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Der Stern von Bethlehem - ein ungelöstes Rätsel

"Als aber Jesus zu Bethlehem in Judäa geboren war, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem, die sprachen: Wo ist der neue König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Morgenland aufgehen gesehen und sind gekommen, ihm zu huldigen." (Matthäus 2, 1-2) Seit die Weihnachtsgeschichte erzählt wird, gibt es Theorien darüber, was der Stern von Bethlehem war: eine Supernova, ein Komet oder eine außergewöhnliche Planetenkonjunktion?

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Die Supernova-Theorie

Unter einer Supernova versteht die Astronomie einen Stern, der am Ende seiner Entwicklung durch eine gewaltige Explosion einen großen Teil seiner Masse verliert oder ganz zerstört wird. Eine Supernova leuchtet sehr viel heller als die Sterne in ihrer Umgebung. Der Astronom und Mathematiker Johannes Kepler beobachtete 1604 eine helle Supernova. Ein Jahr zuvor hatte er fast an der gleichen Stelle eine enge Begegnung (Konjunktion) der Planeten Jupiter und Saturn gesehen. Er ging davon aus, dass die hell leuchtende Supernova durch die Konjunktion Jupiters und Saturns entstanden war.

Illustration eines explodierenden Sterns. (Rechte: dpa/NASA)

Eine Supernova setzt riesige Mengen Licht frei

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Kepler errechnete, dass auch im Jahre 7 vor Christus eine Planentenkonjunktion stattgefunden hatte und zog den Schluss, dass auch der helle Stern, von dem die Evangelien in der Weihnachtsgeschichte erzählen, aus einer Konjunktion zweier Planeten entstanden sein musste. Für eine Supernova spricht, dass das "helle Leuchten" plötzlich am Himmel zu sehen war und dass sein Leuchten alle anderen Sterne am Himmel überstrahlt hatte. Gegen die Supernova-Theorie spricht, dass eine solch gewaltige Himmelserscheinung von den Astrologen des Altertums nicht unbemerkt geblieben wäre. Denn die sonst so zuverlässigen chinesischen Astronomen verzeichneten für den angenommenen Zeitraum der Geburt Jesus (zwischen 7 und 4 vor Christus) keine Supernova. Hinzukommt, dass die Explosion eines Sterns Überreste im Weltall hinterlässt. Diese lassen Rückschlüsse über den Zeitpunkt der Sternenexplosion zu. Von den bisher entdeckten Supernova-Resten fallen aber keine in das Zeitfenster, das für die Geburt von Jesus in Frage kommt.

Nachtlandschaft: zwischen zwei Bäumen ist ein heller Komet zu am Himmel zu sehen. (Rechte: Mauritius)

War der Weihnachtsstern ein Komet?

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Die Kometentheorie

Die meisten Menschen bringen den Stern von Bethlehem in Verbindung mit einem Kometen. Die Darstellungen des Weihnachtssterns in der Kunstgeschichte als Schweifkomet unter anderem vom italienischen Renaissance-Maler Giotto haben diesen Eindruck entstehen lassen. Kometen sind Himmelskörper aus Gestein und Eis, deren Kern meist 10 bis 100 Kilometer groß ist. Sie jagen auf berechenbaren Bahnen durch das Weltall und können regelmäßig wiederkehren - wie beispielsweise der Halleysche Komet.

Chinesische Aufzeichnungen belegen für das Jahr 5 vor Christus das Erscheinen eines Kometen, der auch im Vorderen Orient zu sehen gewesen ist. Gegen die Theorie, dass der Stern von Bethlehem ein Komet war, spricht allerdings, dass Kometen in der Astrologie des Altertums als Unheilsbringer angesehen wurden. Das Erscheinen eines Kometen wurde damals immer in Verbindung gebracht mit Seuchen, Hungersnöten, Erdbeben oder Dürren – auf keinen Fall mit der Geburt eines Königs.

Gemälde von 1825: Heilige drei Könige blicken zur Krippe. (Rechte: akg-images/Erich Lessing)

Folgten die Weisen einer Planetenkonjunktion?

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Die Theorie der Planetenkonjunktion

Im Jahr 7 vor Christus kam es zu einer außerordentlichen Begegnung von Jupiter und Saturn am Himmel: die beiden Planeten kamen sich sehr nahe (Konjunktion) und das innerhalb eines Jahr sogar dreimal. Die These über die dreifache Planentenkonjunktion von Jupiter und Saturn gehört zu den bekanntesten Theorien über den Stern von Bethlehem. Dreifachkonjunktionen von Planeten sind selten. Die letzte in unserer Zeit fand 1980/1981 statt (die 13. nach der "Weihnachtskonjunktion"). Eine nächste Dreierkonjunktion hat man für 2238 errechnet.

Entscheidend für die Theorie einer Planetenkonjunktion ist nicht nur ihre Beobachtung, sondern ihre astrologische Deutung. Für die Weisen aus Mesopotamien waren die Planeten nicht nur Himmelskörper. Alles, was sich am Himmel abspielte, entsprach Ereignissen auf der Erde. So stand der Planet Jupiter, "der Königsstern", für den höchsten babylonischen Gott "Marduk". Saturn entsprach dem Gott "Kajmanu"(Kaimun), einem Wandelstern, der mit dem König Israels in Verbindung gebracht wurde. Die dreifache Planetenkonjunktion fand im Sternbild Fische statt. Dieses Sternbild stand in Babylon auch für das Land Palästina. Die Konjunktion von Saturn und Jupiter konnte infolge der astrologischen Deutung nur einen Höhepunkt "im Himmel wie auf Erden" bedeuten: Ein neuer König musste in Palästina geboren worden sein.

Gegen die Theorie der Planetenkonjunktion im Jahr 7 vor Christus spricht allerdings, dass wir es hier mit zwei Planeten zu tun haben. Zu keinem Zeitpunkt haben aber Jupiter und Saturn so nahe beieinander gestanden, dass sie wie ein einziger heller Stern leuchteten. Das Matthäus-Evangelium erwähnt aber einen hellen Stern.

Fazit

Bis heute gibt es keine abschließende Antwort auf das Phänomen des Sterns von Bethlehem. Vielleicht hat es ihn als astronomisches Ereignis nie gegeben und die Antwort liegt in der symbolischen Kraft des Lichts: Wo ein Stern in der Dunkelheit hell leuchtet, ist Hoffnung.

Cordula Weinzierl, Stand vom 01.06.2009

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