Dritte Phase: Der Rückzug und das Ende des Krieges

Schwarzweiß-Bild: Überlebende in einer zerstörten Stadt.

Der Zweite Weltkrieg

Dritte Phase: Der Rückzug und das Ende des Krieges

Von Martina Frietsch

Spätestens nach der verheerenden Niederlage von Stalingrad 1943 war klar, dass Deutschland den Krieg nicht gewinnen würde. Im Westen bombardierten britische und amerikanische Flieger deutsche Großstädte. Doch das NS-Regime rief trotz allem den "totalen Krieg" aus. Erst im Mai 1945, als die Truppen der Alliierten von allen Richtungen einmarschierten, kapitulierte Deutschland.

Europa: Die Alliierten rücken vor

Das Deutsche Reich verfügte 1943 kaum noch über Reserven; an der Ostfront wurde die Wehrmacht zurückgedrängt; im Westen bombardierten britische und amerikanische Flugzeuge die Großstädte; von Süden rückten ab Juli 1943 die Alliierten vor, nachdem die deutschen und italienischen Afrikatruppen kapituliert hatten.

Mit der Absetzung Mussolinis fiel Italien als Verbündeter weg – im Oktober 1943 erklärte das Land Deutschland den Krieg. Auch Rumänien, Bulgarien, Finnland lösten 1944 ihre Bündnisse mit Deutschland.

Zweifel am Sieg

Die Niederlage Deutschlands zeichnete sich immer deutlicher ab: Die Sowjetunion rückte weiter vor, eroberte 1944 Krim und Ukraine zurück und näherte sich Ostpreußen. Mehrere Millionen Menschen flohen aus Ostpreußen, Pommern und Schlesien vor der Roten Armee Richtung Westen.

Schwarz-weiß-Bild: Flüchtlingstreck vor Häuserruinen

Frühjahr 1945: Flucht aus den deutschen Ostgebieten vor den vorrückenden Truppen der Roten Armee

Auch in der deutschen Bevölkerung wuchsen die Zweifel am Sieg. Noch im Februar 1943 hatte Propagandaminister Joseph Goebbels den "Totalen Krieg" ausgerufen, um die letzten Kräfte zu mobilisieren. 1944 wurde aus nicht waffenfähigen Männern und der Hitlerjugend der sogenannte Volkssturm gebildet, der in der Heimat dem Vorrücken der Alliierten standhalten sollte.

D-Day: Der Einmarsch in der Normandie

In der Nacht zum 6. Juni 1944, dem D-Day, landeten unter amerikanischem Oberbefehl 150.000 alliierte Soldaten in der Normandie. Beteiligt waren US-Amerikaner, Briten und Angehörige der Commonwealth-Staaten, Franzosen und Polen. Eine zweite, noch stärkere Invasionswelle folgte am 12. Juni. Bis Ende Juli waren es rund 1,5 Millionen Soldaten, die auf Deutschland vorrückten.

Mit der Eröffnung der Westfront wurde das von der Invasion überraschte Deutschland deutlich geschwächt; Hitler hatte den Einmarsch alliierter Truppen erwartet – allerdings nicht in der Normandie, sondern am Ärmelkanal. Der Vormarsch kam im Winter 1944/45 ins Stocken.

Schwarzweiß-Bild: Amerikanische Soldaten landen an der Küste der Normandie

Juni 1944: D-Day - amerikanische Soldaten landen an der Küste der Normandie

Östlich rückte die Rote Armee mit knapp drei Millionen Soldaten im April 1945 auf Berlin zu. Hier stieß sie auf ein letztes Aufgebot aus Polizisten, SS und Jungen der HJ. Am 2. Mai kapitulierte die eingekesselte Stadt. Es dauerte bis zum 25. April 1945, bis amerikanische und sowjetischen Truppen an der Elbe bei Torgau aufeinandertrafen.

Am 30. April beging Hitler im Führerbunker Selbstmord. Die bedingungslose Kapitulation Deutschlands wurde am 8. Mai 1945 im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst unterzeichnet. Damit endete der Zweite Weltkrieg in Europa.

Der Krieg im Pazifik

Bis Mitte 1942 war Japan in mehrere asiatische Staaten einmarschiert und hatte große Teile Südostasiens unter seiner Kontrolle. Nach dem Vorrücken alliierter Streitkräfte geriet Japan ab Sommer 1942 immer stärker unter Druck. Entgegen Stalins Zusagen auf der Konferenz von Teheran 1943 trat die Sowjetunion nicht in den Krieg gegen Japan ein, sondern blieb neutral.

Im Pazifik kämpften vor allem US-amerikanische und australische Streitkräfte gegen das Kaiserreich, eroberten besetzte Gebiete wie Neuguinea und die strategisch wichtige Marianen-Inselgruppe und griffen ab 1944 Ziele auf dem japanischen Festland an. Im Oktober 1944 kam es beim Kampf um die Philippinen zur größten Seeschlacht im Zweiten Weltkrieg.

Die Atombomben von Hiroshima und Nagasaki

schwarzweiß-Bild: August 1945: Über Hiroshima explodierte die die erste militärisch eingesetzt Atombombe in der Geschichte der Menschheit

August 1945: Über Hiroshima explodierte die die erste militärisch eingesetzt Atombombe in der Geschichte der Menschheit

Um Japan endgültig zu besiegen, hatten die USA den weltweit ersten Einsatz von Atombomben beschlossen. Am 6. August wurde die erste Bombe auf die japanische Großstadt Hiroshima abgeworfen. Drei Tage später folgte der Atombombenabwurf auf Nagasaki. Die Auswirkungen waren verheerend: Bis heute gibt es nur Schätzungen, wie viele Menschen ums Leben kamen.

Mehr als 100.000 Bewohner der Städte starben direkt durch den Angriff. In den folgenden Tagen und Monaten waren es Zehntausende, die die Folgen der Atombombenexplosionen nicht überlebten. Bis heute hat die atomare Verstrahlung der Gebiete gesundheitliche Folgen für die Bevölkerung.

Am 2. September 1945 kapitulierte Japan bedingungslos. Vier Monate nach dem Kriegsende in Europa endete damit auch in Asien der Zweite Weltkrieg.

SWR | Stand: 01.06.2020, 21:00

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