Universalgenies

Gemälde von Raffael Schule von Athen mit Sokrates, Aristoteles, Alkibiades, Diogenes von Sinope, Heraklit, Claudius Ptolemäus, Averroes, Pythagoras von Samos, Platon, Euklid

Intelligenz

Universalgenies

Von Sabine Kern

War es früher leichter, ein Universalgenie zu werden? Das verfügbare Wissen war zwar nicht so umfangreich wie heute. Dennoch setzte der Erwerb dieses Wissens und die Entwicklung neuer Ideen eine weit überdurchschnittliche Intelligenz voraus.
Die aus der Menschheitsgeschichte bekannten Universalgenies zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht nur sehr unterschiedliche Wissenschaftsgebiete beherrschten, sondern darin auch sehr erfolgreich waren.

Archimedes (285-212 vor Christus)

Der griechische Mathematiker und Physiker Archimedes wurde um 285 vor Christus geboren und im Jahr 212 vor Christus bei der Einnahme von Syrakus von einem römischen Soldaten erschlagen.

In der Mathematik nahm Archimedes der modernen Wissenschaft viele Entdeckungen vorweg, unter anderem die Integralrechnung. Er ermittelte die Zahl Pi und berechnete die Inhalte von Flächen und Körpern. In der Mechanik wird ihm die Erfindung des Flaschenzuges zugeschrieben.

Weiterhin entdeckte er das Prinzip des hydrostatischen Auftriebs und erfand während eines Aufenthaltes in Ägypten die hydraulische Schraube zum Hochpumpen von Wasser. Sie wird noch heute im Orient zur Bewässerung verwendet. Die Vertreibung der römischen Flotte mit Archimedes' großen Brennspiegel-Konstruktionen während des zweiten Punischen Krieges ist legendär.

Historischer Stich von Archimedes.

Archimedes war ein begnadeter Mathematiker

Leonardo da Vinci (1452-1519)

Der Maler und Schöpfer des weltberühmten Mona-Lisa-Gemäldes gilt über sein künstlerisches Schaffen hinaus als Mitbegründer der experimentellen Naturwissenschaften.

Da Vincis Studien erstrecken sich insbesondere auf Anatomie, Embryologie, Paläontologie, Biomechanik, Geografie, Kartografie und Mechanik. Seine Konstruktionen waren seiner Zeit weit voraus und konnten aufgrund der mangelnden technischen Möglichkeiten der damaligen Zeit erst viel später verwirklicht werden.

Porträt von Leonardo da Vinci.

Leonardo da Vinci war seiner Zeit weit voraus

Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz (1646-1716)

Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz war ein bedeutender Philosoph, Mathematiker, Physiker und Techniker der frühen Neuzeit. Leibniz erfand die Differentialrechnung und konstruierte die erste Rechenmaschine mit vier Grundrechenarten sowie Pumpenanlagen für Fontänen. Er verfasste bedeutende Werke zur Rechts-, Natur- und Sprachwissenschaft sowie zur Mathematik.

Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz

Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Vor allem der späte Goethe wird als Universalgenie bezeichnet. Sein Interessensspektrum reicht von Architektur über Archäologie, Morphologie, Farbenlehre, Mineralogie, Chemie und Meteorologie bis zur Mathematik. Er verfasste nicht nur Weltdichtung, sondern auch naturwissenschaftliche Arbeiten und war mit allen geistigen Strömungen seiner Zeit vertraut.

Ölskizze, Porträ von Johann Wolfgang von Goethe

Goethe hatte ein breites Interessensspektrum

Alexander Freiherr von Humboldt (1769-1859)

Der Naturforscher und Geograf Freiherr Alexander von Humboldt ist in Südamerika bis heute der bekannteste Deutsche. Der Forschungsreisende zog durch Süd- und Nordamerika und führte geophysikalische Messungen mit exakten Instrumenten durch.

Er begründete die Pflanzengeografie und betrieb völkerkundliche, philologische sowie historische Studien. Mehr als 1000 Pflanzen, Tiere, Berge, Flüsse und Meeresströmungen tragen seinen Namen.

Alexander von Humboldt, porträtiert in einem Gemälde von Friedrich Georg Weitsch aus dem Jahre 1806.

International bekannt: Alexander von Humboldt

Stand: 24.10.2018, 09:24

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