Leukämie bei Kindern

Im Vordergrund ein Monitor eines Infusionsgerätes, im Hintergrund ein verschwommenes Kleinkind

Leukämie

Leukämie bei Kindern

Von Vladimir Rydl

Die Leukämie-Erkrankung von Kindern erscheint besonders tragisch. Tröstlich kann da die Tatsache wirken, dass die Heilungschancen von Kindern erheblich höher sind als die von Erwachsenen. Dies hat verschiedene Gründe: Kinder vertragen eine Chemotherapie meist viel besser als Erwachsene. Dadurch lassen sich die Medikamente höher dosieren und sie wirken dadurch effektiver. Zudem funktioniert bei Erwachsenen das Reparaturprogramm für genetische Defekte schlechter als bei Kindern.

Das kann dazu führen, dass bei Erwachsenen die Leukämie auslösenden Gen-Defekte sehr viel komplizierter sind. Eine wichtige Rolle bei der Überwindung von Leukämie spielt auch die Konstitution der Erkrankten. Je älter Patienten werden, desto eher ist mit weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu rechnen. Diese können eine effektive Behandlung sehr behindern.

All dies hat große Auswirkungen auf die Heilungschancen. Während bei Erwachsenen etwa jeder Zweite geheilt werden kann, ist bei Kindern, je nach Leukämieform, mit einer Erfolgsquote über 75 Prozent zu rechnen. In Deutschland erkranken jährlich etwa 600 Kinder neu an Leukämie.

Mit über 80 Prozent ist dabei die ALL, die Akute Lymphatische Leukämie, die häufigste Erkrankungsform. Diese ist bei Erwachsenen sehr selten. Man vermutet, dass der zugrunde liegende genetische Defekt bei der Leukämie von Kindern bereits im Mutterleib erfolgt.

Die Krankheit tritt dann aber meist erst einige Zeit nach der Geburt auf, überwiegend im vierten Lebensjahr. Nach dem fünften Lebensjahr gehen die Erkrankungszahlen wieder stark zurück.

Weiterführende Infos

Stand: 04.11.2019, 09:35

Darstellung: