Leonardo da Vinci – Das Universalgenie

Ein gezeichnetes Bild von Leonardo da Vinci

Erfinder

Leonardo da Vinci – Das Universalgenie

Er war Maler, Bildhauer, Architekt, Musiker, Mechaniker, Ingenieur, Philosoph und Naturwissenschaftler: Leonardo da Vinci (1452 bis 1519). Das Universalgenie ist berühmt für die Mona Lisa, seine anatomischen Zeichnungen und seine Proportionsstudie "Der vitruvianische Mensch".

Der Traum vom Fliegen

Neben der Kunst trugen die diversen Erfindungen zu seinem Ruhm bei, darunter ein Fallschirm, ein Taucheranzug und ein Panzer. Mit vielen dieser Tüfteleien war Leonardo seiner Zeit weit voraus.

Fliegen - davon träumte Leonardo da Vinci wie viele andere Menschen auch. Der Maler aus Italien beobachtete Vögel und entwickelte Flughilfen, die den Flügeln nachempfunden waren. Leonardo setzte aber nicht allein auf die Muskeln als Antriebskraft.

Er entwickelte unter anderem ein Fluggerät mit Luftschraube, einen Vorläufer des modernen Helikopters. Auch ein Gleitfluggerät, eine Art Fallschirm, hat der Tüftler entworfen. Der Fallschirm ist jedoch nicht rund geformt, sondern läuft spitz zu.

Da Vinci entwarf einen pyramidenförmigen Fallschirm mit einem Holzpüppchen in der Aufhängung.

Eine Zeichnung des Da-Vinci-Fallschirms

Experten waren überzeugt, dass dieses pyramidenförmige Gebilde aus Holz und Segeltuch niemals fliegen könne. Der Brite Adrian Nicholas und sein Team wollten es genau wissen. Also bauten sie den Fallschirm anhand von Leonardos Originalzeichnung aus dem Jahre 1483 nach.

Entgegen allen Warnungen testete Nicholas am 26. Juni 2000 den Fallschirm in 3000 Metern Höhe - und segelte sicher und sanft zu Boden. So wurde die Praxistauglichkeit von Leonardo da Vincis Idee nach 500 Jahren bestätigt: Der spitz zulaufende Fallschirm funktioniert.

Der Schöngeist im Dienste des Militärs

Leonardo da Vinci lebte in einer Zeit des Umbruchs, in der Renaissance. Er war so begabt und vielseitig, dass er diese Epoche wie kaum ein anderer verkörpert. Die einen sehen da Vinci daher als Universalgenie an. Andere hingegen empfanden ihn als sprunghaft, als einen Menschen, der seine Projekte nur selten abschloss. Deswegen geriet er manchmal in Schwierigkeiten und fiel bei seinen Auftraggebern in Ungnade.

Um neue Geldgeber aufzutreiben - meist waren dies adelige Herrscherhäuser -, musste der Künstler auf Wanderschaft gehen. Da Vinci nahm Aufträge an, die nur wenig mit Schönheit und Ästhetik gemein hatten. Zum Beispiel 1482: Da widmete er seinen Ideenreichtum dem Militär.

Ein Holzmodell von Leonardos Panzerfahrzeug

Holzmodell von Leonardos Panzer

Der Vatikan hatte zuvor Aufträge vergeben, Leonardo aber übergangen. Der gekränkte Maler siedelte daraufhin nach Mailand über. Er fand einen Mäzen in Herzog Ludovico Sforza, für den er ein berühmtes Denkmal schuf.

Da zu jener Zeit ständig Krieg herrschte zwischen den italienischen Stadtstaaten, brauchte Sforza dringend neues Kriegsgerät. Leonardo nahm sich der Sache an. Er entwarf Pläne für eine Rundfestung, die den feindlichen Kanonenkugeln besser standhalten sollte. Er entwickelte die ersten stromlinienförmigen Geschosse mit Steuerschwänzen sowie ein Schnellfeuergeschütz.

In Venedig entwarf er eine Taucherausrüstung mit Schnorchel und Taucherglocke, die gegen die türkische Flotte eingesetzt werden sollte. Sein größtes Militärprojekt war ein Panzer. Dieser hatte eine runde Grundfläche, lief oben spitz zu und war mit acht Kanonen bestückt. Zum Einsatz kam diese Kriegsmaschine allerdings nie.

Das Genie vom Lande

Dass Leonardo es so weit bringen würde, hatte zunächst niemand gedacht. Er wurde 1452 in einem kleinen Dorf in der Nähe der Stadt Vinci geboren - als uneheliches Kind. Seine Mutter war ein Bauernmädchen, sein Vater ein Notar.

Gemälde "Mona Lisa".

Das wohl bekannteste Lächeln der Welt

Leonardo wuchs im Hause seines Vaters auf. Lesen, Schreiben und Rechnen lernte er nur mühsam. Latein lernte er nie. Doch Leonardo besaß bereits in jungen Jahren viele Interessen und ein besonderes künstlerisches Talent. Sein Vater förderte diese Ambitionen, indem er ihn als Schüler zu einem Bekannten schickte: zu Andrea del Verrocchio, einem einflussreichen Bildhauer und Restaurator.

Leonardo da Vinci entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Maler und Bildhauer der Renaissance. Seine Werke hängen in den wichtigsten Museen der Welt, etwa im Louvre in Paris. Das Porträt der Mona Lisa gilt als das bekannteste Gemälde der Welt. Ein weiteres berühmtes Werk ist seine Zeichnung der menschlichen Proportionen.

Die Skizze wurde millionenfach als Posterdruck verkauft und ziert die Rückseite der italienischen 1-Euro-Münze. Die Zeichnung zeigt, wie sehr sich Leonardo für die Anatomie des Menschen interessierte. So sehr, dass er nachts trotz eines Verbots heimlich Leichen aufschnitt.

Modell einer Flugmaschine von Leonardo da Vinci

Modell einer Flugmaschine von Leonardo da Vinci

Leonardo faszinierten Maschinen. Er befasste sich mit dem Festungsbau, mit der Wehrtechnik und mit der Konstruktion von Brücken und Kanälen. Zu seinen bekanntesten Erfindungen zählen ein Automobil, ein dazugehöriges Getriebe, hydraulische Maschinen und ein Uhrwerk.

Zu seinem Nachlass zählen Pläne für Entwässerungsanlagen, Kriegsgerät und zahlreiche technische Entwürfe. Tausende von Zeichnungen und Erläuterungen, die er in Spiegelschrift festhielt.

Angeblich, um sich vor dem Verdacht der Ketzerei und vor Plagiaten zu schützen. Oder hatte die Spiegelschrift mit Leonardos Linkshändigkeit zu tun? Letztendlich ist bis heute ungeklärt, warum das Universalgenie sich dieser Schreibweise bedient hat.

Weiterführende Infos

Autorinnen: Ulrike Vosberg/Franziska Badenschier

Stand: 17.08.2015, 06:00

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