Wissensfragen

Logo von SOS Kinderdorf auf einem grünen Luftballon

Kinderdörfer

Wissensfragen

Was bedeutet das SOS vor den Kinderdörfern?

Als Hermann Gmeiner 1949 überlegte, wie er seine Kinderdörfer nennen sollte, entschied er sich für SOS und hatte dabei die lateinische Bedeutung im Sinn, nämlich "Societa Sociales". Das bedeutet "soziale Gemeinschaft". Hermann Gmeiner hatte in der Schule Latein gelernt und studierte Medizin, somit war ihm Latein geläufig.

Heute denken viele bei der Übersetzung von SOS eher an die englische Bedeutung: Im Englischen kennt man SOS aus der Seemannssprache und da bedeutet es "save our souls", also "Rettet unsere Seelen". Oft wird die englische Abkürzung SOS fälschlicherweise als "save our ship" interpretiert.

Im Italienischen steht SOS für "Societa Sociali". Das ist aus dem Lateinischen abgeleitet und bedeutet ebenfalls "soziale Gemeinschaft". Im Spanischen steht SOS für "Sociedad de Obras Sociales" und meint "Gesellschaft des Sozialwerkes".

Sind die SOS-Kinderdörfer echte Dörfer?

Ein SOS-Kinderdorf in Deutschland ist eine Siedlung mit sechs bis 20 Familienhäusern. In den Häusern lebt je eine Kinderdorfmutter mit fünf bis sechs Kindern.

Dazu gibt es in der Regel einen Kindergarten, verschiedene Spiel- und Freizeitmöglichkeiten wie Spielplatz, Turnhalle und Kunstraum, sowie Gemeinschaftsräume. In diesen Räumen finden Gemeinschaftsveranstaltungen, Besprechungen des Personals sowie unterschiedliche Betreuungsprogramme statt.

Jedes Dorf hat einen Dorfleiter und ein Sekretariat. Neben den Kinderdorfmüttern unterstützen Pädagogen, Psychologen, Erzieher und Haushaltshilfen die Arbeit des SOS-Kinderdorf-Vereins. Die schulpflichtigen Kinder gehen in die öffentlichen Schulen der Umgebung. In manchen Dörfern gibt es noch Mutterbetreuungszentren oder Jungenwohnprojekte.

Luftaufnahme eines SOS-Kinderdorfs in Israel 1981

Ein SOS-Kinderdorf in Israel 1981

Autorin: Marika Liebsch

Stand: 24.10.2018, 13:06

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