Adolf Eichmann - Organisator des Grauens
1906 in Solingen geboren, wuchs er als Kind in Linz (Österreich) auf, wo er 1932 in die NSDAP eintrat. Bereits 1934 übernahm er in Berlin beim Sicherheitsdienst das "Juden-Referat". Nachdem er in den Folgejahren zunächst in Wien, dann in Prag die "Auswanderung", wie die Vertreibung der Juden beschönigend genannt wurde, organisiert hatte, kam er zurück nach Berlin. Dort wurde seine "Dienststelle Eichmann" nach der Wannseekonferenz zur zentralen Befehlsstelle für die Vernichtung der europäischen Juden.
Bei Kriegsende konnte Eichmann untertauchen und schließlich 1950 nach Argentinien fliehen, wo er unter dem Namen Ricardo Clement lebte. Dort spürte ihn 1960 der israelische Geheimdienst auf. Nach monatelanger Observierung wurde er im Mai festgenommen und neun Tage später nach Israel entführt, da zwischen Israel und Argentinien kein Auslieferungsabkommen bestand.
Der folgende Prozess führte dazu, dass nach Jahren des Schweigens nun auch in Israel öffentlich über den Holocaust gesprochen wurde. Weltweit wurde Hannah Arendts Buch über den Prozess "Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen" berühmt. Eichmann bekannte sich "nicht schuldig" und berief sich auf Befehle von Vorgesetzten. Aber das Gericht verurteilte ihn wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen das jüdische Volk zum Tode. Vollstreckt wurde das Urteil 1962. Seine Asche wurde über dem Meer verstreut.
Gabriele Trost, Stand vom 01.06.2009






