Alphabetisierung

Werbeplakat der Alphabetisierungskampagne

Analphabeten

Alphabetisierung

Von Andrea Schultens und Wiebke Ziegler

Die meisten Analphabeten outen sich erst mit fortgeschrittenem Alter. Oft ist die Angst vor den Reaktionen der Mitmenschen das größte Problem der Betroffenen. Der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. versucht zusammen mit verschiedenen Partnern, durch Werbekampagnen und andere Öffentlichkeitsarbeit Betroffene zu motivieren einen Lese- und Schreibkurs zu besuchen. Aktionen wie Fernsehspots, Plakate, Ausstellungen und Vorträge sollen auf das Problem aufmerksam machen.

Das Alfa-Telefon

Volkshochschulen, manchmal auch anderere meist private Einrichtungen, bieten Kurse für Erwachsene an, die Lesen und Schreiben lernen wollen. Wer nach Adressen oder Telefonnummern der entsprechenden Kursanbieter sucht oder sich zum Thema Analphabetismus und Alphabetisierung informieren möchte, der kann dies beim Alfa-Telefon tun. Es ist die wichtigste Anlaufstelle in Deutschland für alle, die Hilfe für sich oder einen Bekannten benötigen.

Die Mitarbeiter des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung e.V. beraten die Anrufer und helfen bei allen Fragen weiter. Seinen Namen muss man nicht nennen – die Beratung läuft anonym. Neben allgemeinen Informationen zum Thema Analphabetismus und Alphabetisierung bekommt man hier alle nötigen Hinweise zu Ansprechpartnern in der Nähe, Kursen und Hilfsangeboten in ganz Deutschland.

Das Alfa-Telefon ist kostenlos unter der Nummer 0800-53334455 zu erreichen. Zudem gibt es auch die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme via E-Mail oder WhatsApp.

In Kursen Lesen und Schreiben lernen

Abhängig vom bereits vorhanden Wissen werden die Betroffenen dem passenden Alphabetisierungskurs zugeordnet. Hier lernen sie gemeinsam mit anderen Analphabeten das Lesen und Schreiben von Grund auf.

Zu diesem Zweck entwickelten unter anderem der Alphabund und der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung eigene Unterrichtsmaterialien. Es gibt Lehrbücher und Arbeitsblätter, die sich zunächst ganz grundlegend mit Lauten, Buchstaben und Silben beschäftigen.

In fortgeschrittenen Kursen konzentrieren sich die Schüler auf das Lesen und Schreiben von leichten Texten und machen Übungen, um den Wortschatz zu vergrößern.

Ein Kind schreibt ABC an die Tafel.

Das Alphabet zu lernen, ist in jedem Alter möglich

Lehrmaterial mit besonderem Format

Bei allen Texten, die im Unterricht eingesetzt werden, kommt es auf ein geeignetes Layout an. Ähnlich wie in Kinderbüchern sind die Buchstaben größer und weiter auseinander. Ein größerer Zeilenabstand, häufige Absätze und Illustrationen erleichtern das Lesen.

Satzstrukturen sind simpel und klar, das heißt, es gibt wenige oder gar keine Nebensätze. So bleiben die Sätze kurz und enthalten nur eine überschaubare Menge an Informationen. Das Lesen und gleichzeitige Verstehen des Gelesenen wird einfacher.

Häufige Zwischenüberschriften dienen als Gliederungshilfe. Auf Fremdwörter wird weitestgehend verzichtet. Stattdessen wird Alltagssprache verwendet. Die Wiederholung von Wörtern oder Wortstämmen führt ebenfalls dazu, dass ein Text einfacher zu lesen und zu verstehen ist.

Wie das Gehirn Buchstaben verarbeitet Planet Wissen 12.11.2019 02:57 Min. Verfügbar bis 12.11.2024 WDR

Stand: 11.09.2019, 14:19

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