Die Sieger-Mannschaft

Das deutsche Team mit Pokal und Medaillen

Fußball-Weltmeisterschaft 1990

Die Sieger-Mannschaft

Nach 1954 und 1974 wird Deutschland 1990 zum dritten Mal Fußballweltmeister. Im Finale spielte Beckenbauers Elf gegen Argentinien. 1986 waren es die gleichen beiden Mannschaften, die sich am Ende gegenüberstanden. Damals konnten sich die Südamerikaner über den FIFA-Pokal freuen. In Italien waren Matthäus und Co. die bessere Mannschaft. Ihr Erfolgsrezept? Die Spieler zeigten großen Einsatz und harmonierten miteinander als ein eingespieltes Team.

Franz Beckenbauer, der "Kaiser"

Der Teamchef erreichte 1990 etwas, was vorher nur der Brasilianer Mario Zagallo geschafft hatte. Zweimal wurde er Weltmeister: einmal als Spieler (1974) und einmal als Trainer (1990). Auch sonst blättert es sich in seiner Fußball-Vita wie im Bilderbuch. Beckenbauer wurde fünfmal Deutscher Meister, viermal DFB-Pokalsieger, einmal Europapokalsieger der Pokalsieger, dreimal Europapokalsieger der Landesmeister und einmal Weltpokalsieger.

Zum deutschen "Fußballer des Jahres" wurde er gleich viermal gewählt, zum "Europäischen Fußballer des Jahres" zweimal. Nach Stationen beim FC Bayern München, HSV und Cosmos New York wechselte er 1984 von der Spieler- auf die Trainerseite.

Beckenbauers Zeit als Teamchef der deutschen Nationalelf war sehr erfolgreich: In 66 Länderspielen hieß es 36-mal Sieg, 17-mal Unentschieden und nur 13-mal Niederlage für Deutschland. Eine wahrlich "kaiserliche" Bilanz und ein schweres Erbe für den Teamchef-Nachfolger Berti Vogts.

Porträtaufnahme von Franz Beckenbauer, der ein ernstes Gesicht macht

Teamchef Beckenbauer

Lothar Matthäus

Der "Weltsportler" aus dem Jahr 1990 ist mit 150 Einsätzen Rekordnationalspieler. Auch seine fünf WM-Teilnahmen mit insgesamt 25 WM-Spielen sind unerreicht. Neben Fritz Walter, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer, Jürgen Kliensmann, Philipp Lahm, Birgit Prinz und Bettina Wiegmann zählt er zu den Ehrenspielführern der deutschen Nationalmannschaft. Sein Debüt im Nationaltrikot hatte Matthäus mit 19. Als Kapitän führte er Beckenbauers Elf 1990 zum WM-Titel.

Die Höhepunkte seiner Karriere erlebte "Loddar" mit dem FC Bayern München. Er wurde siebenmal Deutscher Meister, dreimal DFB-Pokalsieger und zweimal UEFA-Cup-Sieger (einmal mit Bayern, einmal mit Inter Mailand). Außerdem wurde er mit den Titeln "Fußballer des Jahres" (1990, 1999), "Europas Fußballer des Jahres" (1990) und "Weltfußballer" (1990, 1991) ausgezeichnet.

 Lothar Matthäus

Lothar Matthäus brachte es auf fünf WM-Teilnahmen

Jürgen ("Klinsi") Klinsmann

Eigentlich war er ein Bäckergeselle in Stuttgart. Doch Klinsmann wurde im Verlauf der Jahre zu einem der erfolgreichsten Fußballspieler. Er bekam zweimal den Titel "Fußballer des Jahres" in Deutschland und ein weiteres Mal sogar in England. Hier spielte er bei Tottenham Hotspurs.

Für die Nationalmannschaft lief er 108 Mal auf. Als das beste Spiel in seiner Vita gilt das Achtelfinale gegen die Niederlande. Der Stürmer kämpfte, setzte sich durch und traf ins Netz. Insgesamt schoss er bei der WM 1990 drei Tore. Von 2004 bis 2006 war er Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft.

Jürgen Klinsmann

Jürgen Klinsmann machte gegen die Niederlande sein bestes Spiel

Rudolf ("Rudi") Völler

Bereits 1983, als er für Werder Bremen spielte, war er Torschützenkönig und wurde zu "Deutschlands Fußballer des Jahres" gewählt. Auch in der Nationalmannschaft lieferte Rudi Völler tolle Spiele.

Bei der WM 1990 bringt man mit ihm aber vor allem eine Szene in Verbindung: Im Achtelfinale gegen die Niederlande erhielt Völler zu Unrecht einen Platzverweis, nachdem er von Frank Rijkaard bespuckt worden war.

"Tante Käthe" – wie er mit ergrautem Haar auch liebevoll genannt wurde – war nicht nur als Nationalspieler erfolgreich, sondern auch als Teamchef. 2000 holte man ihn ins Nationalteam, um die Mannschaft wieder auf Vordermann zu bringen. Mit ihm wurde Deutschland zwei Jahre später bei der WM in Japan und Korea Vize-Weltmeister.

Rudi Völler während eines Nationalspiels

"Tante Käthe" in Aktion

Andreas Brehme

Er war der Held des Finales gegen Argentinien. Sein Tor machte die deutsche Nationalelf in der 85. Minute zum Weltmeister. Insgesamt schoss er bei der WM 1990 drei von 15 deutschen Toren. Außer im Endspiel traf er im Achtelfinale gegen Holland und gegen die Engländer im Halbfinale.

1998 beendete er seine aktive Spielerlaufbahn und wurde Teammanager beim 1. FC Kaiserslautern. Im Sommer 2005 wurde er Co-Trainer beim VfB Stuttgart. Nach seiner Entlassung im Jahr 2006 zog sich Brehme aus dem alltäglichen Fußballgeschäft zurück.

Andreas Brehme und Jürgen Klinsmann jubeln

Brehme schoss im Finale das goldene Tor

Guido Buchwald

Vor der WM 1990 kannte man Guido Buchwald als leicht behäbigen Abwehrkicker. Doch im Finale zeigte er Wendigkeit, Schnelligkeit - eine hervorragende Leistung. Als Diego-Maradona-Bewacher brillierte er und ließ den Argentinier zu keinem Zeitpunkt ins Spiel kommen.

Endlich hatte er den Fans und seinem VfB Stuttgart gezeigt, dass er auch durchaus technisch ausgeklügelten Fußball spielen konnte. Nach der WM 1994 und nach 76 Länderspielen für die deutsche Nationalmannschaft ging er nach Japan zu Urawa Red Diamonds.

Porträtaufnahme von Guido Buchwald im Nationaltrikot.

Blühte bei der WM 1990 auf: Guido Buchwald

Bodo Illgner

Von 1985 bis 1996 war er Torwart beim 1. FC Köln. Bereits 1987 rief man ihn in die Nationalmannschaft. Er war bei der WM 1990 die Nummer eins im Tor. Vier Jahre später trat er als Nationalspieler überraschend zurück und ging in der Saison 1996/97 zu Real Madrid. Im Jahr 2000 beendete er seine Profilaufbahn.

Bodo Illgner im Tor

War der Rückhalt der deutschen Mannschaft im Tor: Bodo Illgner

Andreas ("Andi") Möller

Der "Frankfurter Bub" war bei der Weltmeisterschaft 1990 der jüngste deutsche Spieler der Mannschaft. Er kam in der Vorrunde und im Viertelfinale zum Einsatz. Im Nationaltrikot schoss er von 1988 bis 1999 29 Tore.

In der Bundesliga spielte er für Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund und den FC Schalke 04. Bei den Dortmundern feierte er die größten Erfolge. 1995 und 1996 wurde er Deutscher Meister, 1997 gewann er die Champions League und den Weltpokal.

Andi Möller mit WM-Pokal

Andi Möller bei der Siegesfeier auf dem Frankfurter Rathausbalkon

Karlheinz ("Kalle") Riedle

Seiner enormen Sprungkraft verdankt er den Namen "Air". Der Stürmer Karlheinz Riedle wusste sich mit Kopfbällen oft durchzusetzen. Bei der WM 1990 erzielte er aber mit dem Fuß einen wichtigen Treffer im Elfmeterkrimi gegen England.

Für die Nationalmannschaft bestritt er insgesamt 42 Spiele und schoss 16 Tore. Der ganz große Durchbruch war ihm aufgrund zahlreicher Verletzungen nicht gelungen. Seine Vereine hießen: Blau-Weiß Berlin, Werder Bremen, Lazio Rom, Borussia Dortmund, FC Liverpool und FC Fulham.

Kalle Riedle beim Kopfball

Trotz seiner geringen Größe ein Kopfballungeheuer: Kalle Riedle

Olaf Thon

Noch grün hinter den Ohren, machte Olaf Thon in der Saison 1983/1984 auf sich aufmerksam. Er stand für den FC Schalke 04 bei allen 38 Zweitligaspielen auf dem Feld und kämpfte um den Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga. Als 18-Jähriger trug Olaf Thon zum ersten Mal das Nationaltrikot.

In Italien schoss er im Halbfinale den entscheidenden Elfmeter. Durch seinen Treffer kam die deutsche Mannschaft ins WM-Finale. In der Bundesliga stand er als Mittelfeld- und Abwehrspieler bei den Schalkern und beim FC Bayern München unter Vertrag.

Olaf Thon (Links) mit Günther Hermann und WM-Pokal

Olaf Thon (Links) mit Günther Hermann

Thomas Berthold

Als Nationalspieler kam Berthold von 1985 bis 1994 bei drei Weltmeisterschaften und einer Europameisterschaft zum Einsatz. Danach wurde er nicht mehr in die Elf berufen, da er in einem Interview allzu kritisch seine Meinung geäußert hatte.

Aber auch so kann Berthold auf eine beachtliche Laufbahn als Abwehrspieler blicken. Er war mit Eintracht Frankfurt, Bayern München und dem VfB Stuttgart in 332 Bundesligaspielen mit von der Partie.

Thomas Berthold

Galt nie als bequem: Thomas Berthold

Stefan Reuter

Ob Rechtsaußen, Mittelfeld oder Libero – er fühlte sich auf allen Positionen wohl. Mit 17 Jahren begann Stefan Reuter seine Fußballerkarriere beim 1. FC Nürnberg.

Im Finale gegen Argentinien war er nicht von Anfang an dabei, wurde allerdings in der 74. Minute für Thomas Berthold eingewechselt. In der Bundesliga verbrachte er die meisten Spielzeiten bei Borussia Dortmund, wo er bis 2004 aktiv war.

Stefan Reuter

Feierte seine größten Erfolge mit Borussia Dortmund: Stefan Reuter

Pierre ("Litti") Littbarski

In der Saison 1978/79 ging der Berliner zum 1. FC Köln. Im Handumdrehen wurde der wendige Außenstürmer zum Publikumsliebling aller "Geißbock"-Fans. Bei der Weltmeisterschaft 1990 spielte er im Mittelfeld.

In der Vorrunde gegen die Kolumbianer gelang ihm eines von insgesamt 18 Toren im Nationaltrikot. 1993 ging "Litti" ins Ausland nach Japan und beendete dort seine aktive Zeit als Spieler. Wenig später wechselte er ins Trainerfach.

Pierre Littbarski

Dribbelkünstler Pierre Littbarski

Jürgen Kohler

Er gehörte zu den stärksten Abwehrspielern in Deutschland. Sein Kampfwille und sein enormer Einsatz wurden dementsprechend mit allen erdenklichen Titeln belohnt: Weltmeister 1990, Europameister 1996, UEFA-Cup-Sieger mit Juventus Turin.

Deutsche Meisterschaften feierte er mit Bayern München und Borussia Dortmund. Mit letzterem Verein konnte er sich 1997 auch noch über den Gewinn der Champions League und des Weltpokals freuen. Fünf Jahre später beendete er seine Spielerkarriere.

Jürgen Kohler

Einer der besten deutschen Abwehrspieler: Jürgen Kohler

Klaus ("Auge") Augenthaler

Er spielte bereits als Libero bei der WM 1986 in Mexiko mit. Auf gleicher Position wurde er vier Jahre später Weltmeister. Als Vereinsspieler war er beim FC Bayern München von 1977 bis 1991 unter Vertrag.

Nach dieser Zeit machte er seinen Trainerschein und war unter anderem bei seinem ehemaligen Verein, beim Grazer AK, beim 1. FC Nürnberg, bei Bayer Leverkusen und dem VfL Wolfsburg als Trainer tätig.

Klaus Augenthaler und ein englischer Spieler

War für sein robustes Spiel bekannt: Klaus Augenthaler

Thomas ("Icke") Häßler

Klein, aber oho – das trifft auf den nur 1,66 Meter großen Thomas Häßler zu, der zweimal zu Deutschlands "Fußballer des Jahres" gewählt wurde. Seine Fußballerkarriere begann bereits im Alter von 17 Jahren. Damals unterschrieb der gebürtige Berliner einen Vertrag beim 1. FC Köln.

Nach der erfolgreichen WM 1990 wechselte er mit einem beachtlichen Millionenbetrag zu Juventus Turin, später zum AS Rom. Erst 1994 kehrte er in die deutsche Bundesliga zurück.

Tor des Monats November 1989, Thomas Häßler

Klein und wendig: Thomas Häßler

Uwe Bein

In vier von sieben Weltmeisterschaftsspielen kam Uwe Bein zum Einsatz. Im Vorrundenspiel gegen die Vereinigten Arabischen Emirate erzielte er ein Tor in der 58. Minute.

Er gehörte zwar nicht zu den berühmtesten deutschen Fußballerpersönlichkeiten, nichtsdestotrotz war er gefürchtet und bekannt für seine "tödlichen Pässe". Nach seiner Spielerlaufbahn ging er als Manager zu seinem ersten Verein, für den er gespielt hatte: Kickers Offenbach.

Uwe Bein

Begnadeter Techniker mit wenig Spielzeit: Uwe Bein

Autorin: Ulrike Vosberg

Stand: 12.06.2018, 14:21

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