Alfred "Aki" Schmidt

Der junge Alfred Schmidt im Trikot von Borussia Dortmund

Fußball-Bundesliga: Die Gründerjahre

Alfred "Aki" Schmidt

Von Christoph Teves

Der Dortmunder ist ein echtes Urgestein der Fußball-Bundesliga – und ein erfolgreiches dazu: Mit Borussia Dortmund wird Alfred "Aki" Schmidt zweimal Deutscher Meister, einmal Deutscher Pokalsieger und einmal Europapokalsieger. In den 1950er und 1960er Jahren ist er einer der wichtigsten Spieler in der Elf der Schwarz-Gelben.

Frühe Karriere beim BVB

Alfred Schmidt wird am 5. September 1935 als Sohn eines Stahlarbeiters geboren. Fußball spielen lernt er im Vorortclub Berghofen, ehe er in der Saison 1956/57 zu Borussia Dortmund wechselt. Dort schafft der Mittelfeldspieler schnell den Sprung in die Nationalmannschaft: Bereits am 3. April 1957 absolviert er in Amsterdam gegen die Niederlande sein erstes Länderspiel.

Im selben Jahr erlebt Schmidt jedoch auch den ersten Rückschlag bei Borussia Dortmund: Im Finale um die Deutsche Meisterschaft 1957 sitzt er nur auf der Bank, weil sein Trainer mit der gleichen Mannschaft wie im Vorjahr Meister werden will.

"Es war der schlimmste Tag meines Lebens," erinnert sich Schmidt später. "Wenn mich damals Sepp Herberger nicht wieder aufgerichtet hätte, wäre ich wohl ziemlich illusionslos in die kommende Spielzeit gegangen."

Nationalmannschaftsaufstellung 1958

Aki Schmidt (3. von rechts) mit der Nationalmannschaft bei der WM 1958 in Schweden

Stammspieler in der Nationalelf

In der Folgezeit wird Schmidt aber zu einem der wichtigsten Dortmunder Spieler. Insgesamt macht er in der Oberliga West 195 Spiele und erzielt dabei 57 Tore. Bei der WM 1958 in Schweden gehört er zum Kader des DFB-Teams, kommt dort wegen einer Verletzung allerdings nur zweimal zum Einsatz.

Nach der WM wird Schmidt Stammspieler in der Nationalelf und macht insgesamt 25 Länderspiele. 1963 wird "Aki" Schmidt mit Borussia Dortmund Deutscher Meister. Zum letzten Mal wird die Meisterschaft in einem Endspiel ermittelt, in dem Dortmund den 1.FC Köln mit 3:1 schlägt.

Kurz danach erlebt die Dortmunder Mannschaft um Alfred Schmidt, Lothar Emmerich, Hans Tilkowski und Co. die Geburt der Fußball-Bundesliga. Die erste Saison verläuft für den amtierenden Meister aber eher durchwachsen. Am Ende wird Dortmund Vierter, mit satten 12 Punkten Abstand auf den Deutschen Meister 1.FC Köln.

Doch bald darf Schmidt mit seiner Borussia wieder feiern: 1965 gewinnt er den Deutschen Pokal (2:0 gegen Alemannia Aachen) und im Jahr darauf sogar den Europapokal der Pokalsieger (2:1 nach Verlängerung gegen FC Liverpool).

Aki Schmidt läuft mit Pokal über das Spielfeld

1965 gewinnt Aki Schmidt mit dem BVB den DFB-Pokal

Rückkehr nach Dortmund

Insgesamt hat Alfred Schmidt 81 Einsätze in der Bundesliga und schießt dabei 19 Tore für Borussia Dortmund. Nach der Saison 1966/67 beendet er seine Karriere als Spieler.

Danach arbeitet er einige Jahre als Trainer. Sein größter Erfolg: Mit dem Zweitligisten Kickers Offenbach gewinnt er 1970 den DFB-Pokal. Später arbeitet er als Sportlehrer und kehrt 1997 für zehn Jahre zur Dortmunder Borussia zurück – als Fanbetreuer.

2016 stirbt Aki Schmidt nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 81 Jahren in seiner Heimatstadt.

Aki Schmidt im BVB-Trikot grüßt im Stadion die Zuschauer

Bis ins hohe Alter dem BVB verbunden

(Erstveröffentlichung 2005. Letzte Aktualisierung 08.09.2021)

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