahr über gleichbleibend warm.

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Die Regenwälder der Erde (5'11'')
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Regenwaldtypen

Der tropische Regenwald wird in verschiedene Typen gegliedert. Man unterscheidet je nach Höhenlage die Mangrovenwälder in Küstennähe, die Tieflandregenwälder und die Bergregenwälder. Charakteristisch ist die Gliederung der Vegetation in mehrere "Stockwerke". Die oberste Etage besteht aus vereinzelt stehenden sehr großen Bäumen, die eine Höhe von 60 Metern erreichen können. Darunter liegt die Kronenregion mit 15 bis 45 Meter hohen Bäumen. Das dichte Blätterdach lässt nur sehr wenig Sonnenlicht (etwa ein Prozent) zum Boden durch. Am Waldboden gedeihen daher vor allem schattenliebende Arten. Viele Pflanzen harren als Samen oder als kleine Sämlinge aus, bis sich ihnen eine Chance zum Wachstum bietet - zum Beispiel wenn ein altersschwacher Urwaldriese stürzt und dabei ein Loch in die dichte Kronendecke reißt.

Blick auf einen Tieflandregenwald am Segamafluss in Malaysia. (Rechte: mauritius images)

Tieflandregenwald in Malaysia

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Tropisches Universum

Manche Regenwälder, wie etwa im Amazonasgebiet, existieren bereits seit Jahrmillionen. Entsprechend lange unterliegen die Böden einer intensiven Verwitterung. Hierbei spielt die chemische Verwitterung aufgrund des ganzjährig warmen und feuchten Klimas eine große Rolle. Die für die Pflanzen lebensnotwenidigen Nährstoffe werden dabei meist vollständig aufgelöst. Die Folge: Die Böden sind sehr nährstoffarm und eigentlich unfruchtbar. Dass die tropischen Regenwälder dennoch zu den produktivsten Ökosystemen der Welt zählen, verdanken sie einem perfekten Nährstoff-Recycling: Abgestorbene Pflanzen oder tote Tiere werden von zahlreichen Organismen sofort zersetzt und damit dem Nährstoff-Kreislauf wieder zugeführt.

Ein rotäugiger Baumfrosch erklimmt ein Blatt im Regenwald. (Rechte: Imago)

Der Artenreichtum im Regenwald ist überwältigend

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Artenvielfalt

Die tropischen Regenwälder beherbergen den von allen Ökosystemen größten Reichtum an Tier- und Pflanzenarten. Gründe für diese Vielfalt sind das hohe Alter dieser Lebensräume, das gleichmäßige Klima und die "Stockwerke" der Wälder. In den vielen verschiedenen ökologischen Nischen finden entsprechend viele unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten Platz. Während die Zahl der Arten sehr groß ist, ist die Zahl der Individuen einer Art eher klein.

Alle Bewohner des Regenwaldes müssen sich spezialisieren, um nicht im grünen Dickicht unterzugehen. Vor allem Licht und Nährstoffe sind hier Mangelware. Daher gibt es unter den Pflanzen viele Kletterkünstler, wie Lianen und Winden. Auch viele Blumen und Farne wachsen auf großen Bäumen, um ans Licht zu gelangen. Die Nährstoffe nehmen sie meist aus dem Regenwasser auf. Solche Aufsitzerpflanzen werden als Epiphyten bezeichnet. Viele Urwaldbäume verfügen über sogenannte Stützwurzeln. Sie wurzeln an oder dicht unter der Oberfläche, um so besser an die wenigen Nährstoffe zu gelangen. Halt geben ihnen die zum Stamm hin brettartig verbreiterten Wurzeln.

Die Würgerfeigen haben sich etwas Besonderes einfallen lassen: Ihre Samen keimen auf den Ästen großer Bäume. Von dort aus wachsen die langen Wurzeln am Stamm entlang abwärts, bis sie sich im Boden verankern können. Nach und nach wird der Wirtsbaum immer enger umschlossen, quasi erwürgt, bis er schließlich abstirbt.

Nebelschwaden und Dunstwolken ziehen über die Hänge eines Bergregenwalds in Costa Rica. (Rechte: Interfoto)

Regenwälder erzeugen ihr eigenes feuchtes Klima

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Ökologische Bedeutung

Tropische Wälder haben es in sich: Abgesehen von ihrem Artenreichtum und der Schönheit erfüllen sie mannigfaltige Funktionen, die nicht nur für die Bewohner des Regenwaldes wichtig sind. Sie sind Speisekammer, Apotheke, Wasserspeicher und Klimaregulator in einem. So sind etwa über 80 Prozent aller weltweiten Nutzpflanzen tropischen Ursprungs, wie beispielsweise Banane, Kakao oder Gummi. Viele Tier- und Pflanzenarten sind noch nicht entdeckt worden, nur etwa ein Prozent ist bislang wissenschaftlich erforscht. Trotzdem entstammt diesem kleinen Anteil untersuchter Arten bereits mehr als ein Viertel unserer rezeptpflichtigen Medikamente. Andere Arten wiederum gelten dank ihrer Inhaltsstoffe als nützliche Schädlingsbekämpfungsmittel.

Regenwälder funktionieren wie Riesenschwämme, die Regenwasser aufsaugen und es über die Blätter wieder ausschwitzen. Sie produzieren ihre eigenen Wolken und der Verdunstungszyklus sorgt auch in weit entfernten Trockengebieten für lebensnotwendige Niederschläge. Außerdem spielen Tropenwälder eine wichtige Rolle als "grüne Lunge". Sie speichern große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid und mindern so die vom Menschen verursachte globale Erwärmung.

Susanne Wagner, Stand vom 08.06.2010
Sendung: Naturparadies Borneo, 08.06.2010

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