Heilsame Ernährung

Heilsame Ernährung

Zwiebel-Honig-Sud gegen Husten oder Hühnersuppe gegen Erkältung – jeder kennt Hausmittelchen bei gängigen Erkrankungen. Aber auch bei schweren oder chronischen Krankheiten können Nahrungsmittel helfen. Hier ein paar Gesundmacher aus der Küche.

Bluthochdruck

Etwa 25 Mio. Menschen leiden unter Bluthochdruck, eine Erkrankung die viel durch den Lebensstil und die Ernährung ausgelöst wird. Gefährdet sind laut einer französischen Studie vor allem übergewichtige Menschen, die viel Salz, Fleisch und tierisches Eiweiß essen. Förderlich ist eine kaliumreiche Nahrung mit Blattgemüse, Hülsenfrüchten und ungesalzenen Nüssen oder Pistazien, Rote-Beete-Saft, Hibiskus-Tee und Vollkornprodukte, die in den Ruf stehen, in manchen Fällen die Blutdruckmedikamente überflüssig machen zu können. Auch dunkle Schokolade, gern mit Nüssen oder Mandeln, kann regelmäßig und in Maßen genossen (10 – 20 Gramm pro Tag) den Blutdruck senken.

Arteriosklerose

Die Verkalkung der Blutgefäße kann zu Thrombosen, zu Durchblutungsstörungen oder zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Auch hier rät der Ernährungsmediziner Prof. Andreas Michalsen zu einer fleischlosen Ernährung. Superfoods wie dunkle Beeren und Granatapfel-Saft verbessern die Durchblutung, Nüsse, Kürbiskerne und Hülsenfrüchte verringern das Arteriosklerose-Risiko. Und Knoblauch und rote Zwiebeln halten die Gefäße geschmeidig.

Schlaganfall und Herzinfarkt

Alles, was gegen Arteriosklerose hilft, hilft auch gegen Schlaganfall und Herzinfarkt. Zur Prävention sollte man auch Olivenöl, aber auch Leim- und Rapsöl in seinen Speiseplan einbauen und viel nitrathaltiges Gemüse wie Spinat, Ruccola, Mangold, Olivenöl und Sojaprodukte essen. Auch sollte man sich fleischfrei ernähren. Sojaprodukte können ein gesunder Ersatz für tierische Produkte sein. Wichtig: Menschen, die einen Schlaganfall oder Herzinfarkt hatten, sollten erst einmal nicht fasten.

Diabetes und Fettleber

Eine Vielzahl an Studien zeigen, dass bei Diabetes Essig – Balsamico- oder Apfel- Essig – heilsam wirken kann. Er hilft dabei die Blutzuckerwerte nach dem Essen zu verbessern. Beeren und Äpfel transportieren zwar Fruchtzucker, enthalten aber gesundes Quercetin – ein Flavonoid, das sich günstig auf den Glucosestoffwechsel auswirken soll. Ingwer – beispielsweise als Tee oder Pulver – reduziert den Appetit und verbessert eine Fettleber. Und einem Extrakt im Broccoli konnte nachgewiesen werden, dass er ähnlich wirkt wie das Diabetesmedikament Metformin.

Arthrose und Rheuma

Omega-3-Fettsäuren, die im Olivenöl, in fettem Fisch in Leinsamen oder in Walnüssen enthalten sind, wirken entzündungshemmend. Gewürze wie Chili, Kurkuma, Ingwer und Muskat können die Schmerzen lindern. Und Nahrungsmittel können auch anderweitig helfen: Ein Wickel aus gewalkten Kohlblättern nimmt Gelenkschmerzen ebenso wie eine Quark- oder Kohlpackung im Plastikhandschuh schmerzende Fingergelenke beruhigt.

Reizdarm

Menschen, die unter Reizdarm und anderen entzündlichen Darmerkrankungen leiden, stecken oft in einem Dilemma: Für den Darm wichtige und positiv wirkende Nahrungsmittel vertragen sie oft nicht. Manchmal lohnt sich der Versuch, den Darm langsam an solche Dinge wie Vollkornbrot oder Hülsenfrüchte zu gewöhnen, auch wenn sich die Symptome zunächst verstärken. Reizdarmbeschwerden lindern Gewürze wie Ingwer und Kurkuma, Leinsamenschleim und Flohsamen, Tees aus Kamille, Anis oder Kümmel und das Superfood Heidelbeeren, am besten getrocknet oder als Saft. 

Multiple Sklerose

Die Multiple Sklerose – auch Krankheit mit den tausend Gesichtern genannt – ist noch immer nicht umfassend erforscht und gilt als unheilbar. In verschiedenen Studien ist eine Linderung durch ketogene Ernährung (viel Fette und Proteine, möglichst keine Kohlehydrate) nachgewiesen. Präventiv soll eine Ernährung mit Ballaststoffen aus Vollkorn und Gemüse helfen, insbesondere Wurzelgemüse, Chicorée und Omega-3-Fettsäuren. Die finden sich unter anderem in Walnüssen, Leinsamen- und Rapsöl. Extrakte aus Schafgarbe und Weihrauch sollen Symptome mildern, ihre Einnahme sollte aber immer mit dem behandelnden Neurologen abgesprochen werden.

Parkinson

Auch bei Morbus Parkinson soll eine ketogene Ernährung die Symptome mildern. Präventiv können Nachtschattengewächse wie Tomaten, Auberginen und Paprika wirken. Auch der regelmäßige Verzehr von Äpfeln, Beeren und der Kaffee mit seinem Koffein gilt als ein Schutz vor der Erkrankung. Ob diese Nahrungsmittel auch bei einem ausgebrochenen Parkinson helfen, ist noch nicht bewiesen.

Krebs

Krebs mit Lebensmitteln zu heilen ist leider nicht möglich. Bestimmte Lebensmittel können die Widerstandskraft gegen diese Erkrankung jedoch steigern. Kreuzblütler wie Rosenkohl und Brokkoli, Zwiebel- und Knoblauchknollen, rote Früchte wie Äpfel und Weintrauben, Oliven und Olivenöl und Pilze aller Art sollen präventiv wirken. Aber auch Nüsse und Kaffee stärken die Abwehrkräfte gegen Krebs – eine Sicherheitsgarantie geben sie leider nicht.

Cholesterinsenker

Cholesterin ist ein Stoff, der wichtige Körperfunktionen wie die Fettverdauung, den Stoffwechsel im Gehirn oder die Hormonproduktion unterstützt. Rund drei Viertel des notwendigen Cholesterins stellt der Körper selbst her. Ist die Cholesterinzufuhr aus der Nahrung zu hoch und sind es vor allem Cholesterine mit einem hohen Lipidanteil, kann es zu Ablagerungen in den Gefäßen kommen. "Gute" Cholesterine finden sich in Mandeln und Nüssen aller Art, in Floh- und Leinsamen und in Gewürzen wie Kurkuma und Ingwer.

Stand: 23.04.2021, 12:00 Uhr

Darstellung: