Kleines Sammler-ABC

Deutsche Briefmarken 70 Cent und 10 Cent

Post und Briefmarken

Kleines Sammler-ABC

Von Gregor Delvaux de Fenffe

"Darf ich Ihnen meine Briefmarkensammlung zeigen?" Generationen von Sammlern haben begeistert Postwertzeichen gesammelt, abgelöst, sortiert und in ihre Sammlung eingeordnet – und auch heute noch ist das Sammeln von Postwertzeichen eine Beschäftigung, bei der man Geschichte und Weltgeschehen kennen lernt.

Gute Sammler – hochwertige Sammlungen

Für eine gute Briefmarkensammlung sind viele Faktoren entscheidend: Da kommt es beispielsweise auf das Geschick des Sammlers an, auf die Zeit, die er investiert, auf das Sammelgebiet, das er erschließt, und natürlich auch auf das finanzielle Budget, das zur Verfügung steht.

Eine gute Sammlung besteht in erster Linie aus hochwertigsten Marken. Was zählt, ist die Top-Qualität jeder einzelnen Marke. Eine gute philatelistische Sammlung beinhaltet fast immer ein interessantes, möglichst ausgefallenes Sammelgebiet, das sich von anderen Sammelgebieten und Sammlungen deutlich unterscheidet.

Außerdem ist natürlich eine gewisse Vollständigkeit wichtig. Der Briefmarken-Sammler und Auktionator Wolfgang Jakubek betont, dass es besonders auf den Spaß an der Materie ankommt: "Ein guter Sammler hat dreimal Freude am Briefmarkensammeln: erstens beim Erwerb, zweitens beim Besitz, drittens beim Verkauf seiner Sammlung."

Briefmarkensammelgebiet

Doch Briefmarkensammeln ist nicht nur ein Hobby für Reiche. Gerade auch Kinder können mit ein paar guten Startvorgaben bereits schöne Sammlungen anlegen.

Wer nicht blindlings drauflos sammeln will, der grenzt sein Gebiet ein. Etwa nach Land und Epoche – ein beliebtes Sammelgebiet sind Briefmarken aus Deutschland nach dem Krieg. Viele Sammler spezialisieren sich aber auch auf Motive, zum Beispiel auf Schmetterlinge oder auf Briefmarken mit Kunstwerken darauf.

Briefmarken sind nicht gleich Briefmarken

Sammeln kann man die Marke in mehreren Kategorien. Zunächst einmal die ungebrauchte, neue Briefmarke – "postfrisch" nennt der Sammler das, so wie die Marke am Postschalter ausgegeben wird. Dabei darf die Gummierung der Marke nicht beschädigt sein.

Daneben wird die gestempelte Fassung gesammelt, also Briefmarken, die durch den Poststempel entwertet worden sind. Außer postfrischen und gestempelten Ausgaben werden ganze Bögen oder Bogenteile gesammelt, Ersttagsbriefe, Ersttagsblätter, Belege und Briefe aller Art, oder gleich die offiziellen Jahresbücher der Deutschen Post.

Briefmarkenquellen

Briefmarkensammeln beginnt am Briefkasten, wenn die Post ins Haus flattert. Weitere Bezugsquellen sind die örtlichen Briefmarkengeschäfte, Tauschbörsen der Briefmarkenvereine, Briefmarkenmessen oder seriöse Bezugsquellen im Internet.

Eine preiswerte und oft lohnende Alternative, um an Briefmarken zu gelangen, ist so genannte Kiloware – Briefmarken, die nach Gewicht verkauft und vom Sammler eigenhändig durchforstet werden. Eine gute Bezugsquelle für Kiloware sind etwa die Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, eine Einrichtung für behinderte Menschen.

Die "Waffen" des Briefmarkensammlers

Die wichtigste Waffe des Briefmarkensammlers ist der Michel-Katalog, der jedes Jahr neu herausgegeben wird. Der "Michel" ist das Nachschlagewerk des Sammlers. Hier findet man alle Briefmarken katalogisiert und nummeriert, hier lässt sich auch nachlesen, was die eigenen Marken bei optimaler Erhaltung wert sind.

Briefmarken sind empfindlich – man sollte ihnen immer nur mit einer Briefmarkenpinzette zu Leibe rücken. Besonders wichtig ist die Zähnung der Marken: Eingerissene Zähnungen mindern sofort den Wert jeder Briefmarke.

Briefmarken unterscheiden sich aber nicht nur dadurch, dass sie gestempelt sind oder postfrisch. Manche Marken – etwa Exemplare der berühmten Nachkriegsserie deutscher Bauten – sehen auf den ersten Blick völlig gleich aus, aber der Sammler kann deutliche Unterschiede ausmachen. Etwa die Zähnung, die sich anhand eines Zähnungsschlüssels herausfinden lässt.

Viele Marken unterscheiden sich auch durch das Wasserzeichen. Das kann man herausfinden, wenn man die Marke umgedreht in eine kleine Wanne mit Waschbenzin legt. Jetzt lässt sich ganz deutlich das Muster des Wasserzeichens erkennen. Das geht übrigens auch mit postfrischen Exemplaren, deren Gummierung dabei nicht beschädigt wird.

Wahre Philatelisten besitzen sogar einen Farbführer, mit dem sie unterschiedliche Farbnuancen einer Briefmarke ermitteln können – auch da gibt es bisweilen nämlich große Unterschiede.

Stand: 24.01.2020, 13:20

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