Bestimmung von Dinosauriern
Zwei große Ordnungen
Heute sind Hunderte Dinosaurier-Arten bekannt. Wegen der meistens unvollständigen Funde fällt eine eindeutige Bestimmung häufig schwer, so dass Forscher 500 bis 1000 bekannte Arten zählen. Durch wesentliche Unterschiede im Knochenaufbau, vor allen Dingen der Beckenknochen, lassen sich die Dinosaurier in zwei große Ordnungen unterteilen, die "Saurischier" und die "Ornithischier".
Echsenbecken-Saurier
Die Saurischier werden auch Echsenbecken-Saurier genannt und sind die wahrscheinlich ältere der beiden Ordnungen. Sie sind bereits für das späte Trias vor über 200 Millionen Jahren nachweisbar. Zu den Echsenbecken-Sauriern zählen riesige Pflanzenfresser wie die vierbeinigen Sauropoden und aufrecht laufende, fleischfressende Theropoden wie der Tyrannosaurus Rex. Die Saurischier besitzen einen nach vorne zeigenden Knochen im Hüftgürtel (Schambein), der an den Beckenaufbau von Reptilien erinnert. Weitere charakteristische Merkmale sind der mit Zähnen bestückte Kiefer und größere, das Gewicht verringernde Löcher im Schädel.
Vogelbecken-Saurier
Die Ornithischier waren ausschließlich Pflanzenfresser. Ihr Schambein zeigt nach hinten, ähnlich wie beim Skelett der Vögel - daher auch der Name Vogelbecken-Saurier, auch wenn sie mit den Vögeln sonst nicht direkt verwandt sind. Viele Ornithischier tragen einen Schnabel und Zähne, die eher zum Zermahlen als zum Beißen geeignet sind. Ornithischier sind erst für die Jurazeit nachgewiesen, sie tauchen also erst einige Millionen Jahre nach den ersten Saurischiern auf. Ihre Hauptlinien bilden sich erst in der Kreidezeit heraus, und am Ende dieser Epoche übertraf ihre Zahl wahrscheinlich die der Saurischier. Beide Ordnungen starben vor etwa 65 Millionen Jahren gleichzeitig aus.
Tobias Schlößer, Stand vom 26.05.2010
Sendung: Giganten der Urzeit - Dinosaurier in Deutschland, 28.05.2010






