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Leistungssport - Millionenverträge und Staatszuschüsse

Leistungssportler ist nicht gleich Leistungssportler: Die einen sind weltweit bekannt und verdienen im Laufe ihrer Karriere mehrere hundert Millionen Euro. Die anderen sind auf die Hilfe ihres Staates und einen wohlwollenden Arbeitgeber angewiesen, um ihr Trainings- und Wettkampfpensum erfüllen zu können.

Michael Schumacher jubelt. (Rechte: dpa)

Nicht jeder verdient Millionen

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Sportliche Multimillionäre

Zirka sechs Millionen Euro zahlten 2009 die Vereine "Los Angeles Galaxy" und "AC Mailand" an ihren Mittelfeldspieler David Beckham. Eine Menge Geld, aber beileibe kein Rekordwert - andere Vereine gaben deutlich mehr für ihre Spitzenspieler aus. So verdiente Cristiano Ronaldo bei "Real Madrid" 13 Millionen Euro, Zlatan Ibrahimovic wurden von seinem Arbeitgeber "FC Barcelona" zwölf Millionen überwiesen.

Und dennoch war Beckham 2009 der am besten verdienende Kicker weltweit. Denn zu seinem Gehaltsscheck kamen noch 26,4 Millionen Euro an Werbeeinnahmen: von seinem Ausrüster Adidas, für den er eine eigene Kollektion entwarf. Aber auch von Modemarken wie Calvin Klein oder Giorgio Armani, die erst einmal nichts mit Fußball zu tun haben. Doch Beckham ist spätestens seit seiner Hochzeit mit Spice-Girls-Sängerin Victoria Adams weit über die Fußballszene hinaus bekannt. Laut Forbes war Beckham 2009 damit der zweitreichste Sportler der Welt. Übertrumpft wurde er nur von Tiger Woods. Der amerikanische Golfer war der erste Sportler überhaupt, der es zum Dollar-Milliardär schaffte. Woods brauchte 13 Jahre, um diese Summe zu erspielen, die sich aus Preisgeldern, Antrittsprämien, Werbe- und Sponsorenverträgen zusammensetzt.

Kanutin Katrin Wagner beim Training. (Rechte: Imago)

Randsportart Kanu: uninteressant für Werber und Sponsoren

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Hohes Engagement, niedriger Verdienst

Doch diese riesigen Summen sind nicht die Regel, sondern die Ausnahme im Leistungssport. Laut einer Studie der Kölner Sporthochschule aus dem Jahr 2009 standen einem deutschen Spitzensportler im Durchschnitt 626 Euro im Monat zur Verfügung. Und das bei einer durchschnittlichen "Arbeitszeit" von 60 Stunden pro Woche. Damit verdient ein Spitzensportler deutlich weniger als der Durchschnittsbürger, ein Drittel von ihnen geht neben dem Sport noch arbeiten. Die soziale Absicherung fehlt oft, zudem existieren selten Pläne für das Leben nach der sportlichen Karriere.

Gerade, wenn man eine Randsportart betreibt, die außerhalb großer Wettbewerbe wie Weltmeisterschaften oder Olympischer Spiele kaum in den Medien präsent ist, ist es sehr schwer, lukrative Werbe- und Sponsorenverträge abzuschließen. Selbst mit einem Olympiasieg hat man lange nicht ausgesorgt: Eine Goldmedaille wurde 2008 von der Sporthilfe mit 15.000 Euro honoriert, dazu kommen noch Prämien des jeweiligen Verbandes.

Biathletin Magdalena Neuner feiert Olympiasieg. (Rechte: dpa)

Bekommt Sporthilfe-Gelder: Biathletin Magdalena Neuner

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Unterstützung durch die Sporthilfe

Die "Stiftung Deutsche Sporthilfe" will diese Diskrepanz etwas ausgleichen. 2009 unterstützte sie zirka 3800 Athleten in über 50 Sportarten. Ziel dabei: Die Sportler sollen sich so gut wie möglich auf ihr Training konzentrieren können. Gleichzeitig sollen die sportliche und die berufliche Karriere verbunden werden. Neben Leistungsprämien erhalten Spitzensportler finanzielle Zuwendungen für Studium und Ausbildung, Verdienstausfälle werden ausgeglichen, zudem werden Versicherungen zur Verfügung gestellt.

Im Laufe ihrer Karriere beziehen die meisten deutschen Leistungssportler Sporthilfe. Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver wurden 121 der 153 deutschen Teilnehmer von der Sporthilfe finanziell unterstützt - darunter auch Topathleten wie Biathletin Magdalena Neuner, Rennrodler Felix Loch oder Bobpilot André Lange.

Karl-Theodor zu Guttenberg mit Skifahrerin Maria Riesch. (Rechte: dpa)

Chef zu Besuch: Verteidigungsminister Guttenberg bei Olympia

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Sportler im Dienst der Bundeswehr

Auch von Seiten des Staates erhalten viele deutsche Topsportler Hilfen. Die Innenministerien unterstützen Sportleistungszentren, geben Zuschüsse für Lehrgänge, Wettkämpfe und Training, bauen Sportstätten und helfen finanziell bei der Austragung von internationalen Meisterschaften. Zudem ist der Staat als Arbeitgeber tätig. So waren 2010 mehr als 800 Sportler bei der Bundeswehr beschäftigt. Sie trainierten an 15 Standorten in sogenannten Sportfördergruppen. Mit dem normalen Dasein als Soldat haben die Sportsoldaten allerdings wenig gemein. Ihre Grundausbildung ist verkürzt, sie können sich - von wenigen Lehrgängen im Jahr abgesehen - ganz auf ihr Training konzentrieren. Zu den bekanntesten Sportsoldaten gehören Kati Wilhelm, Georg Hackl und Ronny Ackermann.

Auch Zoll und Polizei haben Sonderregelungen für Spitzensportler. Inzwischen kommt ein Großteil der Teilnehmer der Winterolympiaden aus diesem Umfeld. Von den 153 deutschen Athleten in Vancouver standen 100 in den Diensten von Bundeswehr, Zoll oder Polizei. Kritiker sehen darin allerdings eine Entwicklung hin zu "Militärfestspielen".

Ingo Neumayer, Stand vom 09.09.2010
Sendung: Der Leistungssport und seine Nebenwirkungen, 09.09.2010

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